Querschnittskolloquien

Zweites Querschnittskolloquium „Migration und Baukultur von der Antike bis zur Gegenwart“

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23.–25.11.2016 in Berlin und Erkner

Vom 23. bis 25. November 2016 veranstaltete das DFG-Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ sein zweites Querschnittskolloquium „Migration und Baukultur von der Antike bis zur Gegenwart“. Es widmete sich den Auswirkungen von Migrationsbewegungen auf Architektur, Bautechnik und Städtebau. An Beispielen aus dem gesamten Spektrum der Geschichte wurde untersucht, wie sich das Bauwesen durch individuelle und kollektive Einwanderung, aber auch Eroberung und Unterwerfung verändert. Welche Phänomene erweisen sich im Kontext baukultureller Vermischung als besonders wirkmächtig, welche als besonders widerstandsfähig? Welche neuen Ausdrucksweisen in Stil, Bautechnik und Funktion entstehen aus der Begegnung autochthoner und importierter Praktiken und kultureller Wertvorstellungen?

Veranstalter: DFG-Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ der BTU Cottbus-Senftenberg, des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung  und des Winckelmann-Instituts der HU zu Berlin in Kooperation mit dem Exzellenzcluster TOPOI

Portables Dokumentenformat Tagungsprogramm mit Abstracts

Den ausführlichen Tagungsbericht von Max Beiersdorfer und Sabine Kuban können Portables Dokumentenformat hier als pdf-Datei herunterladen. Zudem finden Sie in den Portables Dokumentenformat BTU News Nr. 47 (Dezember 2016) auf Seite 37 einen kurzen Beitrag zur Veranstaltung.

Erstes Querschnittskolloquium „Groß Bauen. Großbaustellen von der Antike bis zur Gegenwart“

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28.–30.10.2015 in Berlin und Cottbus

Großbauten sind technische Meisterwerke, deren Errichtung einen hohen logistischen Aufwand, technisches Knowhow, gleichzeitig aber auch gesellschaftlichen Konsens erfordern. Trotz ihres innovativen Charakters und symbolischen Wertes sind Großbaustellen in der Gegenwart in deutlichen Misskredit geraten sind. Zu teuer, vielfach unzureichend koordiniert und mit überzogenen politischen Erwartungshaltungen überladen, so werden viele der bekannten Großbauvorhaben wie der Berliner Flughafen BER oder Stuttgart 21 in der Öffentlichkeit diskutiert. Große öffentliche Bauvorhaben, so die Einschätzung von Experten und Politikern, scheinen in Deutschland derzeit kaum mehrheitsfähig zu sein: „Die fehlschlagenden Großprojekte in Deutschland – also Stuttgart, Berlin, Hamburg – sorgen in der allgemeinen Wahrnehmung dafür, dass alles nur schief gehen kann. Bewahren, nicht Aufbruch scheint im Augenblick das Motto zu sein“, so schätzte Ernst Höhler, ehemaliger Projektsteuerer beim Bau der Elbphilharmonie in Hamburg, vor wenigen Jahren die Situation ein. Darüber hinaus verdeutlichen viele öffentliche Großbauvorhaben der letzten Jahre in markanter Weise die Schwierigkeiten der Bauorganisation und der Kostenkalkulation, die langwierige juristische Auseinandersetzungen zur Folge haben. Dadurch treten in der öffentlichen Wahrnehmung die vielen herausragenden Beispiele für technische Innovationen und logistische Glanzleistungen oft in den Hintergrund.

Dies ist nicht erst in der Gegenwart so, wie etwa die über 600-jährige Bauzeit des Kölner Doms zeigt. Fragmente großer Bauten, wie der Turmstumpf des Doms mit dem mittelalterlichen Baukran, prägten das Bild historischer Städte und Landschaften über Jahrhunderte, ohne dass die Bauten je fertig gestellt wurden. Beispiele für Verzögerungen und Probleme bei Großbauvorhaben von der Antike bis in die Neuzeit sind zahlreich. Gleichzeitig waren diese Bauprojekte aber auch Motoren technischen und logistischen Fortschritts. Die enorme politische und symbolische Bedeutung der Großbauprojekte begleitete den Baufortschritt von Beginn an und bildet gleichsam den Gegenpol zu den Widrigkeiten des Baustellenbetriebs, die den Alltag der betroffenen Gesellschaft oft über viele Generationen bestimmten.

