Forschung am Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie

Die Forschungsprojekte am Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie untersuchen die vielfältigen Zusammenhänge von Technik, Gesellschaft und Umwelt im Kontext von sozialem Wandel.

Wir arbeiten anwendungsnah, inter- und transdisziplinär sowie transformationsorientiert.

Aktuelle Forschungsprojekte:

Interdisziplinäres Kolleg im Stipendienschwerpunkt „Besser wirtschaften und leben in Kreisläufen – Transformationspotentiale der Circular Economy

Im Kolleg erforschen 10-15 Stipendiat*innen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven die Entstehungs- und Gelingensbedingungen sowie die Transformationspotentiale verschiedener Ansätze der Circular Economy. Im Kolleg werden Herausforderungen einer Circular Economy im gesamten Lebenszyklus von Produkten und für ein nachhaltiges Wirtschaften und Leben in Kreisläufen adressiert. Dies betrifft insbesondere Fragen aus sozial‑, geistes-, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen sowie künstlerischen Fachgebieten, aber auch aus technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen. Im Rahmen eines Begleitprojektes soll eine möglichst breit aufgestellte interdisziplinäre Kohorte im Rahmen verschiedener gemeinschaftlicher Workshops und weiterer Aktivitäten zu einem transdisziplinären Austausch beitragen und dabei sowohl das interdisziplinäre Lernen sowie das Entstehen eines möglichst dauerhaften Netzwerkes im Wissenschaftsraum vorantreiben. Zudem soll von diesem Netzwerk ein Impuls in Richtung der Gesellschaft ausgehen und mit den Mitteln moderner Wissenschaftskommunikation zu einem breiten Diskurs beitragen.

Care & Repair – Förderung der Fürsorge für Gegenstände als neue Form der Verantwortungsübernahme und globalen Solidarität (CaReSo)

  • Gefördert durch: BMJV
  • Laufzeit: Juni 2021 - November 2022
  • Kooperationspartner: TU Berlin, anstiftung, Stiftung Pfefferberg            
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Magdalena Meißner,  Melanie Jaeger-Erben

Das Ziel von CaReSo ist es, zum einen das Potential des gemeinschaftlichen Reparierens von Konsumgegenständen im Rahmen von Reparaturinitiativen als Form der Übernahme der Verantwortung für nachhaltige Entwicklung und für die Entstehung einer neuen globalen Solidarität zu untersuchen. Zum anderen soll betrachtet werden, welche Lernprozesse im Sinne des transformativen Lernens, im Rahmen von gemeinschaftlichem Reparieren stattfinden und welche Herausforderungen und Gelingensbedingungen sich hierbei identifizieren lassen. Auf dieser Basis sollen Lehransätze für die weitere Diffusion der Idee des gemeinschaftlichen Reparierens in breitere Bildungskontexte entwickelt und erprobt werden. Hierfür werden Realexperimente mit Bürger*innen durchgeführt sowie nach dem Ansatz des Participatory Action Research mit Lehrenden Formate entwickelt, um Reparieren als Lernansatz in Schulen zu fördern.

Circular Consumer Practices and Circular Society - Marie Curie Innovative Training Network (ITN) C-PlaNet (Circular Plastics Network)

  • Gefördert durch: EU-Horizon 2020
  • Laufzeit: Januar 2020 - Dezember 2024
  • Kooperationspartner: Ghent University, TU of Denmark, TU Eindhoven, Montanuniversität Loeben, KU Leuven, Friedrich-Alexander-Unversity Erlangen-Nürnberg, Aristotle University Thessaloniki
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Mubarik Kassim Rabiu, Melanie Jaeger-Erben

Die Einbindung von Kunststoffen in die Kreislaufwirtschaft ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. C-PlaNeT legt den Grundstein für eine neue Kunststoffwirtschaft durch ein gemeinsames europäisches Promotionsprogramm, das 15 Nachwuchsforscher ausbildet, die Teil einer neuen Generation von Wissenschaftlern, Ingenieuren und politischen Entscheidungsträgern für die Kreislaufwirtschaft der EU werden sollen, die das Design, die Verarbeitung, die Verwendung und die Wiederverwendung von Kunststoffen umfassen muss. Jeder ESR, der seine Forschungskompetenzen zusammen mit einem Betreuer und Co-Promotor entwickelt, stellt ein Teil des Puzzles dar und profitiert gleichzeitig davon, dass er Teil eines Projektteams mit 14 anderen ESR und ihren Betreuern ist, die andere Teile des Lebenszyklus abdecken und sich gegenseitig im Hinblick auf den Lebenszyklusgedanken und eine nachhaltigere Zukunft für Kunststoffe herausfordern.

