Betreuungsangebote für Abschlussarbeiten Themen für Bachelor- und Masterarbeiten

Hier finden Sie Themenvorschläge und Anregungen, die Sie für Ihre Bachelor-, Master- oder Studienarbeit am Lehrstuhl Allgemeine Technikwissenschaft aufgreifen können. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich gern an die angegebene, das jeweilige Thema betreuende Person.

Selbstverständlich können Sie auch gern eigene Ideen einbringen, kontaktieren Sie uns gerne.

Das Wassererbe in der Lausitz: Seen und Flüsse als technowissenschaftliche Objekte


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Querbezüge von STS, Heritage Studies, Wissenschafts-/Technikgeschichte oder Landschaftsforschung (einschließlich Fragen des Naturschutzes)

In der Lausitzer Bergbaulandschaft entsteht seit einigen Jahrzehnten die größte künstliche Seenlandschaft Deutschlands. Der Kohleabbau ist in dieser Region nicht nur ein Phänomen des 20. Jahrhunderts, sondern hat eine lange Tradition, die mindestens bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Die meisten der heute sichtbaren kleineren und größeren Seen sind eine direkte Folge des Bergbaus. Wasser kann im Zusammenhang mit diesen Landschaftsveränderungen und auch in der Bergbautechnik selbst sehr unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Es wird zur Reinigung und zum Transport verwendet, es kann zur Gefahr werden, es ist eine Ressource für Trink- und Brauchwasser, es wird anderen Staaten und geokulturellen Umgebungen zugeführt, entzogen oder verändert. Dementsprechend ist Wasser mit verschiedenen Bedeutungen und Codes besetzt und mit Bezügen zum Kultur- und Naturerbe aufgeladen.

Was wäre eine angemessene Beschreibung des Natur- und Kulturerbes im Hinblick auf die Rolle des Wassers in diesem vielschichtigen historischen Bergbaugebiet? In welchem Verhältnis stehen die neuen "Wasserlandschaften" zu den früheren Landschaften vor und während der Bergbauzeit? Welche konkreten Infrastrukturen sind hier bereits realisiert worden, welche aktuellen Schwierigkeiten ergeben sich, auch in der Vermittlung mit historischen Infrastrukturen (Stichwort kanalisierte Flüsse, Schleusen, Dämme)?

Rekonzeptualisierung von Technik-Umweltverhältnissen in der Lausitz – welche Begriffe und Konzepte?


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Möglicher Schwerpunkt auf Technikphilosophie, STS, oder Umweltanthropologie

Aus der Kohletagebaulandschaft Lausitz entsteht seit einigen Jahrzehnten die größte künstliche Seenlandschaft Deutschlands. Viele konkrete Infrastrukturen sind hier bereits realisiert und haben eine ganze Reihe problematischer Technikfolgen hervorgebracht, auch in der Vermittlung mit historischen Infrastrukturen (Flüsse, Dämme, Kanäle, Schleusen). Diese technowissenschaftlichen Großexperimente können auf der Basis verschiedener Theorien und Begriffe analysiert werden, etwa auf der Basis des Apparatus-Welt-Komplex (Harré), als phänomeno-technische Prozesse (Bachelard), oder als Biographien technowissenschaftlicher Objekte (Bensaude-Vincent et al.). Die radikalen Veränderungen der Landschaft und ihre soziotechnischen Bedingungen werden dann jeweils anders akzentuiert und bringen entsprechend auch andere Spielräume, aber auch Notwendigkeiten, des Handelns hervor.

Transformation der historischen Gartenkultur in der Lausitz – Obst- und Weinbau seit dem 18. Jahrhundert


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Schwerpunkte auf Wissenschaftsgeschichte, Gartenkulturgeschichte, Umweltanthropologie, oder Natur/Kulturerbe

Wein aus dem Lausitzer Tagebau? Obstexport aus der Lausitz nach Berlin und Schweden? Beides ist richtig, beides lässt sich belegen mit Quellen die bis mindestens ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Es geht hier um die gärtnerische Technisierung der Lausitz und die damit verbundenen Kulturtechniken. Vergeben werden Themen zur historischen Aufarbeitung der Gartenkultur in der Lausitz, speziell in Stadt und Region Spremberg. Verschiedene Bearbeitungszeiträume sind möglich, der Fokus liegt auf der Epoche der Industrialisierung bis heute. Forschungsgegenstand ist die Untersuchung der Entwicklung von Nutzgärten, des Obst- und Weinbaus, sowie der stadtnahen Kulturlandschaft und die damit einhergehenden gärtnerischen Praxen und Kulturtechniken. Archivarbeit in Spremberg, Meißen und Dresden ist vorgesehen.