Umso überraschender ist, dass es bisher kaum übergreifende und vergleichende Analysen zur Geschichte und gesellschaftlichen Bedeutung der Großbaustelle gibt. Das in Kooperation zwischen der Forschergruppe „XXL – Monumentales Wissen“ des Exzellenzclusters TOPOI (HU Berlin, FU Berlin) und dem DFG-Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ (BTU Cottbus-Senftenberg) organisierte Querschnittskolloquium „Groß Bauen. Großbaustellen von der Antike bis zur Gegenwart“ greift diesen Umstand auf und diskutiert anhand von Fallbeispielen aus unterschiedlichen zeitlichen und regionalen Kontexten die kulturelle und technische Bedeutung unfertiger Großbauwerke im oft langen Zeitraum ihrer Entstehung sowie deren sich wandelnde gesellschaftliche Rezeption.  

Portables Dokumentenformat Tagungsprogramm mit Abstracts

Den Tagungsbericht von Christoph Baier (Cottbus/Wien) finden Sie Portables Dokumentenformat hier. Er wurde ebenso am 12.1.2016 bei Link zu einer externen Seite H/SOZ/KULT veröffentlicht. Zudem finden Sie in den Portables Dokumentenformat BTU News Nr. 44 (Dezember 2015) auf Seite 26 einen kurzen Bericht zur Tagung.

Symposien und Workshops

Steinbearbeitung in der Spätantike und im Mittelalter. Einflüsse und Entwicklungen

Arles: Amphitheater (100 n. Chr.), im Hintergrund der Glockenturm von Saint Charles, 1469 (Foto: Peter Völkle)

Vortrag am 25.1.2017 mit anschließendem Workshop am 26.1.2017 mit Peter Völkle, Betriebsleiter Münsterbauhütte, Berner Münster-Stiftung

Für den 25. Januar 2017 konnten wir Peter Völkle, den Leiter der Münsterbauhütte in Bern, für einen hochschulöffentlichen Vortrag zum Thema Steinbearbeitung in der Spätantike und im Mittelalter gewinnen. Der Kontakt zu Herrn Völkle ergab sich aus seiner Zusammenarbeit mit Dr.-Ing. Alexandra Druzynski von Boetticher vom Lehrstuhl Baugeschichte und wird nun in Form eines studentischen Seminars unter der Leitung von Alexandra Skedzuhn-Safir M.A. am Lehrstuhl Denkmalpflege fortgesetzt.

Die Abendveranstaltung fand als Kooperation zwischen dem DFG-Graduiertenkolleg 1913 und der Vortragsreihe DerDieDas. Positionen zu Architektur und Stadt des Lehrstuhls Baukonstruktion und Entwerfen statt, so dass im Publikum unterschiedliche Disziplinen sowie Zuhörer aus Wissenschaft und Praxis vertreten waren.

Am darauffolgenden Tag stand Herr Völkle für einen Workshop zu ausgewählten Themen zur Verfügung, an dem Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt, Dr.-Ing. Alexandra Druzynski von Boetticher, Dr.-Ing. Bernhard Flüge und Julia Engel M.A. teilnahmen. Die assoziierte Doktorandin des Kollegs stellte in diesem Rahmen ihr Dissertationsthema Die Südhalle der Agora in Assos vor und hatte die Möglichkeit, unterschiedliche Steinoberflächen und ihre Bedeutung für die Abgrenzung von Bauphasen zu diskutieren. Darüber hinaus wurden Methoden zur Dokumentation und Auswertung dieser Oberflächen beleuchtet.

Früher Eisenbeton: Vergleichende Studie der Entwicklung von Eisenbetonkonstruktionen in Berlin und München

Innenansicht des Fabrikbaus Hermannshof in Berlin Neukölln, 1905 fertiggestellt. Quelle: Zentralblatt der Bauverwaltung (1906) Heft 14, S. 93.
Innenansicht des Kaufhauses Tietz in München, der vermutlich erste Skelettbau in Eisenbeton in München, 1904 fertiggestellt. Quelle: Deutsche Bauzeitung (1905) Nr. 55, S. 335.

