Franz Anton Dischinger (1887 – 1953) Würdigung

Dischinger gelang es auf dem Gebiet der Stahlbeton- und Spannbetonbauweise wegweisende Leistungen zu erzielen, die in der Fachwelt mit höchstem Lob geschätzt wurden und heute noch werden. In besonderer Weise scheint Dischinger die Facetten der Erfahrung, der Theorie und der Praxis in sich vereint zu haben, um neue Entwicklungen voranzubringen. Dabei richtete sich sein Blick stetig auf interessante Herausforderungen und auf das Neue. So zeigt sein Schaffenswerk ein breites Spektrum an Arbeitsfeldern. Waren es anfangs Druckluftgründungen und das Interesse für den Schalenbau, wendete er sich später dem Brückenbau zu, mit dem Ziel immer größere Spannweiten zu überbrücken. Dabei beschäftigte er sich zunächst vorwiegend mit Bogenbrücken, entwickelte nachkommend vorgespannte Balkenbrücken und war schließlich bestrebt mit Schrägseilen ergänzte Hängebrücken zu konstruieren. Sein Schaffen brachte augenscheinlich zahlreiche bahnbrechende Projekte und Ideen hervor.

Zur Unterstreichung der Anerkennung Dischingers in der Fachwelt, soll an dieser Stelle die Vielzahl von Auszeichnungen und Verleihungen der Würde nochmals zur Aufzählung kommen:

1938Auszeichnung mit der Edward-Longstreath-Medaille für Leistungen im Schalenbau durch das Franklin-Institut der Universität Philadelphia, USA.
1940Verleihung der Emil-Mörsch-Gedenkmünze des Deutschen Beton-Vereins, Deutschland.
1947Verleihung der Würde eines Ehrensenators der TU Darmstadt, Deutschland.
1948Verleihung der Würde eines Doktor-Ingenieur Ehren halber durch die TH Karlsruhe, Deutschland.
1949Verleihung der Würde eines Doktor-Ingenieur Ehren halber durch die Rheinisch-Westfälische TH Aachen, Deutschland.
1952Verleihung der Ehrendoktor-Würde durch die TU Istanbul, Türkei.
1953Gründung der Stiftung des Dischinger-Preises durch den Deutschen Beton-Verein, Deutschland.

Zudem kam ihm die Ehrung zuteil, dass die 1953 errichtete Spannbeton-Straßenbrücke über die Havel in Berlin-Spandau im Jahre 1954 in "Dischinger-Brücke" umbenannt wurde.

Wenn der Versuch gewagt würde, Dischinger in einem Satz zu beschreiben, erhielte er aus meinen Augen folgende Einschätzung: Dischinger war ein facettenreicher, vorausschauender, ehrgeiziger und produktiver Bauingenieur mit der Neigung zum Größeren und Weiteren.

Dischingers Theorien werden noch heute aufgegriffen und seine Konstruktionsprinzipien auch gegenwärtig noch angewandt. So beziehen sich beispielsweise neuere Entwicklungen im Schalenbau von Max Mengeringhausen (1903-1988) oder Ulrich Müther auf Erkenntnisse und Berechnungsmethoden Dischingers. Im Vergleich mit anderen Ingenieuren fällt seine Arbeitsmethode als etwas Besonderes auf. Sie zeichnet sich prinzipiell dadurch aus, komplizierte Konstruktionen erst dann zu Verwirklichen, wenn die Theorie so vorliegt, dass sie den tatsächlichen Umständen möglichst ähnlich ist. Die Herangehensweise an Problemstellungen anderer Bauingenieure zeichnet sich beispielsweise durch anfängliche praktische Versuche aus, die anschließend mit Näherungsberechnungen untermauert werden.

Die breite Anerkennung des Ingenieurs soll in unkommentierter Weise durch die nachstehenden Anführungen zum Ausdruck gebracht werden, durch die auch ein Einblick auf die private Person Dischingers möglich wird.

"Man muss sich Dischinger aber nicht als muffigen Streber vorstellen. Ganz im Gegenteil war er beliebt als geselliger, aufgeschlossener und sportlich sehr engagierter Mensch, der vor allem mit dem Skilauf verbunden war, den er bis zu seiner lebensbeendenden Krankheit leidenschaftlich betrieb."
[Zitat von Günter Günschel in SPECHT 1987, S. XXI]

"Er war nicht nur einer unserer größten Konstrukteure und geachtesten Gelehrten, sondern auch ein großartiger Mensch, zuweilen rau, aber letztlich hilfsbereit und gütig, fördernd und von anderen fordernd, was er sich selbst abverlangte. Dabei war er bescheiden und anspruchslos in seinem Privatleben."
[Zitat von Günter Günschel in SPECHT 1987]

"Dischinger reizte nur das neue an einem Problem. War die Lösung gefunden und auf die Breite möglicher Anwendungsbereiche übertragen, wandte sich sein Interesse dem nächsten Problem zu; ..."
[KORDINA 2005, S. 75]

"Weiterhin sollen diese Zeilen allen denen, die dem Arbeitsgebiet Dischingers ferner stehen, zeigen, dass Dischinger zu Deutschlands besten Ingenieuren gehört."
[Zitat von August Hertwig zum 50. Geburtstag von Dischinger in KUNZE 2001, S. 87]

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