innovative Forschungen zur Brückenüberwachung an der BTU Cottbus-Senftenberg

Neuartige Sensoren der BTU sollen marode Bauwerke retten

In Deutschland sind mehr als 11.000 Eisenbahnbrücken, laut der Deutschen Bahn, über 100 Jahre alt. Die Herausforderung besteht darin, zu bestimmen, welche Bauwerke priorisiert saniert werden sollen, da ein gleichzeitiger Ersatz aller dieser Brücken wirtschaftlich nicht umsetzbar ist. 

Vor diesem Hintergrund führen Forscher an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg intensive Forschungsarbeiten zur Überwachung und Erhaltung von Brücken durch. Ein Forschungsteam bestehend aus Randolf Rotta und der Doktorandin Sneha Chatharajupalli hat eine innovative Lösung entwickelt, die die Überwachung von Infrastrukturen schneller und effizienter gestaltet. Im Rahmen der Konferenz des Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik, die Anfang Mai in Cottbus stattfand, demonstrierten sie ihre Technologie mit einer Modelleisenbahn aus Legosteinen. Diese jährliche Veranstaltung fokussiert sich auf den Transfer von Spitzenforschung in die Wirtschaft. 

Während der Einsatz von Sensoren bei Brückeninspektionen nicht neu ist, liefert die entwickelte Sensortechnik der Lausitzer Forscher ein sehr detailliertes Bild sämtlicher Punkte einer Brücke. Chatharajupalli erklärt, dass die von ihnen entwickelte Kommunikationstechnologie Schwingungen auf der Brücke über zahlreiche Sensoren erfasst und miteinander in Beziehung setzt. Diese Sensoren sind in der Lage, ihre Daten an eine zentrale Basisstation weiterzuleiten, was eine umfassende Übersicht über den Zustand der Brücke ermöglicht. Das System ermöglicht erstmals eine effiziente Vernetzung von bis zu 100 Sensoren auf großen Brücken. 

Diese Technologie wurde unter anderem im Rahmen des Forschungsprojekts “FlexiDug” (Flexible digitale Systeme für den schienengebundenen Verkehr in Wachstumsregionen) auf einer Eisenbahnbrücke einer von dem Energieunternehmen Leag betriebenen Bahnstrecke getestet. Prof. Jörg Nolte, Leiter des Fachgebiets Verteilte Systeme und Betriebssysteme an der BTU, betont die Effizienz der Technologie: "Innerhalb von nur zehn Minuten lässt sich eine komplette Brücke mit diesen Sensorknoten instrumentieren. Der Installationsaufwand ist im Vergleich zu kabelgebundenen Systemen gering, wodurch Betriebseinschränkungen und Sperrpausen auf der Bahnstrecke minimiert werden." Ein weiterer Vorteil des Systems liegt in seiner selbstorganisierenden Netzwerkstruktur. Sensoren kommunizieren auch über größere Distanzen effizient miteinander, was den Aktionsradius erweitert und die Systemstabilität erhöht. Diese Forschungsergebnisse könnten einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der Infrastrukturüberwachung leisten und somit die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Eisenbahnbrücken in Deutschland erhöhen.

(Quelle: verkürzt: Beitrag der Lausitzer Rundschau, 28.05.2026)