G-Forum 2026 in Cottbus Konferenzbericht

29. Interdisziplinäre Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand BTU Cottbus-Senftenberg und Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL-CT), Cottbus | 16.-18. September 2026

Wissenschaftliche Bedeutung, internationaler Austausch, Transfer und regionale Wirkung

1. Konferenzprofil: Thema, Standort und internationale Reichweite

Das 29. G-Forum – die Interdisziplinäre Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand – fand vom 16. bis 18. September 2026 erstmals in der Lausitz in Cottbus statt. Die Konferenz wurde vom FGF (Forschungsnetzwerk Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand e.V.) getragen und in Cottbus gemeinsam von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL-CT) ausgerichtet; die BTU fungierte dabei als federführender lokaler Partner. Die lokale Kongressleitung lag bei Prof. Dr. Eckhard Nagel für die MUL-CT und Prof. Dr. Diemo Urbig für die BTU. Insgesamt nahmen 175 Personen teil. Auch räumlich spiegelte sich die gemeinsame Ausrichtung wider: Das Doktorand*innen- und Post-Doc-Programm am 16. September fand an der MUL-CT statt, während die Hauptkonferenz am 17. und 18. September im Zentralen Hörsaalgebäude der BTU durchgeführt wurde.

Das G-Forum ist die zentrale jährliche wissenschaftliche Konferenz des FGF und eine wichtige Plattform für die Forschungscommunity zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand. 2026 waren an den vorgestellten Arbeiten Autorinnen und Autoren aus Institutionen in 18 Ländern auf sechs Kontinenten beteiligt. Neben wissenschaftlichen Beiträgen prägten internationaler Austausch, Transfer, Nachwuchsförderung und regionale Vernetzung das Programm.

Das Leitthema des G-Forums 2026 lautete "Crossing Boundaries - Interdisciplinary Entrepreneurship between Technology, Health and Society". Im Zentrum stand die Schnittstelle zwischen unternehmerischer Praxis und Innovation im Gesundheitswesen, eingebettet in die breiteren FGF-Säulen Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand.

Der Gesundheitsfokus ging über klassische Hightech-Start-ups hinaus. Diskutiert wurden unter anderem die Veränderung von Gesundheitssystemen, der Transfer von Innovationen in die Praxis, unternehmerische Kompetenzen im medizinischen und pflegerischen Bereich sowie die besonderen Bedingungen eines stark regulierten Gesundheitssektors.

Der Standort verlieh diesen Fragen besondere Relevanz: Die Lausitz befindet sich im tiefgreifenden Strukturwandel, während die neu gegründete MUL-CT Forschung, medizinische Versorgung und die Transformation des Gesundheitswesens miteinander verbindet. Gemeinsam boten MUL-CT und BTU damit einen Standort, an dem technologische Innovation, Digitalisierung, Gesundheitsversorgung und Entrepreneurship nicht nur diskutiert werden, sondern Teil laufender regionaler Transformationsprozesse sind.

2. Wissenschaftliche Qualität und Auszeichnungen

Begutachtung und Proceedings

Das G-Forum 2026 verband thematische Breite mit einer formalen wissenschaftlichen Begutachtungsstruktur. Wissenschaftliche Full-Paper-Einreichungen wurden im Double-Blind-Review-Verfahren begutachtet und erhielten zusätzlich ein entwicklungsorientiertes Review. Abstracts und praxisorientierte Beiträge durchliefen, wie auch die verschiedenen Präsentationen wissenschaftlicher Poster, einen internen Review-Prozess beim Konferenzboard. Damit verband die Konferenz wissenschaftliche Forschung mit Beiträgen zu Umsetzung und Praxis. Die Abstracts von Full-Paper-Beiträgen, reinen Abstracts, Praxis-Paper-Beiträgen und Postern sind – sofern die Zustimmung der AutorInnen vorliegt – zur Aufnahme in die neue Ausgabe der FGF Conference Proceedings vorgesehen und dokumentieren damit zusätzlich die wissenschaftlichen Ergebnisse der Präsentationen. Ein umfangreiches Award-Programm würdigte unter den Full-Paper-Einreichungen besonders herausragende Arbeiten in den vom FGF vertretenen Themenfeldern.

Auszeichnungen

Beim Gesellschaftsabend wurden fünf Awards verliehen. Sie würdigten Entrepreneurship-Forschung, Nachwuchsforschung, Familienunternehmen und Mittelstand, Technologie- und Innovationsmanagement sowie herausragende Forschung auf Master-Niveau.