GartenWissen: Forschung zu Gärtnerischen Praxen und der Figur des Homo hortensis


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Querbezüge zwischen STS, Umweltanthroplogie, Wissenschafts-/Technikgeschichte und -philosophie, Gartenkulturgeschichte, oder Natur/Kulturerbe

In Städten und Gemeinden Brandenburgs gibt es im bundesweiten Vergleich auffällig große Flächenanteile für Kleingärten. Die gärtnerische Praxis ist also eine verbreitete Tätigkeit und bisher wenig genutzte sozio-ökonomische und ökologische Wissensquelle. Das Projekt GartenWissen fokussiert auf die gärtnerischen Kompetenzen der Bürger und ihre mediale Präsenz. Unter den Bedingungen des Strukturwandels in der Lausitz bekommt Gartenwissen eine besondere Relevanz, insbesondere, wenn transformative Innovation „nachhaltigen weltweiten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft“ (WBGU, 2011, S. 5) bedeuten soll.

Organisations- und Sozialstrukturen von Kleingärten, Kolonien, oder auch Vorgärten sind historisch etabliert und verbreitet, die Akteure sind ökonomisch divers und sie verfügen über gärtnerisches und ökologisches Wissen in der konkreten Wirklichkeit des Klima- und Strukturwandels der Region. Das macht die gärtnerische Praxis zu einem wichtigen Einflussfaktor verantwortungsvoller Naturnutzung in der Region, historisch und aktuell.

Als sozio-technische Praxen im Garten sind etwa Sammeln und Ernten, Bodenbarbeitung und Kompostbestellung, Austausch von Saatgut anzusprechen, in der digitalen Sphäre die Erstellung von good practice Beispielen, Aufnahme und Systematisierung von Gartenpflanzen, der Aufbau von Kontaktbörsen, von Rezeptsammlungen oder Geräteflohmarkt.

Lokales Wissen über Umweltveränderungen (z.B. Gefährdung lokaler Artenvorkommen) oder die Auswirkungen des Klimawandels auf die Region liegt in starkem Maße bei den lokalen Akteuren. Es ist ein Wissen, das sich in Struktur und Inhalt auch von wissenschaftlichem Wissen unterscheidet, wie es beispielsweise von nationalen Instituten oder globalen Agenturen angeboten wird. Insbesondere das Konzept der Entwicklung eines sogenannten Creole als neuer erster Sprache in einer hybriden Community von Wissensakteuren (Fuller, 1993, Stoddard, 1991) kann hier genutzt werden. Erwartet werden darf, daß ein durch lokale Akteure erarbeitetes Wissen, einerseits im Sinne von citizen science Projekten, andererseits auf der Basis eines gärtnerischen Creole im lokalen Kontext eine größere autoritative und handlungsleitende Wirkung entfalten kann. Ein solchermaßen durch verschiedene Akteure erarbeitetes Wissen kann dann auch lokale Auswirkungen des Klimawandels oder der Agrarindustrie glaubhafter darstellen und vermitteln als etwa Umweltministerien.

Die Analyse bereits etablierter Handlungsmuster und Wissensbestände lässt erwarten, daß sich verschiedene sozio-technische Praxen und Akteure identifizieren lassen, die für die Analyse und Konzeptualisierung eines positiv verstandenen Strukturwandels „von unten“ genutzt werden können, um Empowerment und partizipative Lern- und Gestaltungsformate zu fördern - GartenWissen ist damit von Relevanz weit jenseits des Gartenhags.

