Zur Instandsetzung von Sakralbauten zwischen 1920 und 1983

Hängegerüst an der Westfassade des Kölner Doms. Quelle: Dombauhütte Köln, Matz und Schenk

Instandsetzungsmaßnahmen hinterlassen ein technisches und kulturelles Zeugnis ihrer Zeit. Bis ins 19. Jahrhundert hinein diente die Instandsetzung historischer Bauten vor allem der Aufrechterhaltung ihrer Nutzbarkeit und ihres Repräsentationswerts. Mit dem Wandel der denkmalpflegerischen Zielsetzung hin zum Substanzerhalt und den wachsenden technischen Fähigkeiten im Ingenieurwesen beginnt eine neue Epoche der Instandsetzung historischer Bauwerke, mit dem Bauingenieur als einem neuen und wesentlichen Akteur.

Das zentrale Forschungsziel der Dissertation ist die Aufarbeitung der ingenieurwissenschaftlichen Instandsetzung historisch bedeutsamer Bauwerke zwischen 1920 und 1983 am Beispiel des Sakralbaus. Dabei soll die technische und konstruktive Entwicklung untersucht und in ihren gesellschaftlichen und kulturellen Kontext eingebunden werden. Die Instandsetzung des Sakralbaus verdeutlicht den Konflikt zwischen Technik und Kunst in besonderem Maße, die langfristige Perspektive ermöglicht eine Beurteilung der technischen und denkmalpflegerischen Nachhaltigkeit innovativer Verfahren und Materialien am Baudenkmal.

Den zeitlichen und inhaltlichen Forschungsschwerpunkt bilden die Arbeiten von vier prägenden Persönlichkeiten der ingeniösen Instandsetzung von Baudenkmalen: Georg Rüth (1880–1945), Josef Pirlet (1880–1961), Wilhelm Schorn (1895–1968) und Klaus Pieper (1913–1995). Der Zweite Weltkrieg teilt den Untersuchungszeitraum. Die Perioden vor und nach dieser Zäsur werden vergleichend analysiert, um die Abhängigkeit zwischen technischen Lösungen und denkmalpflegerischen Leitbildern von den äußeren Rahmenbedingungen zu erarbeiten.

Bearbeiter: Michael Maria Bastgen