Die Petosiris-Nekropole in Tuna el-Gebel (Mittelägypten)

Am Rand der Westwüste liegt ca. 300 km südlich von Kairo die antike Totenstadt Tuna el-Gebel. Sie wird nach ihrem bekanntesten Grab aus dem 4. Jh. v. Chr. als Petosiris-Nekropole bezeichnet und war in ptolemäisch-römischer Zeit der Friedhof der ca. 10 km entfernten, antiken Metropole Hermupolis Magna (heute: el-Ashmunein).

In der Nekropole fanden seit dem frühen 20. Jahrhundert wiederholt Ausgrabungen unter ägyptischer, deutscher und italienischer Leitung statt. Dennoch blieb die Dokumentation lückenhaft und die Darstellung der komplexen Bebauung unverständlich.

Das seit 2004 von der DFG unterstützte Forschungsprojekt des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim unter der Leitung von Dr. Katja Lembke basiert auf interdisziplinärer Zusammenarbeit von Archäologen, Ägyptologen, Architekten, Geodäten, Geophysikern und Restauratoren. Es hat zum Ziel, die Entwicklung, Struktur und Ausstattung der Nekropole auf der Grundlage des aus den älteren Grabungen vorliegenden Archivmaterials und ergänzender eigener Untersuchungen umfassend darzustellen.

Die Lehrstühle Baugeschichte und Vermessungskunde der BTU Cottbus übernehmen seit dem Jahr 2006 die Dokumentation aller oberirdischen Grabbauten und die baugeschichtliche Untersuchung ausgewählter Komplexe und Gebäudedetails.

Von den im Untersuchungsgebiet erhaltenen 60, teils mehrgeschossigen Grabhäusern sind ca. elf aus lokalem Muschelkalkstein, die übrigen aus ungebrannten Nilschlammziegeln errichtet worden. Die Mauerkronen weiterer - unausgegrabener - Gebäudekomplexe zeichnen sich an vielen Stellen im Wüstensand ab. Jedoch lassen die starke Versandung sowie die Erosion der freiliegenden Mauerkronen nur ein unvollständiges Bild des ursprünglichen Zustands zu.

Durch den Feldforschungssurvey sollen Rekonstruktionsvorschläge zur antiken Bebauungsstruktur in den unterschiedlichen Epochen mit Hilfe umfangreicher neuer Bauaufnahmen vorgelegt werden. In diesem Zusammenhang werden das urbane Wachstum und die damit verbundenen baulichen Veränderungen in der mehr als 700 Jahre andauernden Nutzungszeit der Nekropole berücksichtigt.

Eine Fortsetzung der gemeinsamen Forschungsarbeiten in der Petosiris-Nekropole ist bis 2014 geplant.

Leitung:

Dr. Katja Lembke, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

Bearbeiter:

Dipl.-Ing. Christine Wilkening-Aumann, BTU Cottbus

Dipl.-Ing. Timo Meyer, BTU Cottbus

Partner:

Supreme Council of Antiquities of the Egyptian Ministry of Culture

HAWK Hildesheim, Al-Minya University, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Lehrstuhl Vermessungskunde, BTU Cottbus

Förderer:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit:

seit 2008

weiterführender Link:

http://www.rpmuseum.de/index.php?id=339

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