LUVRE ist eröffnet Mit der feierlichen Einweihung von LUVRE – Lusatian Virtual Reality Experiments wurde am Donnerstag eine neue Forschungsinfrastruktur für immersive Energieforschung an der BTU Cottbus-Senftenberg offiziell eröffnet.

Gemeinsam mit hochrangigen Gästen durften wir diesen besonderen Meilenstein feiern – darunter Bundesministerin Dorothee Bär, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle, die Bundestagsabgeordnete Maja Wallstein, BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande sowie unser Fachgebietsleiter Prof. Dr. Felix Müsgens.

Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Gäste eine Vorstellung der Forschungsarbeiten des EECON Labs im EIZ Cottbus sowie einen Einblick in die neuen Möglichkeiten unserer hochinnovativen LED-CAVE.

LUVRE verbindet immersive Virtual Reality mit experimenteller Energiewirtschaftsforschung. Die LED-CAVE (Cave Automatic Virtual Environment) ermöglicht Studien zur Wahrnehmung und Akzeptanz von Energie- und Infrastrukturmaßnahmen. Geplante Windenergieanlagen, Wasserstoff- oder CO₂-Infrastrukturen können im virtuellen Raum realitätsnah erlebt werden. So entstehen neue wissenschaftliche Entscheidungsgrundlagen für Planung, Politik und die Energiewende.

Ein besonderer Dank gilt dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie allen Partnern und Beteiligten, die dieses Projekt möglich gemacht haben.

Für unser gesamtes Team im EECON Lab und am Fachgebiet Energiewirtschaft ist die Fertigstellung von LUVRE ein ganz besonderer Moment. Nach intensiver Planung, Ausschreibung und Umsetzung freuen wir uns nun sehr auf die ersten Forschungsexperimente in der neuen Anlage.

Über 1 Million PV-Anlagen in Deutschland bestätigen einen geringen Leistungsverlust durch Alter und Umwelteinflüsse

Eine neue Studie von Diego A. Prieto Melo, Dr. Christin Hoffmann, Prof. Iain Staffell und Prof. Felix Müsgens wurde zur Veröffentlichung in Energy Economics angenommen. Der Beitrag mit dem Titel „From shine to decline: Degradation of over 1 million solar photovoltaic systems in Germany“ liefert neue empirische Erkenntnisse zur langfristigen Leistungsentwicklung von Photovoltaikanlagen unter realen Betriebsbedingungen.

Die Analyse basiert auf einem einzigartigen Datensatz von mehr als einer Million PV-Anlagen in Deutschland, die über einen Zeitraum von bis zu 16 Jahren beobachtet werden und eine installierte Leistung von rund 35 GW abdecken. Dieser großskalige empirische Ansatz ermöglicht eine deutlich robustere Bewertung von Degradationsmustern als bisherige Studien, die meist auf kleineren Stichproben oder kürzeren Beobachtungszeiträumen beruhen.

Die Ergebnisse zeigen, dass PV-Anlagen im Durchschnitt eine jährliche Leistungsdegradation von etwa 0,59 % aufweisen. Gleichzeitig nimmt die Degradationsrate im Zeitverlauf ab, was darauf hindeutet, dass sich die Leistungsverluste mit zunehmendem Alter der Anlagen verlangsamen. Darüber hinaus wird der Einfluss von Umweltfaktoren deutlich: Extreme Temperaturen sowie Luftverschmutzung wirken sich signifikant negativ auf die Stromerzeugung aus.

Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass häufig angenommene Degradationsraten die tatsächlichen Leistungsverluste in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland überschätzen könnten. Dies hat wichtige Implikationen für Investitionsentscheidungen, energiepolitische Gestaltung sowie die langfristige Modellierung von Energiesystemen.

Eine Zusammenfassung der Studie ist zudem im PV Magazine erschienen: www.pv-magazine.com/2026/03/18/survey-reveals-pv-systems-in-germany-outperform-lifespan-expectations/

Der vollständige Artikel ist hier verfügbar: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140988326001611