*begonnen an der TU Berlin/ weitergeführt an der BTU Cottbus

Verbundprojekt MoDeSt "Produktzirkularität durch modulares Design – Strategien für langlebige Smartphones"

  • Gefördert durch: BMBF - „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe (ReziProK)“
  • Laufzeit: Juli 2019 - Juni 2022
  • Kooperationspartner: Fraunhofer IZM, Leuphana Universität Lüneburg, Shift GmbH, AfB gGmbH
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Sabine Hielscher, Melanie Jaeger-Erben

Modulare Smartphones haben das Potential, sowohl technischen Fortschritt durch Upgrades abzubilden, als auch sich wandelnden Konsumbedürfnissen zu entsprechen. Dadurch werden längere Nutzungsdauern ermöglicht, die die Zahl der Geräte und damit verbundene Umweltwirkung senken. Um positive Potentiale der Modulbauweise (oder: des modularen Designs?) zu entfalten und negative Aspekte (oder: unerwünschte Folgen) zu minimieren, werden technische, soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen für Modulkonzepte exploriert und Lösungsansätze entwickelt.Das innovative Projekt umfasst ein breitgefächertes, transdisziplinäres Konsortium. Die Integration von Forschung und Praxis sowie technische und sozialwissenschaftliche Kompetenzen bilden die Basis für eine ganzheitliche Bearbeitung der Forschungsaufgabe. In den Arbeitspaketen der TU Berlin werden Nutzer*innenerwartungen und  –praktiken qualitativ und quantitativ untersucht. In sogenannten Living-Labs wird ein offener Innovationsraum für Akteure aus Industrie und Forschung geschaffen. Das Projekt wird vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe (ReziProK)“ von 2019 bis 2022 gefördert.

SÖF-Nachwuchsgruppe "Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit - Ursachen und Alternativen (OHA)"

  • Gefördert durch: BMBF – SÖF-Nachwuchsgruppen
  • Laufzeit: Juli 2016 - Juni 2022
  • Fördermittelempfänger: TU Berlin, Fraunhofer IZM
  • Leitung: Melanie Jaeger-Erben

Viele Produkte des 21. Jahrhunderts verursachen sowohl bei der Produktion als auch bei der Entsorgung signifikante Umweltauswirkungen. Allein in Deutschland fallen jährlich etwa 1,9 Mio t Elektroschrott an. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung sind schnellebige Produkte und kurze Nutzungsdauern. Im öffentlichen Diskurs wird als Begründung für die kurzen Nutzungsdauern oft der Begriff „Obsoleszenz“ genannt. Vermutet wird dabei, dass ein Produkt, verglichen mit einem technisch möglichen Idealzustand, frühzeitig veraltet und nicht mehr gebrauchsfähig ist oder als nicht mehr funktional und brauchbar betrachtet wird. Die Nachwuchsforschungsgruppe hat zum Ziel, die Gründe für obsolet werdende Elektronikprodukte und verkürzte Nutzungsdauern zu erforschen und Strategien für einen nachhaltigeren Produktkonsum auf technischer, sozialer, gesellschaftspolitischer und ökonomischer Ebene zu entwickeln und zu bewerten. Obsoleszenz wird dabei als ein Oberbegriff für eine Bandbreite unterschiedlicher sozio-technischer Phänomene betrachtet, die jeweils unter der Berücksichtigung der Handlungslogiken und Praktiken von Akteuren in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – Wirtschaft, Produktion, Handel, Konsum, Politik –  und ihrer Interaktionen rekonstruiert werden müssen. Die Nachwuchsgruppe wird im Rahmen der Sozial-Ökologischen Forschung des BMBF (FONA) von 2016 bis 2022 gefördert. Im Rahmen des Projekts wurde die Plattform Lang lebe Technik! entwickelt, die an der BTU Cottbus weiter entwickelt wird.