Die Siedlungen der Tempelgesellschaft in Palästina/Israel. Baugeschichte und kulturhistorische Bedeutung

Siedlung der Tempelgesellschaft Wilhelma um 1932

Aus religiöser Motivation kamen die Mitglieder der pietistisch geprägten württembergischen Tempelgesellschaft 1868 nach Palästina. Die sogenannten Templer erbauten dort mehrere Siedlungen, die bis heute größtenteils erhalten geblieben und als „Deutsche Kolonien“ bekannt sind. Die Architektur der Templerdörfer aus der ersten Ansiedlungsphase war eine bis dahin in der Region unbekannte Mischung traditioneller deutscher und lokaler Formen und Bauweisen. Die Entwicklung und Wandlung dieses Baustils spiegelte die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Änderungen innerhalb der Tempelgesellschaft wider. Zudem gingen aus den “Deutschen Kolonien” in Form von technologischen Neuerungen wichtige Impulse für die Modernisierung Palästinas heraus.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden fast alle in Palästina lebenden Deutschen ausgewiesen. Die Immobilien der Templer wurden enteignet. Die Siedlungen erfuhren somit einen Nutzerwechsel und unterlagen seitdem verschiedenen baulichen Veränderungen.

Ziel dieses Vorhabens ist es, die Bau- und Nutzungsgeschichte der „Deutschen Kolonien“ in ihrer Gesamtheit erstmalig in der Forschung systematisch und im Kontext ihrer Zeit darzulegen und anhand von historischen Fotos und Originalplänen zu dokumentieren. Die Entwicklung der Siedlungen nach 1948 ist darüber hinaus aus denkmalpflegerischer Sicht zu betrachten. Ausgehend vom Baubestand und nach Wertekategorien, die in den allgemein anerkannten Richtlinien der Denkmalpflege formuliert wurden, soll weiterhin die kulturhistorische Bedeutung der Templersiedlungen umfassend analysiert werden.

Bearbeiterin: Zofia Durda

 

Bild: Siedlung der Tempelgesellschaft Wilhelma um 1932. Quelle: Library of Congress, Matson Photograph Collection, Signatur: LC-DIG-matpc-15877