Eugen Julius Richard Dyckerhoff (1844 – 1924) Würdigung

Eugen Dyckerhoff erhielt während seiner Schaffenszeit mehrere Auszeichnungen, die in der folgenden Übersicht dargestellt sind. Für welche Verdienste er diese Auszeichnungen im Detail erhielt, ist dem Verfasser nicht bekannt. Vermutlich haben sein Wirken im Deutschen-Beton-Verein, bei der Festlegung von Regeln und Vorschriften im Bereich des Betonbaus und seine Tätigkeit als Vorsitzender eines international tätigen Baukonzerns eine große Rolle bei der Verleihung der Auszeichnungen gespielt.

Auszeichnungen Dyckerhoffs

JahrAuszeichnungInstitution, Ort
1902Verleihung des Titels eines Kommerzienrates.Wilhelm II., König von Preußen und Deutscher Kaiser, Berlin (?), Land Berlin, Deutschland (damals: Berlin/ Königreich Preußen, Deutsches Reich)
1911Verleihung der Würde des Dr.-Ing. h.c. (Dr.-Ing. E. h.).TH Berlin-Charlottenburg/ Senat der Technischen Hochschule, Berlin, Land Berlin, