Politik und Praxis des städtebaulichen Denkmalschutzes im Iran – problematisiert am Beispiel Teheran

Der Erhalt des urbanen Erbes hat sich seit dem späten 19. Jahrhundert zu einem akademischen und beruflichen Gebiet entwickelt und ist in vielen Ländern zu einem wichtigen Bestandteil der Stadtplanung geworden. Der städtebauliche Denkmalschutz steht jedoch dafür in der Kritik, dass er die Probleme nicht anspricht, die sich durch die zeitgenössische Stadtentwicklung ergeben haben. Heute betonen Fachwissenschaftler die Notwendigkeit von Fallstudien, die die Mainstream-Prinzipien des Faches in den lokalen urbanen Kontexten problematisieren und diagnostizieren. Fälle aus den Ländern, in denen sich das moderne Konzept des kulturellen Erbes nicht aus der einheimischen Kultur entwickelt hat, können eine bemerkenswerte Rolle dabei spielen, diese Lücke zu schließen. Der Iran ist ein solches Beispiel. Im Iran wurden in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die akademischen, administrativen, rechtlichen und staatsbürgerlichen Grundlagen für den Erhalt des kulturellen Erbes nach europäischem Vorbild geformt und zusammengestellt. Der städtebauliche Denkmalschutz hat sich als akademischer und beruflicher Fachbereich im Iran in den frühen 1970er Jahren entwickelt. Aufgrund seiner raschen Verankerung im Iran wurden die grundlegenden Konzepte, die den Denkmalschutzansatz in Europa prägten, nicht in einem langfristigen Prozess an den politischen, kulturellen und geografischen Kontext des Irans angepasst. Das Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, eine diagnostische Reflexion über die Reaktionsfähigkeit der aktuellen städtebaulichen Denkmalpflege im Kontext der Stadtentwicklung in der Hauptstadt des Irans zu präsentieren. Um dies zu erreichen, werden zuerst die kritischen Transformationsphasen der städtebaulichen Denkmalpflege im Iran seit 1970 erläutert und visualisiert, und dann wird die nationale städtebauliche Denkmalpflege im historischen Gebiet Teherans konzeptualisiert und problematisiert. Diese Forschungsarbeit verfolgt einen qualitativen Ansatz mit einer eingebetteten Einzelfallstudie. Hier wird der städtebauliche Denkmalschutz im Iran als eine dynamische Assemblage konzeptualisiert, die aus miteinander verbundenen menschlichen und nicht-menschlichen Elementen besteht. Die Arbeit verfolgt einen induktiven, empirischen Ansatz, der den Prinzipien und Methoden der ethnographischen Forschung bei der Beobachtung und Erklärung der untersuchten Phänomene folgt. Zur Kategorisierung und Analyse der Forschungsdaten wird die qualitative Technik des thematischen Kodierens verwendet. Teheran wurde als ein einzigartiger Fall ausgewählt, der eine Vielzahl von Herausforderungen und Widersprüchen zwischen Stadtentwicklung und Denkmalpflege in einer modernen iranischen Großstadt bietet. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Forschungslücke im städtebaulichen Denkmalschutz zu schließen, indem sie empirische Beispiele für den lokalen Politik- und Praxismechanismus des städtebaulichen Denkmalschutzes in einem nahöstlichen Land geben.

Bearbeiterin: Solmaz Yadollahi als eigenständiges DFG-Projekt 431496196

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