Am 22.7.2016 veranstalteten Sabine Kuban M.Eng., Doktorandin am DFG-Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung, und Jörg Rehm M.A. (TU München, Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen) unter Mitwirkung von Dipl.-Ing. Oliver Steinbock (TU Dresden, Institut für Massivbau) einen Workshop zum frühen Eisenbeton in Berlin und München.

Im Rahmen des Workshops wurde die Entwicklung des Eisenbetonbaus in einem direkten Städtevergleich in Deutschland genauer diskutiert. In Ergänzung zu dem ersten Workshop mit Stuart Tappin im Januar 2016 bot die geografische und zeitliche Konzentration die Möglichkeit, noch genauer auf die spezifisch deutsche Situation einzugehen.

Die Kooperation mit der TU München zielte darauf ab, die Charakteristika der Entwicklung aus städtebaulicher Sicht und auf Bauwerksebene genauer zu betrachten und in einer Diskussion Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Ein weiterer Fokus lag auf der Entwicklung von Eisenbetonfirmen. Die Gründungsmentalität der Firmengründer bzw. deren Strategie eines Wachstumsmanagements wurden in dieser Form – entsprechend einer wirtschaftsingenieurwissenschaftlichen Fallanalyse – noch nicht untersucht.

In der Abschlussdiskussion diskutierten die Forscher u.a. folgende Leitfragen: Welche Gebäude kennzeichnen den Beginn und das Ende der zeitlichen Eingrenzung der Untersuchung? Gibt es Schwerpunkte bei den Bautypen? Wer waren die Akteure? Welche Bauweisen/Systeme waren vorherrschend?

Einige der Forschungsfragen konnten im Workshop noch nicht abschließend geklärt werden, da hier noch weitere Recherchearbeit ansteht. Die Veranstaltung machte jedoch deutlich, wie gewinnbringend eine weiterführende Zusammenarbeit der Beteiligten für die Bearbeitung des Themenfeldes ist.

Auf krummen Wegen - Ein gemeinsamer Workshop zum Lehmziegelbau der BTU Cottbus-Senftenberg, der LMU München und der FH Potsdam am 5.2.2016

Schematische Rekonstruktion der undulierenden Umfassungsmauer des Amun-Re-Tempels in Karnak, Ägypten.

In einer Dissertation am Lehrstuhl Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung untersucht Max Beiersdorf die undulierenden Lehmziegelmauern Ägyptens unter Berücksichtigung vornehmlich bautechnischer Spezifika. Zu diesem Zweck ist unter anderem ein Nachbau unter realen Bedingungen in Ägypten geplant.

In Kooperation mit dem Lehrstuhl Statik und Dynamik, der Graduate School Distant Worlds der LMU München und der FH Potsdam diente der Workshop der gemeinsamen Diskussion interdisziplinärer Fachleute.

Während am Vormittag der Arbeitsstand und die zentralen Thesen zu den undulierenden Lehmziegelmauern erörtert wurden, widmete sich die Forschergruppe am Nachmittag der Machbarkeit eines experimentellen Nachbaus in Ägypten und Potenzialen eines möglichen Projektantrags.

Das Programm kann Portables Dokumentenformat hier heruntergeladen werden.

Früher Eisenbeton: Vergleich der Entwicklung in Deutschland, Russland und Indien. Interaktive Podiumsdiskussion am 27. Januar 2016

Zeitgenössischer Blick in den zentralen Innenraum unterhalb der Stahlbeton-Rippenkuppel der Friedrichstraßen-Passage in Berlin
Quelle: Emperger von, F.I. (Hrsg.): Handbuch für Eisenbetonbau: Die künstlerische Gestaltung der Eisenbetonbauten. Berlin: Wilhelm Ernst&Sohn 1911.
Quelle: AG für Beton und andere Bauten: Al‘bom nekotorych ispolnenych Rabot (dt. Album einiger durchgeführten Bauarbeiten). Moskau: 190?
Ansicht der Galerie und Hauptverbindungsbrücke der Neuen Alexandria Docks in Bombay (heute Mumbai)
Quelle: Concrete and Construction Engineering, May 1917, S. 280

Vortragende:
Stuart Tappin (Direktor, Stand Consulting Engineers, GB)
Sabine Kuban (Akademische Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung, BTU Cottbus-Senftenberg)
Vladimir Korensky (Doktorand, Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung, BTU Cottbus-Senftenberg)

