Die Entwicklung der Stadt Assos (Türkei) von ihren Anfängen bis in römische Zeit

Die eindrucksvollen Ruinen der antiken Stadt Assos liegen auf einem steilen Vulkanfelsen an der Südküste der Troas, gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Als Kolonie der Stadt Methymna war Assos bereits in archaischer Zeit überaus erfolgreich. Die beiden einander gegenüberliegenden Häfen kontrollierten die Meerenge zwischen Lesbos und der Südküste der Troas - ein offenbar einträgliches Geschäft, welches nicht nur die Konkurrenz zwischen Mutterstadt und Kolonie, sondern vor allem auch deren Wohlstand gefördert zu haben scheint. Die Gründung der assischen Kolonien Lamponeia und Gargara lässt darauf schließen, dass das Siedlungsgebiet von Assos schon bald nicht mehr ausreichte und die von Assos kontrollierte Mikroregion einen immer größeren Teil des südlichen Abhangs der westlichen Ausläufer des Idagebierges einnahm. Die Konkurrenz zwischen Methymna und Athen bei der Kontrolle der stark frequentierten Schifffahrtswege zu den Dardanellen, von der Herodot berichtet, scheint die Möglichkeiten wirtschaftlicher Prosperität für Assos erheblich verbessert zu haben. Spätestens mit der Errichtung des spätarchaischen Athenatempels in dramatischer Lage auf der schroffen Felskuppe des Akropolisberges erhielt die Stadt eine emblematische Landmarke, welche ihr zu einer eindrücklichen Physiognomie und unverwechselbaren Identität verhalf.
Seit dieser Zeit spielte Assos eine bedeutende Rolle in der historischen Entwicklung des Ägäisraums, sei es während der persisch-griechischen Auseinandersetzungen, als Sitz des Philosophen Aristoteles und seiner Schule, in der Zeit der hellenistischen Königreiche, im Kontext der römischen Herrschaft in der Region oder als frühbyzantinisches Zentrum mit einer ungewöhnlich gut erhaltenen Siedlungsstruktur und zahlreichen Kirchen. Assos ist für eine diachrone Erforschung der urbanistischen Entwicklung im westlichen Kleinasien besonders gut geeignet, da sich bedeutende Reste aus allen Phasen der Stadtentwicklung erhalten haben, die Aufschluss über die vielfältigen städtebaulichen Transformationen geben und Rückschlüsse auf deren politisch-historische Hintergründe ziehen lassen. Die städtebauliche Entwicklung von Assos wird seit 2007 von einem Team der BTU Cottbus-Senftenberg und der Onsekiz Mart Üniversitesi in Çanakkale erforscht. Das Projekt wird seit 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Ausgangslage und Ziele der aktuellen Forschungen:

Assos bietet aufgrund der ungebrochenen Besiedlungsgeschichte von der Bronzezeit bis ins Mittelalter, der nur sehr geringen modernen Überbauung und des ausgesprochen guten Erhaltungsgrades der Ruinen ausgezeichnete Voraussetzungen für eine umfassende siedlungsgeschichtliche Untersuchung der hinsichtlich ihrer baulichen Entwicklung bislang weitgehend unbekannten äolischen Polis. Der zunehmende bauliche und infrastrukturelle Ausbau der umliegenden Strandzonen hat allerdings in jüngerer Zeit dazu beigetragen, dass Assos mit durchschnittlich 500.000 Besuchern im Jahr sehr viel stärker in das Blickfeld des türkischen und internationalen Tourismus geraten ist. Der antike Hafen ist weitgehend von Hotels, Pensionen und gastronomischen Einrichtungen okkupiert. Der zunehmende Druck des Tourismus auf der einen Seite, sowie das außerordentlich vielversprechende Untersuchungspotential der intramuralen Stadtbereiche andererseits machen die Erforschung der erhaltenen Überreste der Stadt zu einer zeitlich kaum aufschiebbaren Angelegenheit.

Seit der wissenschaftlichen Entdeckung der Ruinen von Assos und der ersten Ausgrabungen durch das Amerikanische Archäologische Institut in den 1880er Jahren gelten viele der gut erhaltenen Bauwerke der Stadt als Referenzobjekte zur Einordnung vergleichbarer Bauten, darunter besonders der Tempel der Athena auf der Akropolis, die Stadtmauern, die Agora und andere Großbauten im Stadtgebiet, die in den 1880er Jahren freigelegt, summarisch untersucht und 1902 von J. T. Clarke, F. H. Bacon und R. Koldewey in detaillierten Rekonstruktionszeichnungen publiziert worden waren. Die Ergebnisse dieser frühen umfassenden Forschungsarbeiten in Assos dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Aufbau und Entwicklung der antiken und nachantiken Stadt keineswegs geklärt waren.

