"Von der Unterbringung geflüchteter Menschen zum Guten Wohnen für Alle. Haupt- und ehrenamtlich Solidarität gestalten für die Kommune der Zukunft“

Am 16. Februar 2026 wurde der VASiB-Fachtag III im „Haus der Demokratie und Menschenrechte“ in Berlin veranstaltet. VASiB ist ein Projekt, an dem auch das Fachgebiet „Soziologie für die Soziale Arbeit“ in beratener, forschender und wissenschaftlicher Funktion beteiligt ist.

Nach der Begrüßung folgte der Impulsvortrag von Prof. Dr. Birgit Behrensen zum Thema: „Gutes Wohnen für alle: Vermessungen und Verortungen in der Kommune der Zukunft“. Sie lud alle Teilnehmenden dazu ein, sich gegenseitig zu vernetzen, um gemeinsam inspirierende Projekte und Orte erschaffen zu können. VASiB möchte die Aufnahmebedingungen von Schutzsuchenden in Brandenburg verbessern und mit ihrem Leitprinzip für „Wohnen statt Unterbringung“ sorgen. Das gelingt am besten, wenn geflüchtete Menschen durch die Unterbringung in Unterkünfte nicht abgeschottet, sondern in die Gemeinschaft der Kommunen integriert werden, damit ein Gefühl der Nachbarschaft und gegenseitigen Unterstützung entstehen kann. Dies wird visionär auch als „Kommune der Zukunft bezeichnet, wie es bei der Einladung zum VASiB-Fachtag III hieß: „Sie versteht sich als Ort der Vielfalt und ermöglicht dezentrale, selbstbestimmte Wohnformen, die auch geflüchteten Menschen Raum für Selbstbestimmung, sozialen Anschluss und Mitgestaltung bieten“. So kann eine gelingende Integration durch Teilhabe und einem gemeinsamen Miteinander umgesetzt werden.

Durch die im Anschluss stattfindenden Workshops konnten weitere Impulse dafür geschaffen werden:

Workshop I: Zivilgesellschaftliche Gegenstrategien zur Abschottung der Unterbringung
  • Mit Erfahrungsberichten von Josephine Furian, Aimun Abdalla sowie Aktiven der O-Platz Lager Tour
  • Moderation:  Mara Hasenjürgen (BTU Cottbus-Senftenberg)
Workshop II: Haupt- und ehrenamtliche Unterstützung in der Wohnungssuche: Ungleichartige Praxisfelder oder ungenutztes Synergiepotential?
  • Mit Kurzinputs von Cordula Kunze (Hoffnungstaler Stiftung Lobetal), Martin Kühn & Friedrich Momper
  • Moderation: Margarete Misselwitz (KommMit. e.V.)
Workshop III: Eingliederungshilfe – Unterstützung für psychisch schwer belastete geflüchtete Menschen (Praxisworkshop)
  • Input und Moderation: Hendrik Kreutzburg & Khaled Atrash (beide KommMit e.V.))
Workshop IV: Wohnraumversorgung ‚von unten‘: Selbstverwaltete Hausprojekte von und mit geflüchteten Menschen
  • Mit Berichten von Women in Exile, Refugees Emancipation & Brandenburger Mietshäuser Syndikatsprojekt
  • Moderation: Carla Regling (Flüchtlingsrat Brandenburg), Co-Moderation: Flavia Cosentini (Solile e.V.)
Workshop V: Wohnen in der Kommune der Zukunft neu denken!
  • Mit Kurzinput von Joachim Rüffer (KommMit e.V.) & Joshua Spieker (ehem. KommMit e.V.)
  • Moderation: Vincent da Silva (Flüchtlingsrat Brandenburg)

Der Fachtag wurde schließlich mit einer Fish-Bowl-Diskussion beendet, die von Lotta Schwedler geleitet und in der inhaltlich über die in den Workshops gesammelten Ideen und Vorschläge, aber auch über Widersprüche und offen gebliebene Fragen gesprochen wurde. Der Ausblick auf die Zukunft lässt positive Veränderungen erhoffen:

„Orientierender Fixpunkt ist dabei die Idee und Vision der weltoffenen Kommune der Zukunft sowie die konkrete Frage, auf welchen strategischen Pfaden und in welchen alten und neuen Allianzen wir Veränderungen anstoßen müssen, um ALLEN Menschen in Brandenburg Gutes Wohnen und ein solidarisches Zusammenleben zu ermöglichen“ (Flüchtlingsrat-Brandeburg).