Moderation:
Smriti Pant  (Doktorandin, Lehrstuhl für Denkmalpflege, BTU Cottbus-Senftenberg)

Das Ziel der interaktiven Podiumsdiskussion war es,  zu einem verbesserten Verständnis der globalen Entwicklung der Geschichte des Eisenbetonbaus beizutragen. Im Fokus der Betrachtung standen drei Länder aus unterschiedlichen geografischen Regionen der Welt – Deutschland, Russland und Indien. Der Vergleich konzentrierte sich auf den Prozess der Einführung und der Charakterisierung des „frühen“ Eisenbetons zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ein differenzierter Vergleich zwischen den zuvor genannten Ländern durch Identifikation maßgebender Gemeinsamkeiten und  Unterschiede zu ermöglichen, wurde die Veranstaltung in zwei Abschnitten durchgeführt.

Im ersten Teil stellten die Vortragenden in einem Kurzvortrag das untersuchte Land vor und betrachteten dabei vor allem den historischen, ökonomischen und technischen Kontext der Einführung von Eisenbeton näher. Darüber hinaus wurden ausgewählte Bauprojekte aus der Frühzeit detaillierter vorgestellt und maßgebende Entwicklungsschritte näher erläutert.

Nach Einführung in die länderspezifischen Begebenheiten diskutierten die Vortragenden im zweiten Teil diese vergleichend eingehender. Der zeitliche Rahmen der diskutierten Untersuchungsaspekte beschränkte sich auf die Zeit vor der Standardisierung in Deutschland, Russland und Indien.

So zeigen sich beispielsweise Parallelen zwischen Deutschland und Russland in der Aneignung einer ursprünglich aus Frankreich stammenden Idee und deren Anpassung bzw. Weiterentwicklung abhängig von den im jeweiligen Land vorherrschenden Rahmenbedingungen. Im Unterschied dazu gab es beispielsweise bei der Anwendung der neuen Bauweise deutliche Unterschiede. Während in Deutschland vornehmlich private Unternehmen die Bauweise befördert haben, waren in Indien, der damaligen britischen Kolonie, britische Behörden die treibende Kraft.

Durch eine angeregte und lebhafte Diskussion der länderspezifischen Gegebenheiten zeigte sich deutlich, dass die Geschichte des „Frühen“ Eisenbetonbaus nicht nur einen starken eurozentrierten Schwerpunkt hat, sondern sich auch eine sehr interessante Lesart für die Mechanismen und Feinheiten von Wissens- und Technologietransfer ergibt.

In den Portables Dokumentenformat BTU News Nr. 45 (Mai 2016) finden Sie auf Seite 59 einen Bericht über den Workshop.

International Symposium "Architect and Engineer in the interwar period 1919–1939"

Am 3. und 4. Dezember 2015 fand in Cottbus das internationale Symposium „Architect and Engineer in the Interwar Period, 1919–1939” statt, in dem Gemeinsamkeiten aber auch nationalen Eigenheiten in der spannungsvollen Wechselbeziehung zwischen Architekten und Bauingenieuren in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts zur Diskussion gestellt wurden. Veranstaltet wurde das Symposium durch das Postdoc-Tandem des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ an der BTU Cottbus-Senftenberg, Dr. phil. Ralf Dorn und Dr.-Ing. Roland May.

Anlass für das Symposium war der merkwürdige Gegensatz, dass insbesondere die Propagandisten des Neuen Bauens zwar ausgesprochen enthusiastisch auf das Vorbild des vermeintlich einzig der Zweckerfüllung verpflichteten Technikers rekurrierten, unsere Kenntnisse zum praktischen Beitrag der Bauingenieure für die Entwicklung der Architektur der Zwischenkriegszeit gleichwohl aber ausgesprochen dürftig sind. Selbst grundlegende Fragen zu den seinerzeitigen Kooperationen, Konkurrenzen oder Konflikten zwischen den beiden Schwesterdisziplinen sind nach wie vor ungeklärt.

