Triphylien,Forschungen zur Siedlungsgeschichte einer antiken Landschaft auf der Peloponnes

Das Projekt zur antiken Siedlungstopographie untersucht die Entwicklung einer antiken Landschaft auf der westlichen Peloponnes südlich von Olympia. Die Siedlungskontinuität reicht von der mykenischen bis zur spätantiken Zeit und ist an den erhaltenen Ruinen der Landschaft ablesbar. Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt in der Zeit ab 400 v. Chr., denn die einzelnen Städte schlossen sich zu einem Bund, dem so genannten Triphylien, zusammen.

Das Projekt ist seit 2005 in Vorbereitung und lief mit einer ersten Ortskampagne 2006 an. In Kooperation mit Mitarbeitern des Deutschen Archäologischen Instituts und dem Antikendienst in Olympia, der 7. Ephorie für Altertümer, soll in einem Zeitraum von 5 Jahren der Aufbau und die Entwicklung der einzelnen Poleis Triphyliens anhand literarischer, archäologischer und bauhistorischer Quellen dargestellt und die Rolle Triphyliens im peloponnesischen Staatengefüge untersucht werden.

Die Orte Triphyliens, ihr Stand der Bearbeitung und das vorhandene Material vor Ort sind sehr unterschiedlich. Es gibt komplexe Städte mit einem besseren Erhaltungszustand, Städte mit einem größeren Teil an älteren und neuen Ausgrabungen, Orte mit großen Mauern ohne Stadtstrukturen und Heiligtümer ohne städtischen Kontext. Alle Informationen zu den Orten sollen jeweils zusammengetragen werden und auf einheitlichem Niveau in Form von Stadtplänen und Modellen dargestellt werden, um Vergleiche zu ermöglichen und die Besonderheiten und Entwicklungen in der Siedlungstopographie Triphyliens zu finden.

Unmittelbar nach dem Elisch-Spartanischen Krieg (402-400 v. Chr.) sind in Triphylien politische Veränderungen nachweisbar, die zu einem Ausbau der Städte führten. Das Projekt ist daher für die Fragen zur Siedlungsentwicklung im Übergang von der klassischen Zeit zum Hellenismus interessant und im Schwerpunktprogramm der DFG zur Erforschung der hellenistischen Polis als Lebensform vertreten.

Bearbeiter:

Dr-.Ing. des. Corinna Rohn

Dr. phil. Joachim Heiden (DAI)

Kooperationspartner:

Lehrstuhl Vermessungskunde der BTU Cottbus

Deutsche Archäologisches Institut (Abteilung Athen)

Antikendienst in Olympia (7. Ephorie für Altertümer)

Fördernde Institutionen:

DFG