Nach den Forschungen Ende des 19. Jhs. trugen vor Beginn der aktuellen Forschungen lediglich die Ergebnisse der Grabungen in der Westnekropole zur Mehrung unseres Wissens um die Stadt und deren Entwicklung in den frühen Siedlungsphasen bei. Die hocharchaischen Brandgräber und spätarchaischen Körpergräber, die Reinhard Stupperich im Rahmen der Assos-Grabung zwischen 1989-1994 untersuchte, weisen deutlich auf eine florierende Siedlung seit dem späteren 7. Jh. v. Chr. hin. Deren Ausdehnung und Gestalt in den wesentlichen Epochen der Stadtgeschichte mussten jedoch ebenso ungeklärt bleiben, wie die Transformationsprozesse, die Stadtbild und Siedlungsstruktur kontinuierlich veränderten und prägten. Auch die Sondagen, die nach Abschluss der amerikanischen Grabungen im Jahre 1883 erstmals wieder unter der Leitung von Ümit Serdaroğlu 1992 und 1993 im Stadtgebiet durchgeführt wurden, lieferten keine neuen Erkenntnisse zur Entwicklung der griechisch-römischen Stadt. Insgesamt lag der Schwerpunkt der Arbeiten nach Abschluss der Nekropolengrabung auf der Restaurierung des Tempels und des Theaters sowie auf der Herrichtung der Ruinen für den Tourismus.

Die Stadt selbst und die zahlreichen offenen Fragen zu ihrem Aussehen in über 1400 Jahren Entwicklungsgeschichte gerieten erst seit 2006 unter der Direktion von Professor Dr. Nurettin Arslan erneut in den Fokus der Forschungen und führten zu Nachuntersuchungen an älteren Grabungsschnitten im Bereich der Nordhalle der Agora und des Bouleuterions sowie in der Westnekropole.

Das seit 2010 von der DFG geförderte Projekt der BTU Cottbus-Senftenberg in Kooperation mit der Onsekiz Mart Üniversitesi Çanakkale widmet sich dezidiert Fragen zur Stadtentwicklungsgeschichte und städtischen Physiognomie und führt in diesem Zusammenhang notwendige Vermessungsarbeiten im gesamten Stadtgebiet durch, bei denen alle erhaltenen Baureste in einem neuen Stadtplan dokumentiert werden. Das Projekt ist auf sechs Jahre angelegt. Als Ergebnis wird eine komplexe, nicht monofunktional nur auf Architektur, Fundstücke oder Geschichtsquellen gerichtete, sondern alle städtebaulich-architektonischen, archäologischen und historischen Faktoren gleichermaßen berücksichtigende Darstellung der Stadtentwicklung erarbeitet. Grundlegend neu an der Konzeption der aktuellen Untersuchungen ist vor allem der stadtentwicklungsgeschichtliche Blickwinkel, der den Forschungen zugrunde liegt und durch welchen die bauliche Entwicklung der Stadt Assos in ihren historischen Umbruchphasen insgesamt in den Fokus genommen wird. Unter den troischen und äolischen Siedlungen konnte eine solche Abfolge der Veränderungen zwischen früher Eisenzeit und römischer Periode noch für keine der bekannten antiken Poleis nachvollzogen werden. Der diachrone Blick auf die Gesamtstadt ist es, der Assos als bislang weitgehend unbeachtetes bzw. unbekanntes Fallbeispiel in die wissenschaftliche Diskussion um die urbanistische Entwicklung im westlichen Kleinasien einbringt.

Zwischenstand:

Zwischen 2010 und 2013 wurden die antiken Stadtmauern bauhistorisch untersucht, die Bebauungsspuren auf der Akropolis und ihre Phasenzuordnung geklärt sowie im Rahmen eines archäologisch-bauhistorischen Intensivsurveys alle intramural sichtbaren baulichen Reste dokumentiert und vorläufig siedlungsgeschichtlich eingeordnet. Von Seiten des türkischen Partners wurden chronologische Fragen zur Nordhalle der Agora, zum sogenannten Agora-Tempel und seiner Umgebung sowie zum Bouleuterion in Sondagen geklärt.