Im Rahmen der Veranstaltung gewährten führende Fachleute Einblicke in Art, Charakter und Bedeutung damaliger Kooperationen in verschiedenen europäischen Ländern und ermöglichten hierdurch zahlreiche neue Einsichten im Hinblick auf die facettenreiche Geschichte des modernen Bauwesens. Eine intensive Abschlussdiskussion brachte darüber hinaus wichtige Impulse zum besseren Verständnis des die Architektur der Nachkriegszeit prägenden Phänomens der „Künstler-Ingenieure“ und „Ingenieurarchitekten“. Eine Publikation der Tagungsbeiträge im Rahmen der Schriftenreihe „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ beim Birkhäuser Verlag ist in Vorbereitung.
 
Portables Dokumentenformat Tagungsprogramm

Ringvorlesungen und Vorträge

3. April 2017,  17.00 Uhr s.t.
Prof. Dr.-Ing. Ulrike Wulf-Rheidt (Deutsches Archäologische Institut, Berlin)
Interdisziplinäre Bauforschung. Herausforderungen und Chancen
Eröffnungsveranstaltung des zweiten Doktoranden-Jahrgangs des DFG-Graduiertenkollegs

18. April 2017
Prof. Dr. phil. Stephan Schmid (Humboldt-Universität zu Berlin)
Kyprische Kammergräber: Der Beitrag von Max Ohnefalsch-Richter (1850–1917)

2. Mai 2017
Prof. Dr. phil. Magdalena Droste (BTU Cottbus-Senftenberg)
Oskar Schlemmers Bilder als Akteure des Exils

30. Mai 2017
Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt (BTU Cottbus-Senftenberg)
Historische Authentizität und baugeschichtliche Forschung – Widerspruch oder Erklärungsmodell?

6. Juni 2017
Prof. Dr. phil. Leo Schmidt (BTU Cottbus-Senftenberg)
Die zweite Karriere der Berliner Mauer

20. Juni 2017
Dr.-Ing. Roland May (BTU Cottbus-Senftenberg)
Franz Dischinger – ein Bauingenieur der Hochmoderne

Dienstag, 24. Januar 2017, 18:00 Uhr
Kunstmuseum Dieselkraftwerk dkw

Barbara Schneider-Kempf (Generaldirektorin der Staatsbibliothek Berlin)
Theology and Music, from Berlin for the World. The four manuscripts and old prints of the Staatsbibliothek zu Berlin in the UNESCO’S Memory of the World Programme

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Die Staatsbibliothek zu Berlin verfügt über vier Dokumente, die in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen wurden. Damit würdigte die UNESCO die Handschriften als herausragende Zeugnisse der Geistesgeschichte der Menschheit. Die Originalpartitur der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens zählt seit September 2001 und die h-Moll-Messe Johann Sebastian Bachs seit Oktober 2015 zum UNESCO-Dokumentenerbe. Anlässlich der Aufnahme in die Welterbeliste hat die Staatsbibliothek zu Berlin die Partitur Ludwig van Beethovens vollständig digitalisiert und ins Internet gestellt. Auch Bachs h-Moll Messe ist in digitaler Version online verfügbar. Im Oktober 2015 ebenfalls in das „Memory of the World“ aufgenommen wurden Dokumente, die das Wirken Martin Luthers als Wegbereiter der Reformation bezeugen. Zwei dieser Dokumente – ein seltener Plakatdruck der 95 Ablassthesen sowie Luthers Handexemplar einer hebräischen Bibelausgabe – werden in der Staatsbibliothek zu Berlin bewahrt.

Im Vortrag der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, wird es vor allem um die Frage gehen, welche Geschichte und Bedeutung diese herausragenden Dokumente miteinander verbindet. Was war entscheidend dafür, dass diese Dokumente in das UNESCO-Register aufgenommen wurden und wie lässt sich überhaupt erfolgreich eine Bewerbung dafür organisieren? Welche Verpflichtung geht die Staatsbibliothek hinsichtlich der Pflege und des öffentlichen Zugangs zu diesen Dokumenten durch die erfolgreiche Teilnahme am UNESCO-Programm ein?

Barbara Schneider-Kempf war nach einem Studium der Architektur in Hannover und an der RWTH Aachen und einem Referendariat für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken in Kaiserslautern Fachreferentin für Architektur und Bauingenieurswesen an der UB/TIB Hannover. Sie leitete für zehn Jahre die neu gegründete Universitätsbibliothek in Potsdam, bevor sie 2002 als Ständige Vertreterin des Generaldirektors an die Staatsbibliothek zu Berlin wechselte. Seit 2004 ist sie Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin und darüber hinaus Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Beiräten sowie Mitherausgeberin der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie.

