Zentrum für Strukturwandel und Regionalentwicklung (ZeStuR) Projekt "Transformationsarena Arbeitsmarkt"
Der Ausstieg aus der Braunkohle und der Strukturwandel verändern das Leben in der Lausitz und stellen die Menschen in der Region sowie Unternehmen, Politik und Verwaltung vor neue Herausforderungen. Das an der BTU-Cottbus angesiedelte Zentrum für Strukturwandel und Regionalentwicklung (ZeStuR) begleitet diese vielschichtigen Veränderungen, um sie umfassend zu verstehen und wissenschaftlich wie praktisch gestaltend zu begleiten. In fünf thematischen Clustern untersuchen Wissenschaftler*innen wirtschafts-, sozialwissenschaftlicher und planerischer Fachrichtungen den Lausitzer Strukturwandel und verknüpfen dabei international sichtbare Grundlagenforschung mit transferorientierten Ansätzen unter Beteiligung von Praxispartnern aus der Region.
Cluster 2 – Transformationsarena Arbeitsmarkt
Cluster 2 – Transformationsarena Arbeitsmarkt widmet sich dem Wandel der Arbeitswelt im Zuge von Strukturwandel und Kohleausstieg. Verbunden mit dem Ausstieg aus der Kohle ist seit Beginn die Sorge um die Zukunft der Arbeitsplätze in der Region. Seit 1989/90 ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Lausitz durch massive Umbruchs- und Krisenerfahrungen geprägt. Die Folgen des Strukturbruchs der 1990er-Jahre wirken bis heute als regionale Schrumpfung und restriktive Dynamik auf dem Arbeitsmarkt nach: Zwar ist die Arbeitslosigkeit auf dem tiefsten Stand seit der deutschen Vereinigung, doch gleichzeitig beobachtet die aktuelle Forschung ein sinkendes Erwerbspersonenpotenzial angesichts von Abwanderung und Alterung, und Unternehmen berichten über Fachkräfteengpässe.
Zielsetzung
Ziel der Arbeit von Cluster 2 ist es, den vielschichtigen Wandel von Arbeit und Beschäftigung im Lausitzer Strukturwandel zu analysieren, gesellschaftliche Konflikte darum zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren. Gesellschaftstheoretisch fundierte arbeits- und wirtschaftssoziologische Perspektiven zeigen auf, dass die Arbeit in der Kohle nicht nur die wirtschaftliche Struktur der Lausitz über Generationen geprägt, sondern auch einen industriell strukturierten Sozialraum mit eigenen Berufskulturen, betrieblichen Sozialordnungen, Geschlechterarrangements und Umweltbeziehungen hervorgebracht hat. Cluster 2 analysiert, wie sich Arbeit und Beschäftigungsverhältnisse in der postfossilen Transformation der Lausitz verändern: Welche Rolle spielen erwerbsbiografische Erfahrungen und subjektive Verarbeitungsformen für die Handlungsoptionen der Menschen? Wie beeinflusst der technologische Wandel z.B. durch Digitalisierung die Qualifikationsanforderungen und die Arbeitsbedingungen? Welchen Einfluss haben Maßnahmen der Arbeitsmarkt-, Struktur- und Industriepolitik auf die „Transformationsarena“ Arbeitsmarkt? Wir gehen diesen Fragen mithilfe einer Kombination aus historisch-rekonstruierenden Ansätzen, qualitativen Fallstudien und quantitativen Verfahren nach, um die Entwicklung der Lausitz sowohl in ihrer Spezifik als auch im Vergleich mit weiteren Regionen zu untersuchen.
