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Institut für Soziale Arbeit
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Kurzbiografie

Anne Pesch ist seit dem Wintersemester 2020/21 an der b-tu am Fachgebiet Erziehungswissenschaften beschäftigt. Sie hat an der Universität zu Köln Pädagogik, Deutsch und Philosophie studiert und ihr Studium dort mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen. Während ihres Studiums und nach dem Abschluss des Ersten Staatsexamens war sie als Honorarlehrkraft sowie als redaktionelle Mitarbeiterin und Autorin (Deutschlandfunk und Bildungsverlag EINS / Westermann Gruppe) tätig. Ihr Promotionsprojekt wird seit April 2021 mit einem GradV-Stipendium der Graduate Research School gefördert. Neben ihrer Tätigkeit an der b-tu arbeitet sie weiter für den Deutschlandfunk.

Forschungsinteressen

  • Allgemeine Pädagogik, insbesondere Pädagogische Anthropologie, Bildungsphilosophie
  • (Leib-)Phänomenologie, Postphänomenologie
  • Mensch-Technologie-Beziehungen, Digitalität
  • Eudaimogenese

Dissertation Körper, Leiblichkeit und die technische Transformation

Die technische Transformation und Etablierung digitaler Technologien berühren menschliche Selbst-, Mit- und Weltverhältnisse fundamental. Hält man sich die Entwicklung von Pflegerobotern oder Brain-Computer-Interfaces vor Augen, wird schnell deutlich, dass dabei auch der Körper bzw. der Leib betroffen ist.

In der Traditionslinie der Phänomenologie wird der Begriff des Körpers von dem des Leibes unterschieden. Während „Körper“ das materiale, mess- und sichtbare „Körperding“ beschreibt, ist die Perspektive der Leiblichkeit eine nicht-dualistische. Der Leib ist ein allgemeines Medium zur Welt. Wir haben einen Körper, durch unseren Leib sind wir zur Welt und in der Welt situiert. Der Leib ist ein Grundphänomen und immerzu an der Konstitution anderer Phänomene beteiligt. Das gilt auch, wenn wir digital kommunizieren, auf dem Smartphone Google bedienen oder ein Computerspiel spielen.

Die technische Transformation bringt andere leibliche Erfahrungen mit sich. Es gibt neue Herausforderungen und Gefährdungen. Die Nutzung von digitalen Medien konfrontiert mit neuen Formen von Materialität und Räumlichkeit, die umfassende, auch kulturhistorische Transformation führt zu neuen Vorherrschaften, was Wahrnehmungsmuster und sinnliche Wahrnehmung betrifft, es gibt andere Formen der Sozialität.

Auf der Basis von theoretischer Arbeit und Feldstudien soll ein genauerer Blick auf die verschiedenen Dimensionen geworfen werden, die systematisch mit Körper- bzw. Leiblichkeit verknüpft sind, und aktuelle Formationen von Leib-Technik-Verhältnissen aus phänomenologisch-anthropologischer Perspektive untersucht werden. Dabei geht es sowohl um die konkrete „Mensch-Technik-Interaktion“ als auch um Phänomene, an denen ein Wandel von leiblichen Bezügen deutlich wird, die außerhalb des konkreten Umgangs mit Medien und Technik liegen („Aus- und Rückwirkungen“).

Das Promotionsprojekt wird ab April 2021 mit einem GradV-Stipendium der Graduate Research School (GRS) gefördert.

Publikationen

  • Technologien, Wahrnehmung, Embodiment. Ein pädagogischer Blick auf die Postphänomenologie Don Ihdes (angenommen, Erscheinen vorauss. Frühjahr 2023). In: Carnin, Jennifer / Hoffarth, Britta / Wehren, Sylvia (Hrsg.): Science Fiction of the Body. Potentiale, Möglichkeiten und Erfordernisse erziehungswissenschaftlicher Körpertheorie und -forschung. Beltz-Verlag.
  • Leibliche Wahrnehmung und Interfaces (in Vorbereitung, Erscheinen vorauss. Frühjahr 2023). In: Pietraß, Manuela / Zirfas, Jörg (Hrsg.): Homo Digitalis. Neue Fragestellungen der Medienpädagogik aus anthropologischer Perspektive. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung.
  • Becoming who we are. Pedagogical perspectives on (inter)relationality and Ihde’s human-technology relations(in Vorbereitung, Erscheinen vorauss. 2023).In: Bohlmann, Markus / Breil, Patrizia: Postphenomenology and Technologies Within Educational Settings.Series: Postphenomenology and the Philosophy of Technology, ed. By Robert Rosenberger. Lexington Books/ Rowman & Littlefield.
  • Leibliche Erfahrung in Virtualität (in Planung, Erscheinen vorauss. 2023). In: Schwartz, Maria / Ulbricht, Samuel / Neuhaus, Meike: Digitalität und Lebenswelt - Philosophische Perspektiven auf Selbst, Gemeinschaft und Digitale Spiele. Reihe: Digitalitätsforschung, hsrg. von Sybille Krämer, Jörg Noller, Malte Rehbein. Springer (Publikation der AG „Philosophie der Digitalität“ der Deutschen Gesellschaft für Philosophie).
  • Körper und Virtualität(in Planung). Anthropologische Perspektiven für die Pädagogik (zusammen mit Dr. Karina Limonta Viera, Brasilien), Tagungsband zur Jahrestagung der Kommission Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) „Virtualität. Perspektiven der Pädagogischen Anthropologie“.

Vorträge

  • Körper und Virtualität. Anthropologische Perspektiven für die Pädagogik (zusammen mit Dr. Karina Limonta Viera, Brasilien), Jahrestagung der Kommission Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) „Virtualität. Perspektiven der Pädagogischen Anthropologie“, Dresden 09/2022.
  • Technologien, Wahrnehmung, Embodiment. Die Postphänomenologie Don Ihdes, Workshop „Science Fiction of the Body”, Universität Hildesheim 10/2021.

Lehre

  • WiSe 2021: Methodologische Grundlagen. Sitzung: „Forschungsethik“ (zusammen mit Frauke Risse).
  • SoSe 2021: Ringvorlesung: Eudaimogenese. Gelingendes Leben gestalten. Moderation der gesamten Ringvorlesung, Einwerbung von Fördermitteln und Mitwirkung bei der Planung.
  • WiSe 2020: Einführung in die Erziehungswissenschaften. Sitzungen: „Bildung“; „Erziehung, Bildung und Sozialisation“.

Mitgliedschaften

Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE) (Pädagogische Anthropologie, Bildungs- und Erziehungsphilosophie, Medienpädagogik), Deutsche Gesellschaft für Ästhetik (DGÄ), Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) AG „Philosophie der Digitalität“ der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) – Fokusgruppe „Digitale Lebenswelt und Games“, Humanities for Education Cologne (HEC), AG Kulturelle Bildung (BTU Cottbus), Arbeitskreis „Ästhetik – Digitalität – Kultur“ der DGFE (Sektion Medienpädagogik).