Verschiedene Projekte sind denkbar in diesem Rahmen, es können die soziokulturellen und ökologischen Bedingungen in regionalen urbanen Gartenanlagen untersucht werden, welche sozialen Interaktionen im Garten gibt es und wie sind sie mit materiellen Kulturen gekoppelt; welche Interspezies-Konzepte sind geeignet um den Umgang mit „Nützlingen“ und „Schädlingen“ zu analysieren, welche Tier-Mensch-Verhältnisse gibt es im Garten und was ändert sich eventuell daran durch die konkrete Begegnung im Garten; gibt es Formen der Resilienz, die durch gärtnerische Praxen gefördert oder gar hervorgebracht werden (Beispiel Therapiegärten in Seniorenheimen, Krankenhäusern, Migrationskontext, Klimagärten etc.).

Virtuelle Welten in Museen - Was bedeuten sie für die Objekte des Kultur- und Naturerbes?


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Interaktionen zwischen Museologie, Material Studies, STS, Visual Studies

Wie beeinflusst die Digitalisierung in Museen die Art und Weise, wie Objekte inszeniert werden und wie Besucher mit ihnen konfrontiert werden, und wie wird die Sammlung selbst beeinflusst, sowohl die gelagerten als auch die ausgestellten Objekte? Diese Fragen zu stellen bedeutet auch, nach der Art und Weise zu fragen, wie Bedeutung in Museen produziert und stabilisiert wird und wie Objekte des Kultur- und Naturerbes präsentiert, konstruiert und auch bewahrt werden.

Die Digitalisierung von Objekten ist weiterhin mit der Frage verbunden, wie analoge, materielle Objekte erhalten werden, wenn sie in digitale Objekte umgewandelt werden, welche Techniken dabei eingesetzt werden und wie die Daten gespeichert und zugänglich gemacht werden. Fragen der materiellen Erhaltung und ihrer Dauerhaftigkeit sind also nicht nur für digitale und analoge Objekte gleichermaßen wichtig, sondern auch für die Planung und Durchführung des Transformationsprozesses der Objekte.

Digitalisierung von Sammlungsobjekten in Naturkundemuseen


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Querbezüge zwischen Kulturerbe, Museologie, STS, Visual Studies, Material Studies, Technikphilosophie

Mit der zunehmenden Digitalisierung großer gesellschaftlicher Bereiche, wurden auch Museen damit konfrontiert, ob und wie sie ihre analogen Sammlungsobjekte digitalisieren.

Neben Fragen der Langzeitspeicherung der erhobenen Daten und ihrer Organisation, drängten sich vor allem auch praktische Fragen der Objektaufnahme und -transformation auf. In Naturkundemuseen gibt es eine Vielzahl von Objekten, die auf sehr unterschiedliche Weise konserviert sind und auch auf unterschiedliche Weise in Gebrauch genommen werden im Ausstellungs- und wissenschaftlichen Kontext. Was geht verloren, was wird gewonnen bei der Transformation vom analogen zum digitalen Objekt? Sind wirklich alle Objekte, ob Natur- oder Kulturerbe, geeignet zur Digitalisierung, was sind die Risiken bei der technischen Exposition eines Objektes? Wie verändert sich der organisatorische, konservatorische und ökonomische Kontext der analogen Objekte durch ihre Digitalisierung? Was bedeutet es für die Kuratierung von Ausstellungen, wenn Objekte zunehmend in einer digitalen Umwelt präsentiert werden und was für die Museumserfahrung der Besucher? Wie verhalten sich die produzierten digitalen Bilder zu den analogen Objekten? Wie beeinflusst die unterschiedliche materielle Präsenz der Objekte ihre Rezeption und welchen Einfluss hat dies auf das Museumserlebnis der Besucherinnen?

