Eisenbetonbau in Russland. Zur Einführung einer neuen Bauweise zu Anfang des 20. Jahrhunderts

Kühne Konstruktion mit neuem Baumaterial:
der 1904 von Pjatnitckij und Baryšnikov errichtete Leuchtturm bei Nikolaev

Die Einführung des Eisenbetonbaus in Russland brachte rasch zahlreiche prominente Gebäude hervor. Das Dissertationsprojekt untersucht diese, etwa um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einsetzende Entwicklung, insbesondere den Technologietransfer durch ausländische Baufirmen und die Adaption der neuen Bauweise durch Ingenieure und Baumeister des Russischen Kaiserreichs. Der Ausbruch der Oktoberrevolution 1917 führte zu einer Unterbrechung der Bautätigkeit und begrenzt den Untersuchungszeitraum.

In der ersten Arbeitsphase werden alle bekannten Eisenbetonbauten des Untersuchungszeitraums in einem Katalog erfasst. Dieser listet u.a. die beteiligten Firmen und Personen auf und liefert eine Klassifikation der Bauelemente und der Bauten.

Anschließend werden die gesamtstaatlichen Rahmenbedingungen untersucht. Hier interessieren besonders der Wissensaustausch, die Patent- bzw. Lizenzvergabe, bauaufsichtliche Fragestellungen und die Normgebung.

Als dritter Arbeitsschritt erfolgt eine Auswahl exemplarischer Bauwerke, die als Fallstudien eingehend untersucht werden. Neben der Auswertung bereits vorhandener Literatur sowie diverser Archivbestände sollen insbesondere Erkundungen in situ neue Erkenntnisse zutage fördern. Zum Schluss wird die Entwicklung des Eisenbetonbaus in Russland im gesamteuropäischen Kontext verortet.

Bearbeiter: Vladimir Korensky

 

Originalbildunterschrift: Leuchtturm aus Eisen-Beton auf der Ožarskaja-Landzunge bei Nikolaev [Übers. d. Verf.]. Fotograf: unbekannt. Quelle: Link zu einer externen Seite http://img-fotki.yandex.ru/get/6432/97833783.153/0_99256_f09f8ee4_XXXL.jpg (07.01.2015).