Forschung am Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie

Die Forschungsprojekte am Fachgebiet Technik- und Umweltsoziologie untersuchen die vielfältigen Zusammenhänge von Technik, Gesellschaft und Umwelt im Kontext von sozialem Wandel.

Wir arbeiten anwendungsnah, inter- und transdisziplinär sowie transformationsorientiert.

Aktuelle Forschungsprojekte:

BigTrans - Bedürfnisorientierte Integrierte Gesamtlösungen bei der Installation von EE-Großanlagen für eine
gesellschaftlich gestaltete Transformation

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

  • Laufzeit: April 2023- März 2026
  • Kooperationspartner*in: Forschungs- und Transferzentrum Nachhaltigkeit Neuburg (ForTraNN) der Technischen Hochschule Ingolstadt
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Andrea Vetter, Astrid Preis, Melanie Jaeger-Erben

Die anstehende Energiewende und der einhergehende Ausbau Erneuerbarer Energien aus Photovoltaik und Wind bringen gesellschaftspolitische Herausforderungen mit sich, denen mit fairen und transparenten Ansätzen zur Partizipation der Bürger*innen begegnet werden kann. Vor diesem Hintergrund widmet sich das transdisziplinär angelegte Projekt BigTrans neuen Kooperations- und Entscheidungswegen zwischen Kommunen, Projektentwickler*innen und lokalen Akteur*innen in Bezug auf die Planung, Genehmigung, Beteiligung und Umsetzung von Erneuerbare Energien-Großprojekten. Davon ausgehend, dass partizipativ entwickelte und regional integrierte Erneuerbare Energien - Anlagen Chancen für tiefgreifende regionale Transformationsprozesse darstellen, hat das Forschungsvorhaben zum Ziel, innovative Ansätze für eine transdisziplinäre Projektentwicklung auszuarbeiten und zu ergründen. Das gemeinsame Endprodukt des Teams aus Forschenden der THI und der BTU ist ein Transformationsbaukasten für transdisziplinäre Projektentwicklung von regional-integrierten EE-Großanlagen, den alle relevanten Stakeholder in unterschiedlichen Zusammenhängen einsetzen können.

BMBF-Projekt "SensEM - Citizen Science Toolkit zur Erforschung der Luftqualität im öffentlichen Raum"

SensEm ist ein Citizen Science Projekt zur partizipativen, flächendeckenden und kontinuierlichen Messung, Analyse und Visualisierung der Luftqualität im öffentlichen Raum durch Bürger:innen und der Nutzbarmachung dieser Daten für die Allgemeinheit (Open Data).
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines wiederverwendbaren, digitalen Toolkits, das den gesamten Citizen Science Forschungszyklus unterstützt, von der Bekanntmachung und Akquise der Nutzer:innen über die Definition der Forschungsfrage, Planung, Koordination und Durchführung der Messungen bis hin zur Auswertung und Verwertung der Daten und das die Einhaltung gewisser Methoden und Best-Practices in dem Prozess sicherstellt. Die Entwicklung des Toolkits durch Scholz & Volkmer gemeinsam mit dem Fraunhofer IZM mit Erfahrungs-, Methoden- und Konzeptwissen zu unterstützen und zu begleiten, ist eine erste Teilaufgabe der BTU Cottbus. Eine zweite Teilaufgabe bezieht sich auf die formative und summative Evaluation der Umsetzung der gemeinsamen Forschung im Hinblick auf Teilhabe, Beteiligung und Beteiligungswirkung. Im Vorderrund steht dabei die Frage, wie sich Teilhabeformate auf die Beteiligung auswirken und welche Wirkung diese wiederum auf die Identität und Kompetenz der Citizen Scientists hat. Damit zusammenhängend ergibt sich eine dritte Teilaufgabe, die sich auf die Wirkung der Beteiligung auf das eigene Alltagshandeln, insbesondere im Bereich der alltäglichen Mobilität bezieht.
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Eigenforschungs-Projekt "Disrupted Systems - Disrupted Routines"

  • Gefördert durch: Eigenmittel
  • Laufzeit: seit September 2023
  • Kooperationspartner: Wageningen University, Aalborg University, University of Oslo, University of Geneva, Adam Mickiewicz University Poznan
  • Mitarbeitende: Melanie Jaeger-Erben, Mubarik Kassim Rabiu

