Forschungsthemen

Das Fachgebiet führt Forschungen zu verschiedenen Themenfeldern durch und beschäftigt sich schwerpunktmäßig u.a. mit: 

  • Profil, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven sozialer Dienstleistungen im ländlichen Raum,
  • Innovationen im Kontext demografischer Wandlungsprozesse,
  • Soziale und gesundheitliche Versorgung von Menschen sowie gutes Leben im Alter in ländlichen Räumen,
  • Mensch-Natur-Beziehungen, Bedingungsgefüge sozialer und ökologischer Veränderungsprozesse, Transformation und Nachhaltigkeit.

Detaillierte Angaben zu den einzelnen Forschungsprojekten auf den entsprechenden Unterseiten.

Profil, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven sozialer Dienstleistungen im ländlichen Raum

In der Lausitz, einem regionalen Kontext, der durch erhebliche soziale, ökologische und ökonomische Transformationsprozesse geprägt ist, stellen soziale Dienstleistungen eine wichtige Säule von Demokratie, Rechts- und Sozialstaat sowie eine Ressource zur Bewältigung des Anpassungsdrucks dar. Das Fachgebiet begleitet diesen Prozess in Forschung, Lehre und Theoriebildung.

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Aktuelle Forschungsprojekte

  • T-Raum Alterperimentale (BMFTR)
    • Lenkungsprojekt 2
    • Praxisforschungsstelle Cottbus
    • Werkstattprojekt Soziale Landwirtschaft
    • Werkstattprojekt AGEPOL
  • Professionalisierung der Wohnraumberatung in Brandenburg (BMFTR)
  • Scheitern in der Sozialwirtschaft
     

Sexualität und Macht

In meiner vorherigen Tätigkeit als Juniorprofessorin für Sexualität und Macht in Schule und Sozialer Arbeit an der Universität Kassel wurzelt meine Auseinandersetzung mit den folgenden Fragen:

- Welche gesellschaftliche Unterstützung und Anerkennung benötigen Betroffene, die sexuelle Gewalt in öffentlichen Einrichtungen erfahren haben? - Welche Formen von Professionalisierung und Organisationsentwicklung sind in Bezug auf Prävention, Intervention und Aufarbeitung in pädagogischen Einrichtungen notwendig? - Wie können Kriterien für eine professionsethische Reflexionskompetenz in Bezug auf Sexualität, Nähe und Distanz sowie Körperlichkeit entwickelt werden?

Das Bild - ein Foto aufgenommen von einem Betroffenen - zeigt einen Spiegel aus den Missbrauchsduschräumen der Institution in denen er solche Taten erlebte. (siehe Mehrick 2017). Das Foto symbolisiert Auswirkungen der sexuellen Gewalt auf sich selbst: Man mag sich nicht mehr, man mag sein Spiegelbild nicht mehr. Der Spiegel mutet so an, wie sich betroffene Menschen oftmals danach und fortan fühlen.

Theorie-Praxis-Relation

Die über Jahrzehnte bestehende und weder verhinderte noch aufgedeckte sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Institutionen stellt auch eine Krise des Verhältnisses zwischen den Institutionen von Forschung/Theorie und den Institutionen der Praxis dar. Rückblickend wird deutlich, dass zu wenig auf den Problemzusammenhang »sexuelle Grenzüberschreitungen« aufmerksam gemacht wurde. Zukünftig ist es notwendig, dass in einem dialogischen Verhältnis und einer intensiven fachlichen Responsivität zwischen Theorie und Praxis Problemlagen in einer gemeinsamen Anstrengung erkannt, erforscht, theoretisiert und in praktische Handlungsorientierungen umgesetzt werden. Diese zu gestaltende Herausforderung geht weit über das Problem der sexuellen Gewalt hinaus. Auf dem Weg zu einer »kontextsensitiven Wissenschaft« (Helga Nowotny/Peter Scott/Michael Gibbons 2014) spielt die interaktive Beziehung zu den Adressat*innen der Sozialen Arbeit, zu den Einrichtungen der Praxis und zur Öffentlichkeit eine tragende Rolle.