Refaire Nanterre

Einleitung / Introduction

Von Achsen und Schafen

St Geneviève, die Schutzheilige von Paris, hütete einst auf den Wiesen von Nanterre die Schafe, vor den Toren der Stadt, die sie mit göttlicher Hilfe vor den hunnischen Horden bewahrte.

Folgt man heute der Hauptachse durch Paris in Richtung Nanterre bewegt man sich durch eine Abfolge städtebaulicher Klischees der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte. Angefangen bei der mittelalterlichen Stadt führt der Weg über die Place de l'Étoile durch die gründerzeitlichen Stadterweiterungen Haussmanns, um in einer Ansammlung von Verkehrsknoten und global-generischer Architektur vor dem überdimensionierten Landschaftsfenster der Grande Arche zu enden. Von hier aus, dem Endpunkt der Achse, blickt man über einen Friedhof hinweg auf die Stadtlandschaft der Nachkriegsmoderne.

Nanterre ist derzeit das meistdiskutierte Stadterweiterungsgebiet von Paris und tatsächlich stellen sich an diesem Ort ganz grundsätzliche Fragen: Wie kann der heterogene Flickenteppich der Peripherie wieder zu einem zusammenhängenden Gewebe gefügt werden? Gibt es eine Alternative jenseits der erprobten Modelle, der dichten europäischen Stadt oder der funktionalistischen Stadt der Moderne? Wo endet die Stadt und beginnt die Landschaft? Wie wird das Verhältnis von Natur und Stadt, von urbaner Dichte und Freiraum definiert?

Es gibt wieder Schafe in Nanterre, sie mähen den Rasen der Universität und bringen ein bisschen Freude zurück in den Vorort, vielleicht sind sie die Vorboten einer neuen urbanen Kultur.

Le grand axe et les moutons

Sainte Geneviève, patronne de paris, gardait jadis les moutons sur les prés de nanterre, devant les portes de la ville qu'elle protèga des hordes barbares.

Suivant le Grand Axe en direction de Nanterre on passe une suite de clichés urbains des derniers siècles et décennies. Commençant dans la ville du Moyen-Age, le chemin perce les quartiers Haussmannien et la Place de l'Étoile pour finir dans un assemblage de noeuds routiers et d'une architecture générique globale sur le balcon surdimensionné de la Grande Arche. D'ici la vue se pose sur un cimetière et, plus loin, le paysage urbain moderne d'après-guerre.

Nanterre est actuellement la zone d'extension et d'aménagement la plus discutée de Paris. Effectivement, ici se posent des questions éssentielles: Comment peut-on renouer le tissu fragmenté de la périphérie? Y a-t-il une alternative au-delà des modelles expérimentés de la ville européenne et de la ville fonctionaliste moderne? Où finit la ville et commence le paysage? Comment se définit la relation entre nature et urbanité, entre densité et liberté?

Les moutons sont revenus à Nanterre, ils tondent le gazon de l'université et rapportent un peu de joie à la banlieue. Peut-être sont-ils l'avant-garde d'une nouvelle culture urbaine ?

Entwurfsschritte

Seit Jahrzehnten wird die Fragmentierung Nanterres durch die künstliche Freihaltung einer Schneise von La Défense bis zu den Ufern der Seine fort- und festgeschrieben. In Verlängerung der großen Achse gelegen, die ursprünglich im Auftrag Ludwigs des Vierzehnten von Le Nôtre als große Geste in die Landschaft angelegt wurde, befindet sich heute eine Brache, die von Autobahnen und Bahntrassen durchzogen ist. In diversen Planungen und Wettbewerben wurde versucht zu klären, in welcher Form die grosse Achse, deren jetziger Endpunkt die Grande Arche ist, beendet, weitergeführt oder ausgeblendet werden könnte. Mangels einer Lösung wurden alle Planungen blockiert, was dazu geführt hat, dass die anliegenden Stadtviertel nicht miteinander vernetzt sind und als introvertierte Enklaven in einem losen Nebeneinander ihr Dasein fristen.

Der nun vorliegende Masterplan von Treuttel-Garcias-Treuttel, der als Grundlage für die Erschliessung und Bebauung des Gebietes dienen wird, stellt in mehrerer Hinsicht einen Kompromiss zwischen den Ansprüchen des französischen Staates, der Stadt Paris und der Stadt Nanterre dar. Er trägt einerseits der Tatsache Rechnung, dass es sich um einen Ort von übergeordneter Bedeutung handelt und respektiert gleichzeitig die unter kommunaler Verwaltung entstandenen Strukturen. Somit birgt er eine Mehrdeutigkeit, die unterschiedliche Interpretationen und Formulierungen zulässt.