The war against Ukraine has a massive impact on the energy supply structures of European countries and resulted in energy price spikes directly affecting the everyday routines of European households, that are heavily dependent on reliable and affordable energy systems of provision. In addition to increased costs for electricity and gas and the general standard of living, the fragility of energy systems is becoming more noticeable in everyday life and comprehensive adjustments to energy practices and routines as well as expectations of comfort seem necessary. In 2022, a Europe-wide working group was formed in order to examine these adaptations and the associated challenges comprehensively and in a cross-country comparison. In total nine European countries are participating with a mixture of quantitative and qualitative methods. A core activity is a representative survey in six European countries (Denmark, Germany, the Netherlands, Norway, Poland and Switzerland) on the changes in energy related practices in various everyday areas such as heating, cooking. Among other things, the question of the relationship between system disruptions and disruptions to everyday life will be investigated, and what opportunities and also challenges arise for a more comprehensive transformation in the direction of resource-saving energy use.

DBU-Stipendium: Aus der Sackgasse in den Kreislauf Chancen und Herausforderungen von innovativen Produktkreisläufen im Kontext privater Haushalte

  • Gefördert durch: DBU Stipendienprogramm
  • Laufzeit: Januar 2023 - Dezember 2026
  • Stipendiatin: Marlene Eimterbäumer

Die Arbeit von Marlene Eimterbäumer fokussiert die Praktiken des Lagerns, Hortens und Sortierens und wie diese zu großen Mengen ungenutzter Dinge in Haushalten führen. Zu diesen Praktiken und ihren sozial-ökologischen Kosten gibt es im Kontext der Nachhaltigkeitsforschung noch wenig Forschung. Sie kombiniert dabei eine „Inventur“ ungenutzter Dinge in Privathaushalten mit der Reflektion und Hebung von Potentialen, diese für zirkuläre Wertschöpfungsnetzwerke zu gewinnen. Auf Basis von "Keller-Interviews" sowie Realexperimenten wird exploriert, welche Potentiale und Barrieren sich finden, ungenutzte Dinge in den Kreislauf zu bringen und einen ressourcenleichteren Konsum zu fördern.

BMBF-Projekt "WIRinREGIONEN – Zusammenwirken in Regionen: Neue Gemeinschaftlichkeit und soziale Innovationen für zukünftige Regionen"

  • Gefördert durch: BMBF - Region innovativ
  • Laufzeit: November 2022 - Oktober 2025
  • Kooperationspartner: Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung e.V.
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Andreas Huber, Melanie Jaeger-Erben

Strukturschwache Regionen sind mit besonderen und vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Daher müssen gerade hier neue Wege beschritten, Experimente gewagt und neue Formen der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens entwickelt werden. Die Zukunftsfähigkeit einer Region hängt entscheidend davon ab, dass soziale Innovationen wichtige gesellschaftliche Umgestaltungsprozesse anstoßen und vollziehen. Ziel des Projektes ist es, die gesellschaftliche Transformationsfähigkeit von strukturschwachen Regionen zu untersuchen und Einflussfaktoren für deren Gestaltung zu identifizieren. Im Zentrum steht die Frage: Wie lassen sich die Ökosysteme sozialer Innovation im regionalen Innovationskontext verorten und welche Beiträge leisten sie insbesondere in strukturschwachen Regionen zu einer gesellschaftlichen Innovations- und Transformationsfähigkeit? Das Projekt verortet soziale Innovationsprozesse erstmalig theoretisch und empirisch in der Analyse regionaler Innovationsökosysteme. Damit folgt es aktuellen Entwicklungen in der Innovationsforschung, soziale Innovationen in ihrem institutionellen Kontext zu untersuchen. Gemeinsam mit den lokal vernetzten Praxispartnern, den Vereinen „Wertewandel“, „Netzwerk Zukunftsorte“, „heimatBEWEGEN“ und dem Bundesverband Soziokultur, untersucht das Projektteam die regionalen Rahmenbedingungen für soziale Innovationsprozesse. Mit Hilfe von Innovationsbiographien werden die Innovationsökosysteme empirisch beschrieben. Auf diese Weise wird herausgearbeitet, wie verschiedene Formen sozialer Innovationen und das Zusammenwirken der Akteure vor Ort den sozial-ökologischen Umbau voranbringen und damit die nachhaltige Entwicklung strukturschwacher Regionen stärken.