Die sichtbaren Reste der Stadtmauern von Assos am Stadtrand und an den Abhängen der Akropolis wurden unter Leitung von Haiko Türk vollständig erfasst und wesentliche Partien im Maßstab 1:50 in Grundrissen, Schnitten und Ansichten gezeichnet. Zusätzlich wurden die besonders im südlichen Stadtbereich z. T nur in Felsabarbeitungen erhaltenen Mauerabschnitte dokumentiert. Damit ist eine strategische wie auch städtebauliche Analyse des gesamten Mauerrings möglich, die in der bisherigen Forschung nicht bzw. nur summarisch durchgeführt wurde. Die Klärung von Ausdehnungs- und Reduktionsprozessen der Stadt, ihrer Erschließung und der Anbindung stadtnaher Funktionsbereiche (z. B. des Hafens) fließen in das assische Stadtentwicklungsmodell ein. Die Darstellung des unterschiedlichen Aufbaus der Mauerabschnitte im Zusammenhang mit ihrer Verteidigungsfunktion sowie die differenzierte Einordnung der Wehranlagen erfolgt im Kontext der Befestigungsentwicklung im östlichen Mittelmeerraum. Die Mauern lassen sich in fünf antike Hauptphasen einteilen: 1. teilweise Befestigung der Akropolis und des anschließenden Sattels im Nordosten; 2. Befestigung des Südhanges der Stadt; 3. Stadterweiterung im Nordwesten und Ausbau im Norden; 4. Erneuerung bzw. Verstärkung des Mauerrings im Westen, Süden und Osten; 5. Erneuerung bzw. Verstärkung der Mauern im Nordwesten. Die Klärung der Frage, inwiefern sich diese Phasen auch in der intramuralen Siedlungsbebauung widerspiegeln, wird im laufenden Projektabschnitt untersucht.

Auch wenn der spätarchaische Athenatempel auf der Akropolis seit der 2012 publizierten umfangreichen Analyse von Bonna Wescoat als das am besten bekannte Bauwerk von Assos gelten kann, herrschte hinsichtlich der Vorgängerbebauung des Tempels und der Gestalt der antiken Akropolis insgesamt sowie deren Anbindung an die Unterstadt völlige Unkenntnis. Unter Leitung von Klaus Müller wurde der sichtbare Baubestand des oberen Akropolisplateaus in einem Plan der gesamten Akropolis vollständig erfasst sowie Bauaufnahmen relevanter baulicher Reste im Maßstab 1:50 angefertigt. Die Dokumentation und Untersuchung aller Mauerreste und Felsabarbeitungen auf dem Akropolisplateau erbrachten erstmals deutliche Hinweise auf vortempelzeitliche Bauten und ergänzen das Bild des Tempelareals in spätarchaischer und klassischer Zeit. Bisher unbekannte Bauteile des Tempels kamen nur in geringem Umfang zutage. Von der sonstigen antiken Bebauung der Akropolis zeugen in erster Linie Schalenquader von Wänden und Stützmauern. Aufgrund des unmittelbaren Bezugs zum Tempel könnte es sich bei Felsabarbeitungen und Steinquadern mit charakteristischer Wabenstruktur um den Unterbau des Altars handeln, von dem sich sonst nirgends Reste gefunden haben. Außerdem lassen an einigen Stellen Felsbettungen auf die Aufstellung von Weihgeschenken schließen. Auch der Felsuntergrund im Pronaos zeigt längliche Felsabarbeitungen, die aus der Zeit vor Errichtung des Tempels stammen müssen und vermutlich ebenfalls der Aufstellung von Stelen dienten. Weitere antike Bauten konnten am Aufweg zum Tempel sowie nördlich des Tempels, auf der höchsten Erhebung, nachgewiesen werden. Der Umstand, dass die gesamte Fläche des oberen Plateaus dicht mit Bruchsteinmauern der byzantinischen und osmanischen Siedlung überzogen ist, wirkt sich jedoch leider äußerst erschwerend auf die Sicherung antiker Baubefunde aus.

