Das Forschungsprofil des Fachgebiets Regionalplanung umfasst drei grundsätzliche Themenbereiche:

„Gemeinwohlziele und Instrumente der Regionalplanung“

Die Regionalplanung und -entwicklung sind mit gesellschaftlichen Veränderungen und Debatten konfrontiert, auf die sie neue Antworten finden müssen. Hierzu gehören die Renaissance der Gleichwertigkeitsdebatte (insbesondere in ländlichen Räumen und Stadt-Land-Kontexten), der Gerechtigkeitsdiskurs in der Planungspraxis, die Anforderungen an regionale Planung durch die Bewältigung der Klimakrise, der „Heimatdiskurs“ sowie Debatten um Legitimität und Verrechtlichung von regionaler Planung. In theoretischer Hinsicht sind hier substanzialistische, prozedurale und antagonistische Gemeinwohlverständnisse relevant; in planungspraktischer Hinsicht geht es um die Implikationen des gesellschaftlichen Wandels für die Ausgestaltung formeller und informeller Instrumente der Regionalplanung und -entwicklung.

„Planungsaufgaben und -praktiken in Transformationsprozessen“

Mit diesem Themenbereich werden die Herausforderungen für die Raumentwicklung adressiert, die sich aus regionalen Transformationsprozessen ergeben. Die geplanten Maßnahmen zum Braunkohleausstieg und zur Flankierung des Strukturwandels in der Lausitz stellen eine solche Herausforderung dar. Die Aufgabe, eine regionale Transformation zu gestalten, erfordert, dass die für Regionalplanung und -entwicklung verantwortlichen Akteur/innen neue Perspektiven einnehmen und ihr Instrumentarium anpassen. Die Lausitz kann als Modellregion für drängende Fragen der „Großen Transformation“ in Richtung auf eine nachhaltige Entwicklung qualifiziert werden. Sie steht prototypisch für jene europäischen Regionen, in denen es zu einer gleichzeitigen Ungleichzeitigkeit kommt: Während althergebrachte Strukturen wie Infrastrukturen, Industrien oder Denkweisen noch (für einen gewissen Zeitraum) von Bedeutung sein werden, befindet sich die Region schon seit längerer Zeit in einem Wandlungsprozess, der bereits eine Vielzahl zukunftsgerichteter Initiativen hervorgebracht hat. Innovationen und Exnovationen sind gleichermaßen relevant. Die Überlagerung von „alten“ und „neuen“ Energieräumen ist typisch für industriell geprägte Regionen, denen eine mögliche Transformation zu klimagerechteren Wirtschafts- und Lebensmodellen bevorsteht. Vergleichbare Umwälzungen sind durch Prozesse der Digitalisierung zu erwarten. In konzeptioneller Hinsicht zielt die Forschungslinie darauf, die Bedeutung der Raumentwicklung bei der Gestaltung regionaler Transformationsprozesse in systematischer Weise zu verstehen. Hierfür sind die Denktraditionen der Transformations- bzw. der Transitionsforschung einerseits und der Planungstheorie andererseits aufeinander zu beziehen. Transformationsaufgaben sind zudem ein wichtiger Aspekt transdisziplinärer Forschung am Fachgebiet.

„Neue Regionalisierungen“

Regionalplanung und -entwicklung spielen in Regionalisierungsprozessen und bei dem Entstehen neuartiger regionaler Raumkonstrukte eine Rolle. Neue Formen der Regionalisierung entwickeln sich in einem komplexen institutionellen Gefüge verschiedener Governance-Arenen. Besonders prägnante Beispiele sind Grenzregionen, Metropolregionen oder Regionen der integrierten ländlichen Entwicklung. Auch die Verbreitung regionalisierender Praktiken (z.B. des „Regionale“-Ansatzes) kann erforscht werden. Konzeptionelle und kritische Ansätze der Raum-, Sozial- und Kulturwissenschaften werden herangezogen, um Raumbildungsprozesse verstehen zu können. Ansätze der Institutionen- und Governance-Forschung, der „Border Studies“ sowie der Forschung zu Innovationen dienen dazu, die Praktiken der Regionalisierung zu analysieren.

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