Portables Dokumentenformat Das Plakat zum Vortrag als pdf-Datei

Mittwoch, 25. Januar 2017, 19:00 Uhr
LG 2C, Zeichensaal (im Rahmen von DerDieDas)

Peter Völkle (Münsterbauhütte Bern)
Werkplanung und Steinbearbeitung im Mittelalter

Weitere Informationen

Die Bearbeitung von Werksteinen hat eine Jahrtausende alte Tradition und unterliegt einer ständigen Entwicklung. Dabei spielt das Material, die Werkzeuge und das Können der jeweiligen Handwerker eine große Rolle. Nach dem Niedergang des Römischen Reiches kam es vor allem nördlich der Alpen zu einem kompletten Verlust der überlieferten spätantiken Techniken. Erst viele Jahrhunderte später entwickelte sich wieder eine neue Steinbautradition, die in mehreren Entwicklungsstufen bis ins Spätmittelalter etliche Höhepunkte erlebte. Daraus ergeben sich spannende Fragen zu den Einflüssen, Verbreitungswegen und technologischen Veränderungen von der Spätantike bis ins späte Mittelalter.

Peter Völkle ist Steinmetz- und Steinbildhauermeister und absolvierte seine Ausbildung in Freiburg i. Br. Von 1992 bis 2006 arbeitete er an der Münsterbauhütte Ulm, davon acht Jahre als Hüttenmeister. Seit 2006 leitet er die Münsterbauhütte Bern mit den Schwerpunkten Konservierung und Restaurierung von Steinoberflächen. In dieser Zeit war er auch an weiteren bedeutenden romanischen und gotischen Steinbauten in der Schweiz tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit der Erforschung und Rekonstruktion antiker und mittelalterlicher Steinbautechnik.

Portables Dokumentenformat Das Plakat zum Vortrag als pdf-Datei

3.11.2015
Thomas Leslie (Ames/IA)
Buildings Without Walls: Steel, Glass, and the Emergence of the Modern Skyscraper in Chicago

10.11.2015
Thekla Schulz-Brize (Berlin)
Das Serapeion in Ephesos. Eine antike Großbaustelle

25.11.2015
Michael Falser (Heidelberg)
Wie kommt Angkor nach Paris und zurück? Oder: Zur Übersetzbarkeit von Architektur im (post)kolonialen Zeitalter

1.12.2015
Ine Wouters (Brüssel) / Inge Bertels (Brüssel)
ReUse Research in Construction History. Reflection on the State of the Art in Brussels

15.12.2015
Kerstin Renz (Stuttgart)
Bauen mit Beton und Eile. Industriebau im Ersten Weltkrieg

5.1.2016
Kai Wellbrock (Lübeck)
Hydrotechnische Befunde in der Archäologie - Rekonstruktionsversuche aus ingenieurwissenschaftlicher Perspektive

12.1.2016
Dietrich Raue (Leipzig)
Uranfang und Gottesresidenz. Sakralarchitektur und Ausstattung des Kult(ur)zentrums Heliopolis

19.1.2016
Annette Hoffmann (Florenz)
Zur Materialität heiliger Orte: „E questi sassi tritati ... si chiamano latte della Madonna"

26.1.2016
Stuart Tappin (London)
The structural appraisal and repair of historic buildings in India

Vortragsreihe des DFG-Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ im Sommersemester 2015

In der Vortragsreihe des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ der BTU Cottbus–Senftenberg werden ausgewählte historische Bauten in ihrer Funktion als Bedeutungsträger für baukünstlerisch-technische Leistungen wie auch als Erinnerungsorte vergangener Baukultur analysiert. Neben der Rekonstruktion wichtiger Phasen der Baugeschichte von der Antike bis zur Moderne steht dabei auch die gegenwärtige Bewertung der historischen Bauten zur Diskussion: Warum bewerten wir diese besonderen Zeugnisse vergangener Baukultur so und nicht anders? Welche Symbole und Narrative spielen dafür eine wichtige Rolle?