BTU4Future -Klimaschutz partizipativ

An der BTU Cottbus-Senftenberg wird mit verschiedenen geographischen Maßstäben und aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven zum Klimawandel und Klimaschutz sowie zur nachhaltigen Entwicklung geforscht. Ob das Projekt der nachhaltigen Entwicklung gelingt, entscheidet sich jedoch nicht zuletzt daran, ob die vielfältigen Verschränkungen von Klimawandel, sozialer Ungerechtigkeiten und ungleicher Machtverhältnisse mit Umwelt- und Ressourcenproblematiken in ihrer Komplexität verstanden werden. Dafür braucht es geeignete Vermittlungsformate, die die Problematik der Klimakrise – als fachübergreifendes Querschnittsthema – beleuchten und in konkretes Handlungswissen übersetzen. Neben den vielen Einzelaktivitäten in Forschungsprojekten und in der Lehre einzelner Lehrstühle fehlt es an der BTU an einem übergreifenden Modul, das die vorhandenen Expertisen und Perspektiven bündelt, Synergien nachhaltig nutzbar macht und auch im Sinne einer Transferleistung in die Stadtgesellschaft wirkt. Ab dem Sommersemester 2022 wird das neue Modul BTU4Future angeboten, das Studierenden aller Fachrichtungen sowie der interessierten Öffentlichkeit einen umfassenden Überblick zur Klimaforschung der BTU bietet und so die inter- und transdisziplinäre Verständigung vorantreibt. Am 9./10.2. findet im Rahmen des Projekts das „BTU4Future-Festival“ statt.

Transdisziplinäres Projekt  "Roadmap to a Circular Society"

Das Projekt entwickelt auf Basis eines Co-Design-Ansatzes das Konzept der Circular Society inhaltlich, programmatisch und strategisch weiter. Dabei soll in Anlehnung und Erweiterung der “Circular Economy Roadmap für Deutschland” eine in globale Zusammenhänge und verschiedene gesellschaftliche Kontexte eingebettete „Circular Society Roadmap für Deutschland” entstehen. Ein Kernmerkmal des Co-Designs ist das transdisziplinäre Arbeiten. Transdisziplinär bedeutet hier, dass die Roadmap in Arbeitsgruppen aus wissenschaftlichen, politischen, zivilgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren gemeinsam konzipiert und erarbeitet wird – über verschiedene Disziplinen, Sektoren und Hierarchien hinweg. In der Konsequenz soll die finale Roadmap sowohl die wissenschaftliche, als auch die zivilgesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Nachhaltigkeitslandschaft informieren, inspirieren und unterstützen. Die vier transdisziplinären Arbeitsgruppen vertiefen jeweils zentrale Themen einer Circular Society (Circular Citizens und Communities, Open Source und Open Design, Kollaborative Wertschöpfung, Circular Literacy). Die (Zwischen-)Ergebnisse der Gruppen werden im Rahmen von zwei Circular Society Foren mit einer breiten Akteursgruppe diskutiert und validiert. Eine Circular Society Roadmap soll als Endergebnis des Projekts die Ergebnisse der Arbeitsgruppen bündeln. Die Ergebnisse umfassen u.a. ein wissenschaftliches Papier mit einer Forschungs- und Innovationsagenda für die Transformation zur Circular Society, eine Open Source-Plattform mit Good Practices, Tools und Wissensbausteinen zur Initiierung von Circular Society-Innovationen und ein Policy Paper mit politischen Handlungsempfehlungen. 