Die Förderinstitutionen und Dotierungen sind in der folgenden Übersicht ausgewiesen.

AwardPreisträger*innenAusgezeichneter BeitragFörderung
KSG Entrepreneurship Research Award 2026Jana Riemann; Dr. Carolin Krieweth; Prof. Dr. Malte BrettelTechnology hype and new venture funding: The role of collective expectations and location in entrepreneurial hubsKarl Schlecht Stiftung (KSG) | 4.000 EUR
Entrepreneurship Research Newcomer Award 2026Anika ThurowThe Lone(ly) Wolf: How Loneliness in Entrepreneurs Relates to Exploration and Exploitation Behaviors - The Role of Need MotivationStiftung für die Wissenschaft der Sparkassen Finanzgruppe | 1.000 EUR
Family Business and Mittelstand Research Award 2026David Sauer; Prof. Dr. Nadine Kammerlander; Prof. Dr. Andreas Hack; Dr. Fergus Neville; Assoc. Prof. Dr. Niklas K. SteffensThe "Dark Side" of Identification in Family Firms: How Identification Fosters Unethical Pro-Organizational BehaviorEQUA-Stiftung | 1.000 EUR
Norbert Szyperski Technologie- und Innovationsmanagement Award 2026Prof. Dr. Michael Mödl; Marcos BalmacedaPlatform Certification as a Substitute for Reputation: Effects of Mandatory AI DisclosureSzyperski Stiftung | 2.000 EUR
Student Award 2026Käthe WalzPatterns and Dynamics of Entrepreneurial Fraud: A Qualitative Analysis of SEC ComplaintsBTU Gründungsservice und Fachgebiet ABWL, insbesondere Planung, Innovation und Gründung | 1.500 EUR zur Ermöglichung der G-Forum-Teilnahme der drei nominierten Autor*innen

Diese wissenschaftliche Breite spiegelte sich auch in den internationalen Keynotes und den zentralen Debatten des Hauptprogramms wider.

3. Internationale Keynotes und wissenschaftliche Debatten

Internationale Keynotes

Im Eröffnungsplenum traten zwei internationale Keynote-Speaker auf, deren Profile eng zum Konferenz­thema passten. Prof. Phillip H. Phan von der Johns Hopkins University arbeitet an der Schnittstelle von Strategie, Entrepreneurship, technologischer Innovation und Gesundheitswesen. Seine Keynote "Entrepreneurship and Innovation in Health Services in the Age of Artificial Intelligence" verband diese Perspektiven unmittelbar.

Phillip H. Phans Beteiligung ging über das Plenum hinaus: Er wirkte am Publishing-Panel mit und stand im Post-Doc Workshop für individuelle One-to-one-Gespräche zu Forschungsprofilen und Karriereentwicklung zur Verfügung.

Prof. Dr. Ole Petter Ottersen brachte ein komplementäres Profil als Arzt, Neurowissenschaftler und erfahrener Hochschulleiter ein. Er war zuvor Präsident des Karolinska Institutet und Rektor der Universität Oslo. Seine Keynote "Beyond Publications: How Universities Transform Health through Innovation, Entrepreneurship, and Strategic Partnerships" thematisierte die Rolle von Universitäten bei der Überführung von Forschung in institutionelle, klinische und gesellschaftliche Wirkung, insbesondere mit Bezug zur Vorsorge.

Weitere Keynote-Beiträge kamen von Christian Lüdtke von der Bryck Startup Alliance mit "Entre­pre­neurship is Champions League" im gemeinsamen Programm von Doktorand*innenkolloquium und Post-Doc Workshop sowie von Tobias Dünow, Wissenschaftsstaatssekretär des Landes Brandenburg, beim Gesellschaftsabend.

Tobias Dünow betonte Brücken zwischen Forschung, Entrepreneurship und Anwendung sowie die Entwicklung eines Innovationsökosystems in der Lausitz. Beim Gesellschaftsabend suchte er zudem gezielt vertiefende Gespräche mit Forschenden, um Ideen und Perspektiven für die Weiterentwicklung von Entrepreneurship und Innovation in Brandenburg aufzunehmen.

Publishing-Panel

Die erste große Podiumsdiskussion befasste sich mit "Successfully Publishing at the Intersection of Entrepreneurship, Innovation, Healthcare Systems, and Medicine". Beteiligt waren Brian S. Anderson (University of Kansas), Jörn Block (Universität Trier), Carina Lomberg (DTU, Dänemark), Ole Petter Ottersen (MUL-CT) und Phillip H. Phan (Johns Hopkins University). Die Moderation übernahm Prof. Matthias Baum (Universität Bayreuth), Präsident des FGF.