Bildkulturen ökologischer Forschung


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Querbezüge zwischen Technikphilosophie, Visual Studies, Wissenschafts-/Technikgeschichte

In diesem Projekt geht es um Visualisierungsstrategien ökologischer Forschung und um Veränderungen von Bildern beim Transfer von Wissenschaft in Gesellschaft – und zurück. Abhängig vom historischen, kulturellen oder methodischen Kontext werden je andere visuelle Bilder von Natur generiert und verteidigt. Diese Bilder repräsentieren jeweils verschiedene metaphysische Vorstellungen und epistemische Modelle, sie unterscheiden sich in Bildtechnik, -strategie und -inszenierung. Ökologische Forschung kann, so meinen wir, als ein Kartierungsprogramm von Naturvorstellungen unterschiedlicher wissenschaftlicher, nationaler, philosophischer und geographischer Kulturen gelesen werden. Ob ein Naturstück als schützenswert gilt, als eine kapitalisierbare Ressource, als unzuverlässig und gefährlich oder kontemplativ erfahrbar, ist wesentlich vom kulturellen Umfeld abhängig und damit, in unserer Wissensgesellschaft, von visuellen und begrifflichen Repräsentationen der Wissenschaft. (Siehe auch www.b-tu.de/fg-technikwissenschaft/bildkulturen)

Vom Kohleausstieg zum Wasserstoffeinstieg – Soziotechnisches Experimentieren und Imaginationen From Coal Phase-Out to Hydrogen Phase-In—Sociotechnical Experimentation and Imagination


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Möglicher Schwerpunkt auf Technikphilosophie, STS, Technikfolgenabschätzung

Im Rahmen des Kohleausstiegs sind in der Lausitz eine Reihe von Initiativen entstanden, die sich mit Techniken der Dekarbonisierung beschäftigen. Dazu gehört auch das Reallabor im Industriepark Schwarze Pumpe (bei Spremberg). Das Referenzkraftwerk wird im Sinne eines Prototyps für ein Wasserstoff-Speicherkraftwerk entwickelt, Ziel ist, grünen Wasserstoff für die Nutzung in den Sektoren Verkehr, Industrie und Wärme zu erzeugen. Das Format Reallabor soll kritisch reflektiert werden und der Prototyp als technisches Objekt im sich rasch verändernden Diskursfeld von Politik, Wissenschaft und Technik verortet werden. Es kann hier um die Analyse von Zukunftsnarrativen oder/und sogenannten soziotechnischen Imaginationen gehen oder um das Eigenleben technowissenschaftlicher Objekte.

Aquatische Infrastrukturen in der Lausitz – aus der Perspektive eines technowissenschaftlichen Apparatus


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Aus der Kohlebaulandschaft Lausitz entsteht seit einigen Jahrzehnten die größte künstliche Seenlandschaft Deutschlands. Welche konkreten Infrastrukturen sind hier bereits realisiert, welche aktuellen Schwierigkeiten treten auf, auch in der Vermittlung mit historischen Infrastrukturen (Stichwort Staudämme), welche Rolle spielt das Wasserdefizit und wie kann die Begrifflichkeit vom technowissenschaftlichen Apparatus genutzt werden, um diese radikale Veränderung in Landschaft und soziotechnischen Bedingungen angemessen zu beschreiben.

Geschichte der Technik- und Wissenschaftsforschung an der BTU (mit besonderer Berücksichtigung der Allgemeinen Technikwissenschaft)


  • Prof. Dr. Astrid Schwarz

Mögliche Querverbindungen zwischen STS, Technikphilosophie, Technikgeschichte oder DDR-Geschichte

Die Technik- und Wissenschaftsforschung ist im universitären Fächerkanon in Deutschland gegenüber dem angelsächsischen Bereich erst mit einiger Verspätung angekommen. An der BTU Cottbus gab es bereits in den 1990er Jahren Bestrebungen, in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher Ingenieure, eine geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung über Technik zu etablieren. Diese Aktivitäten waren sowohl institutionell wie inhaltlich sichtbar und schlugen sich nieder etwa in Gründungen von Instituten (Zentrum für Technik und Gesellschaft), Studiengängen (Kultur und Technik) und Professuren (Technikphilosophie, Technikgeschichte, Allgemeine Technikwissenschaft). Das Projekt ist mittelfristig angelegt und besteht in mehreren Teilprojekten, etwa dem Aufbau eines Archivs und einer Webseite, einer Institutionengeschichte, der Frage, wie Allgemeine Technikwissenschaft in der DDR betrieben wurde, usw. (siehe auch die Projektwebseite www.b-tu.de/fg-technikwissenschaft/forschung/forschungsgebiete/technik-als-wissenskultur)