VEHICLE.SECURITY.BARRIER.CONFERENCE 2022

Schutz öffentlicher Räume vor Überfahrtaten

Nachdem in den vergangenen Jahren Überfahrtaten vornehmlich ein Phänomen extremistischer Terroranschläge waren und bleiben werden, gelangt die Amokfahrt als Überfahrtat zunehmend zum Instrument für andere Formen krimineller Handlungen, wie (erweiterte) Suizide oder Vergeltungstaten:

  • 07.04.2018 Münster mit 4 Toten und mehr als 20 Verletzten
  • 01.01.2019 Bottrop, Essen, Oberhausen mit 10 Verletzten
  • 24.02.2020 Volkmarsen mit 154 Verletzten
  • 17.10.2020 Henstedt-Ulzburg mit 1 verletzten Person
  • 01.12.2020 Trier mit 5 Toten und 14 Verletzen

Die Frage nach einem geeigneten Schutz von gefährdeten Orten ist demnach aktueller denn je. Viele Kommunen und Veranstalter sehen sich der Herausforderung gegenüber, ihre Plätze und Veranstaltungsräume gegen Fahrzeugangriffe zu schützen. Hinzu kommt der Anspruch, kein Unsicherheitsgefühl durch martialisch wirkende Sicherheitsmaßnahmen aufkommen zu lassen, sondern diese in das Stadtbild zu integrieren und damit dem Sicherheitsbedürfnis der Nutzer, Anlieger und Besucher zu entsprechen.

DIN SPEC 91414-2 gestartet

Das durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat geförderte Forschungsprojekt „Fahrzeugsicherheitsbarrieren für Sicherheitsanforderungen. Teil 2: Anforderungen an die Planung für den Zufahrtschutz zur Verwendung von geprüften Fahrzeugsicherheitsbarrieren“ ist gestartet.

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des DIN SPEC 91414-2.

DIN SPEC 91414-1 veröffentlicht

Seit dem 26. März 2021 kann der neue DIN Standard kostenlos unter nachfolgendem Link heruntergeladen werden:
https://www.beuth.de/de/technische-regel/din-spec-91414-1/337228584
Auch die Pressestelle der BTU hat eine Pressemeldung veröffentlicht.

Kriminalprävention (BMI)

"Kriminalprävention umfasst die Gesamtheit aller staatlichen und privaten Bemühungen zur Verhütung von Straftaten. Diese Definition schließt alle Maßnahmen ein, die Kriminalität als gesellschaftliches Phänomen (Makroebene) oder Straftaten als individuelles Ereignis (Mikroebene) quantitativ verhüten, qualitativ mindern oder zumindest die unmittelbaren Folgen der Deliktsbegehung (z. B. Schadensausmaß) geringhalten sollen. Auch der Aspekt der Vermeidung bzw. Reduzierung überhöhter Kriminalitätsfurcht (subjektives Sicherheitsgefühl) wird von diesem Begriffsverständnis abgedeckt."

(Peter Krevert: Wörterbuch zur Inneren Sicherheit, Verlag für Sozialwissenschaften, Lange 2006, Seite 165)

Drei Bereiche
decken eine bedarfsgerechte und zielgruppenorientierte Kriminalprävention ab:

  • Primärprävention als werteorientierte Grundausstattung von Gesellschaft und Sozialraum.
  • Sekundärprävention als zielgruppenorientierte und ortsbezogene Gefahrenabwehr.
  • Tertiärprävention als Rückfallprophylaxe, Opferschutz sowie (Um -) Gestaltung im Sozialraum

Maßnahmen dieser drei Ebenen betreffen (potentielle) Täter, Opfer und Tatgelegenheiten/Situationen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention beruht auf der Auswertung und Erkenntnisgewinnung begangener Straftaten (wo greift ein Einbrecher mit welchem Werkzeug ein Gebäude an und wie können die Schwachstellen gesichert werden) und bildet einen Schwerpunkt im Bereich der Sekundär und Tertiärprävention.

Weiterführende Informationen: www.polizei-beratung.de

Die gesamtgesellschaftlich ausgerichtete Kriminalprävention ist vorrangig primärpräventiv ausgerichtet und motiviert die Bevölkerung zu sicherheitsbewusstem Verhalten (achtsame Nachbarschaft, Anwendung eingebauter Sicherheitstechnik).

Weiterführende Informationen: https://www.k-einbruch.de/sicherheitstipps/verhaltensregeln/

Ein weiterer Aspekt ist die finanzielle Förderung der Kriminalprävention (z.B. Schaffung von Finanzanreizen zum Einbau von Maßnahmen zum Schutz vor Wohnungseinbruch):

https://www.kriminalpraevention.de/einbruchschutz.html

Die Prävention extremer Gewalttaten greift phänomenologisch Kriminalitätsformen der jüngsten Zeit auf. Hier stehen die Verhinderung bzw. Erschwerung von Amoktaten und Terrorangriffen im Vordergrund und damit zugleich die Reduzierung von Kriminalitätsfurcht.

Der Lehrstuhl Architektur und Visualisierung sieht hier die Herausforderung, der Gesellschaft einen lebenswerten und sicheren Sozialraum bereitzustellen. Neben den Anforderungen an Bedarf, Zielgruppen und Gestaltung des Stadtbildes gilt es auch, den Sicherheitserfordernissen gerecht zu werden.

Im Kontext der EU-Initiative „Aktionsplan für einen besseren Schutz des öffentlichen Raums“ (https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_17_3947) verantwortet der Lehrstuhl Architektur und Visualisierung seit Herbst 2019 das Projekt „Entwicklung von Zulassungsrichtlinien für mobile Fahrzeugsicherheitsbarrieren zum Schutz öffentlicher Räume vor Überfahrtaten“.

Die Durchführung des Projektes DIN SPEC (PAS) 91414-1 „Mobile Fahrzeugsicherheitsbarrieren für Sicherheitsanforderungen. Teil 1: Anforderungen, Prüfmethoden und Leistungskriterien“ wird vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat finanziell gefördert. Projektabschluss und Veröffentlichung sind für das I. Quartal 2021 geplant.

Projektbearbeiter am Lehrstuhl Architektur und Visualisierung:
M. A. Detlev Schürmann - Leitung
PHK a.D. Christian Weicht - Leitung Normungsvorhaben

Der Forschungsbereich „Kriminalprävention“ steht mit seinem Funktionspostfach kriminalpraevention(at)b-tu.de als Ansprechstelle Kommunen, Behörden und Veranstaltungsdienstleistern für die Prävention extremer Gewalttaten/Zufahrtschutz zur Verfügung. Es besteht eine Kooperation mit der Polizeilichen Kriminalprävention (https://www.polizei-beratung.de/partner/)

Kontakt zur Funktionspostfach Adresse:
kriminalpraevention(at)b-tu.de

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite DIN SPEC 91414-1