17.6.2015

Prof. Dr. Henner von Hesberg (Universität zu Köln)
Architektur als Symbol. Zur zeitgenössischen Bewertung der römischen Architektur  Link zu einer externen Seite [Info und Plakat]


24.6.2015

Prof. Dr.-Ing. Rainer Barthel (Technische Universität München)
Handwerk versus Abstraktion. Zur Bedeutung von Tradition und Innovation bei der Lösung bautechnischer Aufgaben  Link zu einer externen Seite [Info und Plakat]


8.7.2015

Prof. Dr. Harald Bodenschatz (Technische Universität Berlin)
Roma Mussolinèa. Der Umbau von Rom mit Blicken nach Moskau und Berlin  Link zu einer externen Seite [Info und Plakat]

15.7.2015

Prof. Dr. Eva Cancik-Kirschbaum (Freie Universität Berlin)
Mythos Babylon. Ein Megaprojekt und seine Geschichte  Link zu einer externen Seite [Info und Plakat]

Ort: Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus, 0355/ 494 94 00
Zeit: 18.00 Uhr

Kontakt: Albrecht Wiesener, BTU Cottbus-Senftenberg, 0355/ 69 49 15, albrecht.wiesener@b-tu.de

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der interdisziplinären Vortragsreihe „DER-DIE-DAS. Positionen zur Architektur“ des Lehrstuhls Baukonstruktion und Entwerfen an der BTU Cottbus-Senftenberg statt.

Der Eintritt ist frei.

4.11.2014
Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt (Cottbus)
Vom Survey zur Stadtentwicklungsgeschichte: Methoden und Ergebnisse der Stadtforschung in Assos

18.11.2014
Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz (Cottbus)
Ich kann nur schützen, was ich schätze. Ethos und Eingriff an historischen Ingenieurbauten

2.12.2014
Dr.-Ing. Christoph Duppel (Karlsruhe)
Meisterwerk der Bautechnik und Spiegelbild kultureller Veränderungen: die Hagia Sophia in Istanbul

16.12.2014
Prof. Dr. Leo Schmidt (Cottbus)
Englische Herrenhäuser. Vom Fall und Aufstieg einer Baugattung

6.1.2015
Prof. Dr. Mayke Wagner (Berlin)
Mauern und China: Ein unerschöpfliches Thema der Kulturgeschichte

20.1.2015
PD Dr. Christoph Bernhardt (Erkner)
Kulturelle und Technische Werte historischer Bauten aus der Sicht der Neueren Stadt- und Umweltgeschichte

3.2.2015
Prof. Dr.-Ing. Andreas Schwarting (Konstanz)
Ein Holzhaus als Botschaft. Die diplomatische Vertretung des deutschen Reiches in Ankara 1924

6.5.2014
Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt (Cottbus)
Vorstellung des Forschungsprogramms im DFG-Graduiertenkolleg
„Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“

13.5.2014
Dr. Ralf Dorn (Cottbus)
Rudolf Hillebrecht – Leben und Werk eines deutschen Architekten und Stadtplaners

27.5.2014
Prof. Dr. Stefan G. Schmid (Berlin)
Neue Forschungen zur Luxusarchitektur der Nabatäer

3.6.2014
Prof. Dr. Magdalena Droste (Cottbus)
Ambitionen und Ambivalenzen. Oskar Schlemmer 1933/34

17.6.2014
Prof. Dr.-Ing. Corinna Rohn (Wiesbaden)
Stadtentwicklung/ Städtegründung im 5.–3. Jh v. Chr. am Beispiel der triphylischen Landschaft (Peloponnes)

1.7.2014
Prof. Dr. Heiderose Kilper (Erkner/Cottbus)
Kritische Historisierung von Planung und Bauen in der DDR.
IRS-Forschung an der Schnittstelle von Politik- und Geschichtswissenschaften

8.7.2014
Prof. Dr. Max Welch Guerra (Weimar)
Städtebau, Diktaturen und Geschichtsschreibung. Ein kritischer Bericht

15.7.2014
PD Dr.-Ing. Sergej Fedorov (Karlsruhe/Cottbus)
Leo von Klenzes Neue Eremitage in St. Petersburg 1839–1852. Kulturelle und technische Werte eines europäischen Universalmuseums