Die Teilnehmenden verbanden Expertise aus strategischem Entrepreneurship, Methodik, Innovationsmanagement, Psychologie, Medizin und Gesundheitsinnovation. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie interdisziplinäre Forschung überzeugend positioniert und in weiterhin stark disziplinär organisierten Publikationsstrukturen veröffentlicht werden kann.

4. Transfer, Praxis und regionale Vernetzung

Praxispodiumsdiskussion

Die zweite Podiumsdiskussion widmete sich dem Thema "Erfolgreicher Transfer von Entrepreneurship- und Innovationsforschung in die Praxis: Ökosysteme, Wissenstransfer und gesellschaftlicher Impact". Beteiligt waren Julia Backhaus (MUL-CT), Jannis Gilde (Startup Verband), Dr. Natalia Gorynia-Pfeffer (RKW Kompetenzzentrum), Christoph Krüger (JUNI, Berlin-Brandenburg Startup Factory), Dr. Francesco Pisani (Deloitte), Dr. Steffen Preissler (Fraunhofer ISI) und Dr. Markus Schwenke (Lausitz Science Park / Gründungsökosystem Lausitz).

Prof. Dr. Christine Volkmann (Bergische Universität Wuppertal / Jackstädtzentrum für Unternehmertums- und Innovationsforschung) moderierte die Diskussion. Dr. Markus Schwenke eröffnete sie mit einem Impuls aus der Arbeit des Lausitz Science Park und des regionalen Gründungsökosystems. Die Kombination aus Forschungs- und Ökosystemperspektive verband wissenschaftliches Wissen mit Transfer, Unternehmenspraxis, Gesundheitswesen und regionaler Innovationspolitik.

Auch im Konferenzfoyer wurde der Austausch zwischen Wissenschaft, Publikationspraxis und regionalem Innovationsökosystem sichtbar. Springer und Nomos präsentierten ihre Verlagsprogramme, während der Lausitz Science Park seine Aktivitäten und die Entwicklung des regionalen Innovationsökosystems vorstellte. Die Stände lagen unmittelbar bei den Kaffee- und Kuchenstationen vor den Sessionräumen und waren damit während der Pausen direkt in den informellen Austausch der Teilnehmenden eingebunden.

STAR*PARADE und regionales Gründungsökosystem

Parallel zur Hauptkonferenz fand am 17. September 2026 der von der MUL-CT organisierte STAR*PARADE Pitch-Tag in der Kategorie "Gesundheit" in unmittelbarer Nähe der BTU statt.

Die Gesundheitspitches wurden live in das Konferenzfoyer übertragen. Dadurch traf die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Entrepreneurship und Innovation unmittelbar auf konkrete unternehmerische Ideen aus dem regionalen Ökosystem.

Neben Transfer und Anwendung stellte das G-Forum zugleich die Entwicklung unternehmerischer Kompetenzen, wissenschaftlicher Karrieren und empirischer Forschung in den Mittelpunkt.

5. Unternehmerische Bildung, Nachwuchsförderung und Forschungsinfrastruktur

Zugleich erweiterte der FGF seine Nachwuchsangebote: Neben dem etablierten Doktorand*innen­kolloquium fand erstmals ein eigener Post-Doc Workshop statt. Hinzu kam der neue Student Award 2026 für Masterarbeiten. Damit adressierte das G-Forum mehrere Stufen wissenschaftlicher Entwicklung.

Doktorand*innenkolloquium

Das FGF-Doktorand*innenkolloquium bot Promovierenden einen eigenen Rahmen zur Diskussion laufender Projekte mit etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die gemeinsame Eröffnung durch Prof. Dr. Eckhard Nagel, Prof. Dr. Matthias Baum, Prof. Dr. Christoph Stöckmann und Prof. Dr. Diemo Urbig verband MUL-CT, FGF und BTU.

Das Programm umfasste unter anderem Sessions zu FGF meets health / MUL-CT, AI, Evaluation & Innovation, Representation & Narratives, Decisions & Communication sowie Innovation, Platforms & Borders. Im Zentrum stand die Weiterentwicklung laufender Forschung durch Austausch mit erfahrenen Forschern und Forscherinnen.

Post-Doc Workshop

Ein neues Element im Jahr 2026 war der erste eigene FGF Post-Doc Workshop. Er behandelte Karrierewege und Profilentwicklung, internationale Kooperationen, Bewerbungen und akademische Positionierung, Karrierewege an Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie Strategien für die Postdoc-Phase.

