Das Befestigungssystem von Pompeji und seine Bedeutung für die Stadtentwicklungsgeschichte

Die antike Stadt Pompeji mit ihren gut erhaltenen Stadtmauern gehört aufgrund ihres durch den Vesuvausbruch 79 n. Chr. konservierten Zustandes zu den wichtigsten Orten für das Studium des antiken Befestigungswesens und seiner Zusammenhänge mit der Stadtentwicklung in Italien. Ungeachtet dessen waren die Stadtmauern bislang nie in ihrer Gesamtheit Gegenstand archäologischer Forschungen, auch fehlt eine Einordnung in die Baugeschichte der Befestigungssysteme Kampaniens völlig.

Aus der Sicht der Bauforschung ist die Auseinandersetzung mit den Stadtmauern von Pompeji besonders interessant und lohnenswert, weil sie aufgrund ihres außergewöhnlich guten Erhaltungszustandes detaillierte Aussagen zum konstruktiven Aufbau der Mauern, Türme und Tore zulassen. Darüber hinaus erlauben sie anhand der in verschiedenen Perioden verwendeten differenzierten Bautechniken und Baumaterialien Rückschlüsse auf die relative Abfolge und Entwicklung der Stadtmauerphasen von den Anfängen im 6. Jh. v. Chr. bis zur Verschüttung 79 n. Chr., was in dieser Form und Vollständigkeit nirgendwo anders möglich ist.

Der herausragenden bauhistorischen Bedeutung der Befestigungsanlagen wird die bisherige Bearbeitung und architektonische Dokumentation in keiner Weise gerecht, da die einzelnen existierenden Mauerabschnitte nur partiell und ausgesprochen summarisch in die aktuellen topographischen Karten eingetragen wurden, von vielen Mauerabschnitten keine detaillierten Bauaufnahmepläne existieren und eine umfassende baugeschichtliche Analyse des Befestigungssystems und seiner Beziehung zur Geschichte der Stadtentwicklung fehlen.

Als Ergebnis soll deshalb erstmalig eine Gesamtdokumentation der Mauern mit einem vollständigen Überblick über alle obertägig erhaltenen Mauerpartien mit Aufbau, Konstruktion und bautechnischen Besonderheiten und genauer Verortung in einem Gesamtplan vorgelegt werden. Auf dieser Grundlage sollen neue Erkenntnisse zu Aussehen und fortifikatorischer Bedeutung jeder Stadtmauerphase erarbeitet werden. Es ist zu erwarten, dass die umfassende Untersuchung der Stadtmauern von Pompeji wichtige Beiträge zur Stadtgeschichte von Pompeji und zur Baugeschichte der Befestigungssysteme im Raum Kampanien erbringt.

Leitung:

Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt

Bearbeiter:

Dipl. Ing. Christiane Brasse M.Sc.

Kooperationspartner:

Deutsches Archäologisches Institut, Zentrale Berlin

Lehrstuhl für Vermessungskunde der BTU Cottbus

HTW Dresden, Vermessungstechnik und Ingenieurvermessung

Universität Orientale di Napoli, Dipartimento di Studi del Mondo Classico e del Mediterraneo Antico

Universität Rom 'Tor Vergata', Dipartimento di Storia

Universität Alicante, Dpto. Preh. Arqu.

Fördernde Institution:

Gerda Henkel Stiftung

Laufzeit:

seit 2010

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