Der Stadtsurvey unter der Leitung von Eva-Maria Mohr führt bereits nach Abschluss der bisherigen Arbeiten zu einem wesentlich umfassenderen Bild der antiken Stadt, als es bisher bekannt war. Die Untersuchungen konzentrieren sich v. a. auf siedlungsmorphologische Fragen und die Erarbeitung eines vorläufigen Stadtentwicklungsmodells. Dabei konnten zu allen drei zentralen Fragestellungen der ersten Projektphase wertvolle Ergebnisse gewonnen werden:

1. Rekonstruktion der Siedlungsstruktur, d. h. Infrastruktur, Topographie und Anlageprinzipien sowie Charakterisierung der Stadtquartiere anhand ihrer Bebauung und ihres Fundmaterials mit anschließender Interpretation im Gesamtgefüge;

2. Rekonstruktion der Entwicklungsgeschichte: Expansions- und Reduktionprozesse; Anhaltspunkte für die weitere Erforschung der Siedlungsentwicklung und in dieser fassbare Umbrüche und Transformationen;

3. Rekonstruktion der taphonomischen Prozesse sowie der erhaltenen materiellen Kultur unter besonderer Berücksichtigung möglicher externer Einflüsse.

Der auf Grundlage der Dokumentation aller intramuralen Siedlungsbefunde erstellte neue Stadtplan im Maßstab 1:1000 ermöglicht Aussagen zu Stadtstruktur, Erschließung und Funktionsbestimmung einzelner Quartiere und wird momentan hinsichtlich Struktur und Entwicklungsgeschichte der Gesamtstadt ausgewertet. Innerhalb der Stadtmauern wurden 10 Areale definiert, in denen sich deutliche Unterschiede in Topographie, Anlageprinzipien und Bebauungsstruktur rekonstruieren lassen.

So finden sich etwa im Westen und im Umfeld der Agora großformatige Quaderterrassierungen, aufgehende Quader- oder gut erhaltene Mörtelbauten, während sich in den steileren, weniger gut zugänglichen Bereichen im Süden und Osten bis auf über 110 m Länge erhaltene großsteinige, grob polygonale Hangstützmauern mit aufliegender kleinsteiniger Wohnbebauung abzeichnen. Anders als die kleinteiligere Bebauung auf den Terrassen sind die langgezogenen großsteinigen Hangstützmauern ein zentrales Modul für die Anlage und Organisation dieser vornehmlich der Wohnbebauung dienenden Stadtbereiche. Die Flächen im Umfeld der Agora und im Westen wurden als Folge von Transformationsprozessen mehrfach umgeformt und in ihrem Erscheinungsbild grundlegend verändert. Neben unterschiedlichen Bebauungsmustern lassen sich je nach Zeitpunkt und Art der Nutzung unterschiedliche Phasen der Stadtentwicklung nachweisen. So präsentiert sich die Akropolis in spätarchaischer und spätbyzantinischer Gestalt, die Agora gilt als Musterbeispiel hellenistischer Platzanlagen, die Quartiere östlich und südlich des Theaters sind stark römisch geprägt, und in der Weststadt hat sich vor allem das spätantik-frühbyzantinische Stadtbild erhalten. Die Auswertung der Phasenpläne und die Untersuchung der über 45 kartierten Straßenabschnitte, Terrassenmauern, Wegbegrenzungen und Richtungsbezüge unter den 955 Mauerbefunden ergaben in einigen Stadtbereichen deutliche Hinweise auf die planmäßige Anlage einzelner Stadtbereiche und deren sukzessive Veränderung in den späteren Epochen.

Ausgehend von den nun gut fassbaren regelmäßigen Bebauungsmustern einer vermutlich spätklassischen Phase und frühhellenistischen Maßnahmen im Kontext der baulichen Formierung der Polis über mindestens eine hellenistische und eine späthellenistisch-frühkaiserzeitliche Um- und Ausbauphase bis in die Spätantike lassen sich für einige Stadtbereiche Transformationsprozesse rekonstruieren. Nach dem derzeitigen Befundbild hatten etwa die Unabhängigkeit der Stadt von den Persern unter Ariobarzanes, Eubulos und Hermias zwischen 366-345 v. Chr., das Ende der Diktatur des Hermias, die Befreiung von der Perserherrschaft durch Alexander den Großen 334 v. Chr. oder das auf Rom gerichtete Interesse wohlhabender Assier in der frühen Kaiserzeit deutliche Auswirkungen auf die Struktur und Funktion einzelner Stadtbereiche. Nicht alle Stadtbereiche waren jedoch von umfassenden Baumaßnahmen betroffen, einige Quartiere im Osten und Südwesten zeigen grobpolygonale Hangstützmauern mit kleinsteiniger Wohnbebauung einer frühen, ursprünglichen Siedlungsphase bis heute.