Internationale Perspektiven kamen unter anderem von Prof. Brian Anderson von der University of Kansas sowie von Forschenden aus Deutschland, Italien und den Niederlanden.

Besonders prägend waren individuelle Gespräche mit erfahrenen Forschenden. Die Teilnehmenden gaben Präferenzen an und konnten zwei jeweils 25-minütige One-to-one-Gespräche erhalten.

Zu den verfügbaren Senior Scholars gehörten die Professorinnen und Professoren Brian Anderson, Matthias Baum, Jörn Block, Julia Kensbock, Andreas Kuckertz, Nils Högsdal, Phillip H. Phan, Philip Steinberg und Christoph Stöckmann.

Das Format ermöglichte konkrete Gespräche über Forschungsentwicklung, Publikationsstrategie, internationale Positionierung, Karriereentscheidungen und mögliche Kooperationen und verankerte die internationale Dimension der Konferenz unmittelbar im Mentoring.

Unternehmerische Bildung und innovative Pädagogik

Entrepreneurship Education war sowohl wissenschaftlich als auch anwendungsorientiert im Programm vertreten. Stefanie Schiemenz thematisierte mit "Gründung und Nachfolge gehören in die Grundschule" frühe Entrepreneurship Education. Weitere Beiträge behandelten die Co-Creation internationaler Curricula und den Einfluss unternehmerischer Stereotype auf wahrgenommene Passung. Ein Poster zum Projekt iCCiEE ergänzte die interkulturelle Perspektive. Besonders praxisnah war Janina Rüger-Aamots Workshop "PraxisLab Rollenspiel", in dem die Teilnehmenden Führungs- und Nachfolgesituationen in einem fiktiven Familienunternehmen erlebten, Entscheidungen unter Unsicherheit trafen und ihr Handeln reflektierten. Damit reichte das Spektrum von früher Bildung und Curriculum-Entwicklung bis zu erfahrungsorientierten Lernformaten.

ZEW-Workshop: Zugang zu Forschungsinfrastruktur

Ein weiterer sehr gut angenommener Bestandteil war der von Elisa Rodepeter geleitete ZEW-Workshop "The IAB/ZEW start-up panel: a hands-on introduction for applied researchers".

Die Sitzung führte in das IAB/ZEW-Gründungspanel ein, einen seit 2008 erhobenen repräsentativen Längsschnittdatensatz zu neu gegründeten Unternehmen in Deutschland. Behandelt wurden Design, Stichprobenstruktur, Fragebögen, zentrale Variablen, Forschungsmöglichkeiten und Datenzugang. Der Hands-on-Charakter half den Teilnehmenden zudem, die Eignung des Datensatzes für eigene empirische Projekte einzuschätzen.

Der Workshop wurde sehr positiv aufgenommen und weckte auch bei internationalen Gästen, darunter Prof. Phillip H. Phan, Interesse. Er ergänzte die Konferenz um einen unmittelbar nutzbaren Zugang zu hochwertiger Forschungsinfrastruktur.

6. FGF-Arbeitskreise

Auch auf dem diesjährigen G-Forum haben sich verschiedene FGF-Arbeitskreise getroffen, um sich zu aktuellen Forschungsthemen auszutauschen. Dazu zählen der FGF-Arbeitskreis Familienunternehmen unter Leitung von Prof. Andreas Hack (Universität Bern) sowie der FGF-Arbeitskreis Inclusive Entrepreneurship unter Leitung von Prof. Simone Chlosta (FOM Hochschule für Oekonomie & Management). Außerdem haben Prof. Hannes Thees (KU Eichstätt-Ingolstadt) und Dr. Florian Täube (RKW Kompetenzzentrum) die Gründung eines neuen FGF-Arbeitskreises Entrepreneurship Transfer, Policy & Practice (ETPP) angeregt. Ein von ihnen geleiteter Workshop diskutierte basierend auf Impulsen von Prof. Jörn Block (Universität Trier), Dr. Armgard Wippler (BMWE), Jannis Gilde (Startup Verband) und Philipp Flauger (MYCO), mögliche Forschungsthemen und Kooperationsformen. Es wird angestrebt, diese Fragen zu Entrepreneurship-Transfer, Public Policy, Ökosystementwicklung und praktischer Umsetzung über die Konferenz hinaus im Rahmen des FGF weiter zu bearbeiten.

