
Über 1 Million PV-Anlagen in Deutschland bestätigen einen geringen Leistungsverlust durch Alter und Umwelteinflüsse
Eine neue Studie von Diego A. Prieto Melo, Dr. Christin Hoffmann, Prof. Iain Staffell und Prof. Felix Müsgens wurde zur Veröffentlichung in Energy Economics angenommen. Der Beitrag mit dem Titel „From shine to decline: Degradation of over 1 million solar photovoltaic systems in Germany“ liefert neue empirische Erkenntnisse zur langfristigen Leistungsentwicklung von Photovoltaikanlagen unter realen Betriebsbedingungen.
Die Analyse basiert auf einem einzigartigen Datensatz von mehr als einer Million PV-Anlagen in Deutschland, die über einen Zeitraum von bis zu 16 Jahren beobachtet werden und eine installierte Leistung von rund 35 GW abdecken. Dieser großskalige empirische Ansatz ermöglicht eine deutlich robustere Bewertung von Degradationsmustern als bisherige Studien, die meist auf kleineren Stichproben oder kürzeren Beobachtungszeiträumen beruhen.
Die Ergebnisse zeigen, dass PV-Anlagen im Durchschnitt eine jährliche Leistungsdegradation von etwa 0,59 % aufweisen. Gleichzeitig nimmt die Degradationsrate im Zeitverlauf ab, was darauf hindeutet, dass sich die Leistungsverluste mit zunehmendem Alter der Anlagen verlangsamen. Darüber hinaus wird der Einfluss von Umweltfaktoren deutlich: Extreme Temperaturen sowie Luftverschmutzung wirken sich signifikant negativ auf die Stromerzeugung aus.
Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass häufig angenommene Degradationsraten die tatsächlichen Leistungsverluste in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland überschätzen könnten. Dies hat wichtige Implikationen für Investitionsentscheidungen, energiepolitische Gestaltung sowie die langfristige Modellierung von Energiesystemen.
Eine Zusammenfassung der Studie ist zudem im PV Magazine erschienen: www.pv-magazine.com/2026/03/18/survey-reveals-pv-systems-in-germany-outperform-lifespan-expectations/
Der vollständige Artikel ist hier verfügbar: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140988326001611