Weiterführende Untersuchungen zwischen 2014 und 2016:

Nach den Forschungen zu Stadtmauer, Akropolisbebauung und intramuralen Stadtbereichen aus dem ersten Projektabschnitt lässt sich die Entwicklung der Siedlung von ihrer historischen Gründung im 7. Jh. v. Chr. bis in römische Zeit nun in ihren Grundzügen stadträumlich und baulich nachvollziehen. Der neue Stadtplan vermittelt einen Überblick über die Stadtstruktur und gibt Hinweise auf unterschiedliche Entwicklungsphasen. Zwischen 2014 und 2016 werden die bislang erarbeiteten Ergebnisse und Theorien zur Stadtentwicklung sowie die chronologische Abfolge der einzelnen Phasen der Siedlungsentwicklung durch stratigraphische Untersuchungen an ausgewählten Einzelbauten und Sondagen in Bereichen, in denen sich insbesondere frühe Phasen der Stadtentwicklung ohne größere spätere Störungen erhalten haben, gesichert und verfeinert. Mit Hilfe eines entwicklungsgeschichtlichen Forschungsansatzes werden vor allem die historisch-politischen Übergangsphasen und ihre Auswirkungen auf die Siedlungsgeschichte näher untersucht, wie der Übergang von der Perserherrschaft zum attisch-delischen Seebund, die 2. Hälfte des 4. Jhs., in der sich Herrschaft des Tyrannen Hermias, Perserherrschaft und erneute Unabhängigkeit nach der Befreiung durch Alexander abwechseln, oder schließlich die Veränderungen unter der Herrschaft Pergamons und in der frühen Kaiserzeit. Gerade die Übergangsphasen versprechen Hinweise auf die Gründe für eine sinkende oder steigende Bedeutung des Siedlungsplatzes und offenbaren Veränderungen der regionalen und überregionalen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ziel ist die Rekonstruktion der einzelnen Entwicklungsphasen und urbanen Transformationsprozesse im Rahmen eines Stadtentwicklungsmodells. Neben der Klärung der Siedlungsstruktur und -entwicklung stehen außerdem erneut einzelne Elemente des öffentlichen Raumes im Fokus der Arbeiten bis 2016, darunter die Erforschung der Baugeschichte des Theaters, der Südhalle der Agora und der dorischen Bauten im Umfeld der Agora. Beispielsweise fungiert die Südhalle an dieser Stelle als Verbindungsglied zwischen den unterschiedlichen Betrachtungsmaßstäben. Der an der südlichen Kante des Agoraplateaus befindliche Großbau verknüpft die gebäudespezifischen Erkenntnisse mit denen der Agora- und der Stadtentwicklung.

GRK-Projekt Südhalle:
http://www.b-tu.de/dfg-graduiertenkolleg-1913/forschung/forschungsprojekte/agora-assos

Internationale Tagung - Architektur und Urbanistik in der Aiolis:
https://www.b-tu.de/fg-baugeschichte/wissenstransfer/kolloquien/aiolis

Parallel zu den Projekten der Wissenschaftler der BTU Cottbus-Senftenberg laufen die Untersuchungen des türkischen Partners auf der Agora selbst und in deren unmittelbarer Umgebung sowie die Bearbeitung der byzantinischen Siedlungsbefunde durch B. Böhlendorf-Arslan.

Leitung:

Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt

Bearbeiter:

Dr. Eva Maria Mohr (2010–2016)

Dr.-Ing. Klaus Müller (2010–2012)

Dipl.-Ing. Haiko Türk (2010–2013)

Julia Engel, M.A. (2014–2017)

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Nurettin Arslan: Archäologisches Institut der Onsekiz Mart Universitesi Çanakkale

Lehrstuhl für Vermessungskunde der BTU Cottbus-Senftenberg

Dr. Beate Böhlendorf-Arslan, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Forschungsinstitut für Archäologie, Mainz

Fördernde Institution:

DFG 2010–2016

Laufzeit:

seit 2010

Internationales Assos Kolloquium:

Assos – Neue Forschungsergebnisse zur Baugeschichte und Archäologie der südlichen Troas (15. – 17. Nov. 2012)
http://www.b-tu.de/fg-baugeschichte/wissenstransfer/kolloquien/assos

