Wiederanbindung eines Fluss-Mäanders an der Dahme
Bei einer Mäanderwiederanbindung wird der Lebensraum im Flusslauf vollständig neu geschaffen und bietet eine Chance für eine schnelle Besiedlung durch Flusslebewesen wie benthische Makroinvertebraten. Darüber hinaus können durch die Umsetzung Strukturen im Flusslauf entstehen, die in anderen Teilen des Flussökosystems nicht mehr vorhanden sind.
Im Falle der Renaturierung der Dahme wurde Kies hinzugefügt, um das Flussbett anzuheben und eine anfängliche Erosion und Einschnitte zu vermeiden, wodurch eine Heterogenität des Lebensraums für Organismen im Fluss geschaffen wurde, da gröbere Sedimente in den nahe gelegenen Abschnitten der Dahme praktisch nicht vorhanden sind. Der positive ökologische Einfluss der Renaturierung wird voraussichtlich die erklärten Ziele übertreffen, und wir sind dabei, die Auswirkungen der Renaturierung der Dahme im Flussbett im Vergleich zu a) einer Mäander, die nie begradigt wurde, aber vor Jahrzehnten eine gewisse Uferbefestigung erfahren hat, und b) den für den Flusstyp der Dahme festgelegten Referenzbedingungen zu bewerten.
Die Dahme ist ein flachliegender Fluss mit sandigem Grund (Typ 14/15 der deutschen Flusstypologie), mit überwiegend sandigen Sedimenten und kleinen Bereichen mit größeren und feineren anorganischen Sedimenten. Die untersuchten Abschnitte weisen einen überwiegend sandigen bis kiesigen Grund mit untergetauchten Makrophyten und Holzstrukturen auf. Der bestehende (d. h. nie begradigte) Mäanderabschnitt befindet sich stromabwärts in der Nähe von Freidorf (Abb. X unten) und ist von Eichen umrahmt, die den Fluss im Uferbereich vollständig bedecken und beschatten, und darüber hinaus von extensiv bewirtschafteten Grünflächen umgeben. Der wiederverbundene Mäander liegt stromabwärts der Staakmühle in der Gemeinde Briesen (Halbe), etwa 500 m stromaufwärts des bestehenden Mäanders. Dieser Abschnitt ist ein wiederverbundener Mäander, dessen Renaturierung auf einem alten Mäander basiert, der während der Kanalisierung des Flusses abgetrennt wurde, aber 2022 im Rahmen des Projekts „LIFE Feuchtwälder“, das Teil des Natura-2000-Managementplans für Brandenburg ist (MUGV, 2014), wieder ausgegraben und wiederverbundet wurde. Der „Horstgraben“, ein künstlicher Entwässerungskanal, mündet an der Wendestelle in den Mäander. Trotz der Ausbaggerung und anderer Renaturierungsmaßnahmen wurde darauf geachtet, den verbliebenen Wald zu erhalten, und der Uferbereich umrahmt den wiederverbundenen Mäander an den meisten Stellen mit Bäumen, während weiter entfernt vom Bach das Grasland extensiv bewirtschaftet wird.

Die Proben wurden monatlich (April bis Juni) aus beiden Mäandern entnommen. Zunächst wurden die Lebensräume bewertet und ihre Bedeckung anhand der Perlodes-Methode (in 5-%-Schritten gemäß der Multi-Habitat-Sampling-Methode) geschätzt (Perlodes, 2024). Im wiederverbundenen Mäander waren sechs Lebensraumtypen vorhanden, nämlich drei Größenklassen anorganischer Sedimente (Mikrolith, Akal, Psammal) und drei Arten organischer Bedeckung (Xylal, Feinstaub (FPOM), Makrophyten). Im natürlichen Mäander waren nur fünf Lebensraumtypen vorhanden, nämlich ein anorganisches Substrat (Psammal) und vier Arten organischer Substrate (Xylal, grobkörnige organische Partikel (CPOM), FPOM, untergetauchte Makrophyten). Im Gegensatz zur „Perlodes“-Methode wurden nur 10 Proben pro Abschnitt entnommen (statt 20) und die Proben wurden einzeln aufbewahrt, anstatt sie zu einer Mischprobe zusammenzufassen, wie es Perlodes vorschreibt, um die Untersuchung der Lebensraumeffekte zu ermöglichen. Jeder Lebensraum wurde mit einem Kescher mit einem Rahmen von 25 cm x 25 cm und einer Maschenweite von 0,5 mm beprobt. Anschließend wurde der Inhalt des Netzes gesiebt (250 µm Maschenweite), um anorganische Substrate abzutrennen. Alle organischen Materialien wurden gesammelt und mit 95 %igem Ethanol konserviert. Die Organismen wurden dann sortiert und auf der niedrigstmöglichen taxonomischen Ebene (in der Regel Gattung) identifiziert.
Bewertung der Wiederanbindung des Dahme-Mäanders bei Staakmühle
Auftraggeber:
intern
Zeitraum:
ongoing
Schlagworte:
Dahme, Flussrestaurierung, Makroinvertebraten
Bearbeitende:
J. Rüegg