Neben diesen formalen Forschungs- und Entwicklungsformaten war das G-Forum auch in diesem Jahr der Kontext, in dem die Mitgliederversammlung stattfand. Am Mittwoch nach den Nachwuchsworkshops war die MUL-CT auch Gastgeber für diesen Teil des Programmes.

7. Informeller Austausch und Konferenzkultur

Get-together am Mittwoch

Am Abend des 16. September fand in der Strandpromenade/Almhütte Cottbus ein gemeinsames Get-together für Teilnehmende des Doktorand*innenkolloquiums, des Post-Doc Workshops und der Hauptkonferenz statt. Die finanzielle Unterstützung der MUL-CT ermöglichte ein Buffet ohne zusätzliche Kosten und schuf einen informellen Rahmen für den frühen Austausch zwischen Promovierenden, Postdocs, Senior Scholars und internationalen Gästen.

Gesellschaftsabend / Conference Dinner

Der Gesellschaftsabend / das Conference Dinner am 17. September fand in der Alten Chemiefabrik in Cottbus statt. Der Veranstaltungsort verweist auf die Industriegeschichte von Cottbus: Das historische Gebäudeensemble entstand im Umfeld der Cottbuser Tuchindustrie und wurde später von den Chemischen Werken Cottbus genutzt. Damit bot die Alte Chemiefabrik einen passenden regionalhistorischen Rahmen für eine Konferenz, die sich auch mit Transformation und strukturellem Wandel beschäftigte. Der Abend selbst verband das offizielle Programm, eine Keynote von Tobias Dünow, Wissenschaftsstaatssekretär des Landes Brandenburg, und die Verleihung der wissenschaftlichen Awards und des Student Award mit einer ausgesprochen geselligen Atmosphäre. Hervorragendes Essen, intensive persönliche Gespräche und eine Feier, bei der zahlreiche Teilnehmende bis Mitternacht tanzten, machten den Gesellschaftsabend zu einem sozialen Höhepunkt der Konferenz.

Die Vielfalt dieser wissenschaftlichen, transferorientierten und sozialen Formate war nur durch breite institutionelle und persönliche Unterstützung möglich.

8. Organisation und Unterstützung

Die Durchführung des G-Forums 2026 beruhte auf breiter institutioneller und persönlicher Unterstützung. Die MUL-CT, die BTU Cottbus-Senftenberg und der Lausitz Science Park leisteten substantielle finanzielle und organisatorische Beiträge. Der Wissens- und Technologietransfer der BTU unterstützte die Umsetzung wesentlich. Besondere Anerkennung gebührt Katrin Erb für ihr organisatorisches Engagement bei Planung und Durchführung auf Seiten der BTU.

Darüber hinaus trugen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, Forschende und Studierende zur praktischen Umsetzung bei. Insgesamt reichte die Unterstützungsstruktur damit deutlich über das wissenschaftliche Programmkomitee hinaus und verband BTU, MUL-CT, Lausitz Science Park, Wissens- und Technologietransfer, Entrepreneurship-Infrastruktur und FGF.

9. Gesamtbedeutung des G-Forums 2026 in Cottbus

Insgesamt verband das G-Forum 2026 wissenschaftliche Qualität, internationale Expertise, Interdisziplinarität, Nachwuchsförderung, Praxisorientierung und regionale Einbettung. Keynotes, Panels und ausgezeichnete Beiträge machten die thematische Breite von Entrepreneurship, Innovation, Gesundheit und Mittelstand sichtbar.

Über klassische Konferenzformate hinaus boten das Doktorand*innenkolloquium, der erste Post-Doc Workshop, Entrepreneurship Education, die FGF-Arbeitskreise und der ZEW-Workshop konkrete Entwicklungs- und Lerngelegenheiten.

Die Praxisdiskussionen, die STAR*PARADE im Konferenzfoyer und der Austausch mit Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow verbanden die wissenschaftliche Community unmittelbar mit regionalem Unternehmertum, Transfer und Wissenschaftspolitik.

Für Cottbus und die Lausitz lag die besondere Bedeutung darin, eine nationale und internationale Forschungscommunity in eine Region zu bringen, in der Strukturwandel, neue Hochschulstrukturen, Gesundheitsinnovation, Entrepreneurship und Ökosystementwicklung gleichzeitig voranschreiten. Der besondere Wert des G-Forums lag damit in der Dichte der Verbindungen zwischen Disziplinen, Karrierestufen, Wissenschaft, Praxis, Politik und regionaler Transformation.