Interdisziplinäres Kolleg im Stipendienschwerpunkt „Besser wirtschaften und leben in Kreisläufen – Transformationspotentiale der Circular Economy

Im Kolleg erforschen 10-15 Stipendiat*innen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven die Entstehungs- und Gelingensbedingungen sowie die Transformationspotentiale verschiedener Ansätze der Circular Economy. Im Kolleg werden Herausforderungen einer Circular Economy im gesamten Lebenszyklus von Produkten und für ein nachhaltiges Wirtschaften und Leben in Kreisläufen adressiert. Dies betrifft insbesondere Fragen aus sozial‑, geistes-, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen sowie künstlerischen Fachgebieten, aber auch aus technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen. Im Rahmen eines Begleitprojektes soll eine möglichst breit aufgestellte interdisziplinäre Kohorte im Rahmen verschiedener gemeinschaftlicher Workshops und weiterer Aktivitäten zu einem transdisziplinären Austausch beitragen und dabei sowohl das interdisziplinäre Lernen sowie das Entstehen eines möglichst dauerhaften Netzwerkes im Wissenschaftsraum vorantreiben. Zudem soll von diesem Netzwerk ein Impuls in Richtung der Gesellschaft ausgehen und mit den Mitteln moderner Wissenschaftskommunikation zu einem breiten Diskurs beitragen.

Care & Repair – Förderung der Fürsorge für Gegenstände als neue Form der Verantwortungsübernahme und globalen Solidarität (CaReSo)*

Das Ziel von CaReSo ist es, zum einen das Potential des gemeinschaftlichen Reparierens von Konsumgegenständen im Rahmen von Reparaturinitiativen als Form der Übernahme der Verantwortung für nachhaltige Entwicklung und für die Entstehung einer neuen globalen Solidarität zu untersuchen. Zum anderen soll betrachtet werden, welche Lernprozesse im Sinne des transformativen Lernens, im Rahmen von gemeinschaftlichem Reparieren stattfinden und welche Herausforderungen und Gelingensbedingungen sich hierbei identifizieren lassen. Auf dieser Basis sollen Lehransätze für die weitere Diffusion der Idee des gemeinschaftlichen Reparierens in breitere Bildungskontexte entwickelt und erprobt werden. Hierfür werden Realexperimente mit Bürger*innen durchgeführt sowie nach dem Ansatz des Participatory Action Research mit Lehrenden Formate entwickelt, um Reparieren als Lernansatz in Schulen zu fördern.

*begonnen an der TU Berlin/ weitergeführt an der BTU Cottbus

Circular Consumer Practices and Circular Society - Marie Curie Innovative Training Network (ITN) C-PlaNet (Circular Plastics Network)

  • Gefördert durch: EU-Horizon 2020
  • Laufzeit: Januar 2020 - Dezember 2024
  • Kooperationspartner: Ghent University, TU of Denmark, TU Eindhoven, Montanuniversität Loeben, KU Leuven, Friedrich-Alexander-Unversity Erlangen-Nürnberg, Aristotle University Thessaloniki
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Mubarik Kassim Rabiu, Melanie Jaeger-Erben

Die Einbindung von Kunststoffen in die Kreislaufwirtschaft ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. C-PlaNeT legt den Grundstein für eine neue Kunststoffwirtschaft durch ein gemeinsames europäisches Promotionsprogramm, das 15 Nachwuchsforscher ausbildet, die Teil einer neuen Generation von Wissenschaftlern, Ingenieuren und politischen Entscheidungsträgern für die Kreislaufwirtschaft der EU werden sollen, die das Design, die Verarbeitung, die Verwendung und die Wiederverwendung von Kunststoffen umfassen muss. Jeder ESR, der seine Forschungskompetenzen zusammen mit einem Betreuer und Co-Promotor entwickelt, stellt ein Teil des Puzzles dar und profitiert gleichzeitig davon, dass er Teil eines Projektteams mit 14 anderen ESR und ihren Betreuern ist, die andere Teile des Lebenszyklus abdecken und sich gegenseitig im Hinblick auf den Lebenszyklusgedanken und eine nachhaltigere Zukunft für Kunststoffe herausfordern.

*begonnen an der TU Berlin/ weitergeführt an der BTU Cottbus

Verbundprojekt MoDeSt "Produktzirkularität durch modulares Design – Strategien für langlebige Smartphones"

  • Gefördert durch: BMBF - „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe (ReziProK)“
  • Laufzeit: Juli 2019 - März 2023
  • Kooperationspartner: Fraunhofer IZM, Leuphana Universität Lüneburg, Shift GmbH, AfB gGmbH
  • Beteiligte Mitarbeiter*innen: Sabine Hielscher, Melanie Jaeger-Erben