Photos und Panoramen:

http://www.archaeology.org/assos/tour/

Literatur:

N. Arslan - H. Türk - M. Kiderlen - K. Müller - B. Böhlendorf-Arslan - T. Özhan, Assos 2008 Yılı Kazı ve Restorasyon Çalışmaları, 31. KST 1, 2010, 225-240

N. Arslan - B. Böhlendorf-Arslan - H. Türk - O. Koçyiğit - K. Müller, Assos Kazısı 2009 Yılı Kazı, Restorasyon ve Onarım Çalışmaları, 32. KST 3, 2011, 235-250

N. Arslan - B. Böhlendorf-Arslan - E. Kasubke - O. Koçyiğit - K. Müller - H. Türk, Assos 2010 Yılı Kazı ve Restorasyon Çalışmaları, 33. KST 3, 2012, 41-64

N. Arslan, 2011 Yılı Assos Kazı Çalışmaları, 34. KST 2, 2013, 319-336

N. Arslan - K. Eren, L'agora d'Assos: le plan, la construction et les différentes phases de son utilisation, in: L. Cavalier - R. Descat - J. des Courtils (ed.), Basiliques et agoras de Grèce et d'Asie mineure (Bordeaux 2012) 273-286

N. Arslan - K. Rheidt, Assos. Bericht über die Ausgrabungen und Forschungen zur Stadtentwicklungsgeschichte 2006 bis 2011, AA 2013/1, 195-246
N. Arslan - K. Rheidt (Hrsg.), Assos. Neue Forschungsergebnisse zur Baugeschichte und Archäologie der südlichen Troas, Asia Minor Sudien 78 (in Druckvorbereitung)

J. T. Clarke - F. H. Bacon - R. Koldewey, Investigations at Assos. Drawings and Photographs of the Buildings and Objects discovered during the excavations of 1881-1882-1883 (London 1902/1921)

K. Rheidt, Polis und Stadtbild im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr., in: M. Zimmermann (Hrsg.), Urbane Strukturen und bürgerliche Identität im Hellenismus. Die hellenistische Polis als Lebensform Bd. 5 (2015)

H. Türk, Ein neues Gesicht für die Stadt. Die Befestigungsanlagen von Assos in der Troas, in: Bericht über die 46. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung (Dresden 2012) 119-128

H. Türk, Entlang – entgegen – hindurch. Die Bedeutung der Befestigungsanlagen für die Erschließung der Stadt Assos, in: D. Kurapkat - P. I. Schneider - U. Wulf-Rheidt (Hrsg.), Die Architektur des Weges. Gestaltete Bewegung im gebauten Raum, DiskAB 11 (Regensburg 2014) 27-38

K. Rheidt, Assos im 4. Jahrhundert v. Chr., in: Zwischen Satrapen und Dynasten: Kleinasien im 4. Jahrhundert v. Chr. (Hrsg.: Engelbert Winter), Asia Minor Studien, Band 76, Habelt-Verlag, Bonn 2015, S. 135–146

K. Rheidt, N. Arslan, Zwischen Persern und Griechen: Assos als Festungs- und Philosophenstadt, in: Anatolien - Brücke der Kulturen: aktuelle Forschungen und Perspektiven in den deutsch-türkischen Altertumswissenschaften (Hrsg.: Ünsal Yalcin), Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum; 203, Bochum 2015, S. 367–384

K. Rheidt, E. M. Mohr, Städtebau im antiken Assos: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der BTU entdecken archaische Stadt in Assos in der Türkei, in: BTU News, Jahrgang 12, Heft 41, S. 39

K. Rheidt, H. Türk, Historische Bauforschung in der südlichen Troas: Internationales Kolloquium an der BTU präsentiert neueste Forschungsergebnisse zu Baugeschichte und Archäologie der Stadt Assos, in: BTU News - Zeitung der BTU-Cottbus, Jg. 9 Heft 37, S. 26

J. Engel, Die Südhalle der Agora in Assos – Neue Forschungsergebnisse zum südlichen Abschluss der Agora. In: Koldewey-Gesellschaft, Vereinigung für Baugeschichtliche Forschung e.V. (Hrsg.): Bericht über die 49. Tagung für Ausgrabungswissenschaften und Bauforschung vom 4. bis 8. Mai 2016 in Innsbruck

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