Kritik

In einem ersten Schritt wurde der Ort selbst, unabhängig von bestehenden Vorgaben, bewertet. Nur so konnte der vorliegende Masterplan einer kritischen Betrachtung unterzogen werden, um die Vielschichtigkeit der angedachten Maßnahmen zu deuten. Bedingt ein Weiterführen der Achse automatisch auch die Fortsetzung des städtischen Grundmodells von Paris, mit all seinen Eigenschaften, von der Dichte bis hin zu einem tradierten Verständnis von Öffentlichkeit? Oder ist und bleibt Nanterre eine Vorstadt, in der sich die Form der Urbanität und auch das Verhältnis von Bebauung und öffentlichem Freiraum anders definiert als in der Kernstadt? Mit einem deutlichen Statement sollte hier Position bezogen werden, um dann mit der gewonnenen Haltung in die weitere Bearbeitung des Entwurfes einzusteigen.

Entwurf Stadt

Der zugrundeliegende Masterplan wurde entsprechend der vorangegangenen Bewertung neu interpretiert. Wichtig war hier ein präziser Umgang mit dem, durch die Verlängerung der Achse entstandenen, verbindenden Freiraum und gleichzeitig die Klärung der Einbindung in die anliegenden Quartiere. Welche Beziehung entsteht, zwischen der grossen Geste und dem heterogenen Hinterland? Die Gewichtung der einzelnen Elemente des Entwurfs variiert je nach Ansatz und bedingt die Ausformulierung von Raum, Gestalt und Programm.

Entwurf Typ

Der Entwurfsansatz bestimmt Funktion und Form der Bebauung. Was müssen die verwendeten Bautypen leisten können? Wie spiegelt sich der Umgang mit dem Stadtraum in der Architektur? Welche Bindungen werden hergestellt, welche Freiheiten sind möglich? Ganz besonders sollte untersucht werden, wie die Architektur zwischen Repräsentation und Alltag vermitteln kann.

Der Entwurf wurde bewusst gleichzeitig aus dem Städtebau, wie aus der Typologie heraus entwickelt. Das erste Statement war die Basis für den Anspruch an Architektur, wie auch an Stadt. Die daraus folgenden Konsequenzen sollten initial für alle Maßstäbe bedacht werden.

Projets

Dans les décennies passées la fragmentation de Nanterre a été fixée par la réservation forcée d'une tranchée partant de La Défense jusque'au Berges de la Seine. Le prolongement du Grand Axe est aujourd'hui un terrain vague partiellement libéré de sa fonction infrastructurelle. Divers concours et projets urbains n'ont pas pu établir une solution pour le prolongement ou la dissolution de l'axe majeure dont le point final est actuellement la Grande Arche. Cette absence de décision définitive a bloqué toutes projections et empêché l'interconnexion des quartiers voisinant la friche, les laissant dans leur état d'enclave urbaine.

Le projet de Treuttel-Garcias-Treuttel, qui maintenant met fin à l'agonie, est un compromis à plusieurs égards. D'un côté il souligne l'importance du lieu dans le contexte national respectant en même temps les besoins et l'identité de la ville de Nanterre. Le projet comprend une ambiguïté qui laisse place à différentes interpretations.

Critique

Dans un premier pas le site a été évaloué sans prêter attention aux plannifications existentes pour produire un avis intransigeant envers la situation. C'est seulement ainsi que le masterplan a pu être soumis à un regard critique et un jugement qualifient ses aspects complexes. Est-ce que le prolongement de l'axe entraîne automatiquement le model urbain de Paris avec sa densité et son traitement des places publiques? Ou bien faut-il tenir compte du fait que Nanterre est une ville de banlieue avec une définition differente des relations entre les espaces bâti et non-bâti? Une position devait être definit pour ensuite pouvoir élaborer le projet.

Méthode

Suivant la position acquise le masterplan de Treuttel-Garcias-Treuttel a été interprété et adapté. Il était demandé de focaliser sur la relation du grand geste de l'axe avec les quartiers hétérogènes du voisinage et de retravailler les éléments principaux du projet. Parallèlement une approche à l'échelle du bâtiment devait scruter les moyens de l'architecture en terme de médiation entre représentation et vie quotidienne.

L'avis formulé initialement, l'attitude prise envers la ville est à la base des projets et conditionne le traitement de l'architecture et de la ville.

Refaire Nanterre ist entstanden im Rahmen der Lehrveranstaltung rond-points: zwischen Barock und Banlieue (Seminar, Exkursion und Entwurf)

Refaire Nanterre est un projet dans le cadre de rond-points: entre baroque et banlieue (séminaire, excursion et projet urbain)

Betreuung

BTU Cottbus
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen / Chaire de Dessin Urbain

Prof. Heinz Nagler

Dipl.-Ing. Christoph Heinemann
Dipl. Ing. Klaus Schäfer

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