*verankert an der TU Berlin

Modulare Smartphones haben das Potential, sowohl technischen Fortschritt durch Upgrades abzubilden, als auch sich wandelnden Konsumbedürfnissen zu entsprechen. Dadurch werden längere Nutzungsdauern ermöglicht, die die Zahl der Geräte und damit verbundene Umweltwirkung senken. Um positive Potentiale der Modulbauweise (oder: des modularen Designs?) zu entfalten und negative Aspekte (oder: unerwünschte Folgen) zu minimieren, werden technische, soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen für Modulkonzepte exploriert und Lösungsansätze entwickelt.Das innovative Projekt umfasst ein breitgefächertes, transdisziplinäres Konsortium. Die Integration von Forschung und Praxis sowie technische und sozialwissenschaftliche Kompetenzen bilden die Basis für eine ganzheitliche Bearbeitung der Forschungsaufgabe. In den Arbeitspaketen der TU Berlin werden Nutzer*innenerwartungen und  –praktiken qualitativ und quantitativ untersucht. In sogenannten Living-Labs wird ein offener Innovationsraum für Akteure aus Industrie und Forschung geschaffen. Das Projekt wird vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe (ReziProK)“ von 2019 bis 2022 gefördert.

Abgeschlossene Projekte

SÖF-Nachwuchsgruppe "Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit - Ursachen und Alternativen (OHA)"

  • Gefördert durch: BMBF – SÖF-Nachwuchsgruppen
  • Laufzeit: Juli 2016 - Juni 2022
  • Fördermittelempfänger: TU Berlin, Fraunhofer IZM
  • Leitung: Melanie Jaeger-Erben

Viele Produkte des 21. Jahrhunderts verursachen sowohl bei der Produktion als auch bei der Entsorgung signifikante Umweltauswirkungen. Allein in Deutschland fallen jährlich etwa 1,9 Mio t Elektroschrott an. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung sind schnellebige Produkte und kurze Nutzungsdauern. Im öffentlichen Diskurs wird als Begründung für die kurzen Nutzungsdauern oft der Begriff „Obsoleszenz“ genannt. Vermutet wird dabei, dass ein Produkt, verglichen mit einem technisch möglichen Idealzustand, frühzeitig veraltet und nicht mehr gebrauchsfähig ist oder als nicht mehr funktional und brauchbar betrachtet wird. Die Nachwuchsforschungsgruppe hat zum Ziel, die Gründe für obsolet werdende Elektronikprodukte und verkürzte Nutzungsdauern zu erforschen und Strategien für einen nachhaltigeren Produktkonsum auf technischer, sozialer, gesellschaftspolitischer und ökonomischer Ebene zu entwickeln und zu bewerten. Obsoleszenz wird dabei als ein Oberbegriff für eine Bandbreite unterschiedlicher sozio-technischer Phänomene betrachtet, die jeweils unter der Berücksichtigung der Handlungslogiken und Praktiken von Akteuren in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – Wirtschaft, Produktion, Handel, Konsum, Politik –  und ihrer Interaktionen rekonstruiert werden müssen. Die Nachwuchsgruppe wird im Rahmen der Sozial-Ökologischen Forschung des BMBF (FONA) von 2016 bis 2022 gefördert. Im Rahmen des Projekts wurde die Plattform Lang lebe Technik! entwickelt, die an der BTU Cottbus weiter entwickelt wird.

Eigenforschungsprojekt "Disrupted Systems - Disrupted Routines"

The war against Ukraine has a massive impact on the energy supply structures of European countries and resulted in energy price spikes directly affecting the everyday routines of European households, that are heavily dependent on reliable and affordable energy systems of provision. In addition to increased costs for electricity and gas and the general standard of living, the fragility of energy systems is becoming more noticeable in everyday life and comprehensive adjustments to energy practices and routines as well as expectations of comfort seem necessary. In 2022, a Europe-wide working group was formed in order to examine these adaptations and the associated challenges comprehensively and in a cross-country comparison. In total nine European countries are participating with a mixture of quantitative and qualitative methods. A core activity is a representative survey in six European countries (Denmark, Germany, the Netherlands, Norway, Poland and Switzerland) on the changes in energy related practices in various everyday areas such as heating, cooking. Among other things, the question of the relationship between system disruptions and disruptions to everyday life will be investigated, and what opportunities and also challenges arise for a more comprehensive transformation in the direction of resource-saving energy use.