Félix Candela Outeriño (1910 – 1997) Würdigung

Candela war eine kuriose Person. Er las und forschte viel. Alle seine intellektuellen Abenteuer machten ihm zum selbsterlernten Ingenieur. Als Frei Otto erstmalig Candela in Mexiko traf, schrieb er anschließend: „Er kannte meine Arbeiten und insbesondere mein Buch „Das hängende Dach“. Er kannte meine Zelte von 1955 und 1957 viel besser als ich seine Schalen.“ [HERZOG/ MORO 1992, S. 6]

Candelas Bauten machten ihn zu einem Architekten, der sich kaum mit anderen Architekten vergleichen lässt. Obwohl natürlich seine sehr plastisch wirkenden Bauwerke ihn unbewusst in die „Schublade“ der mit Betonschalen arbeitenden Architekten manövrieren. Aber der Unterschied zu diesen ist deutlich: „Auch wenn seine Strukturen hochfliegende schöpferische Gestaltungsphantasien voraussetzen, geht ihre Umsetzung dennoch von der Geometrie zur Umsetzung der Struktur im Raum über. Damit ist gemeint, dass alle vorgeschlagenen Formen sich aus Figuren und Flächen entfalten und entwickeln, dass sie einer mathematischen Form und einer Konstruktionszeichnung gehorchen, bei der die Punkte, Parallelen und Schnitte Teil eines Gesetzes sind.“ [ANDA ALANIS/ GÖSSEL/ HACKER-KLIER 2008, S. 7, Anda Alanís]. Unweit dieses Zitats steht noch geschrieben, dass sich Candela gegen den Versuch des Vergleiches seiner Werke oder seiner Person mit anderen Architekten und Ingenieuren heftig wehrte.
Die Tätigkeit Candelas war vielschichtig. Er plante, berechnete und führte seine Projekte mit seiner Baufirma selbst aus. Daneben arbeitete er mit experimentellen Modellen im Realmaßstab – siehe Abbildung 6.01. Hierin ist Candela mit einem Dischinger(dort siehe Abb. 2.03 und 2.04) vergleichbar. Laut Candela führte die experimentelle Methode zur Entdeckung von Eigenschaften der Materialien. Durch das hier gesammelte Wissen begann er das Entwerfen von Tragwerken aus einem anderen Blickwinkel zu sehen; er kam ab vom blinden „Sich-Verlassens“ auf mathematische Berechnungen.
Ave Arup behauptet dass Candelas „Erfolge auf einer breiten Basis“ standen: „Er ist nicht bloß ein Ingenieur oder ein Architekt oder ein Bauunternehmer und Baumeister, sondern alle drei in einem. Und das ist vielleicht der allerwichtigste Umstand überhaupt.“ [Faber 1965, S. 7]. In der heutigen Zeit ist diese Kombination bzw. der Berufsstand eines Baumeisters, wie wir ihn aus dem Mittelalter her kennen, allerdings aufgrund des notwendigen hohen Spezialisierungsgrades schier unmöglich.
Das Wissen, welches er durch seine Forschungen und seinen realen Projekten erwarb, vermittelte er auch weiter. Er nahm als Redner an Konferenzen teil, war an Universitäten tätig und veröffentlichte wissenschaftliche Abhandlungen. In seinen Artikeln beschreibt er Berechnungen, die er von den anderen Ingenieuren herleitete und vereinfachte, um seine Schalen berechnen zu können. Daneben wirkte er in ihnen aber auch wie „ein großer Philosoph“ [Herzog, 1992, S. 6, Otto], wenn er sich zu den abstrakten Aspekten der Architektur ausließ. Das Verhältnis bzw. Missverhältnis zwischen Ingenieuren und Architekten war für ihn immer ein großer Streitpunkt.
1994 wurde eine Retrospektive von Candelas Leben und Werke durch den spanischen Staat veranstaltet. Im gleichen Jahr wurde diese Ausstellung von Miguel Seguí Buenaventura im Buch „Félix Candela, arquitecto“ dokumentiert. Die einleitenden Beiträge zu diesem Katalog schrieben die bekannten Architekten und Ingenieure Frei Otto und Santiago Calatrava.

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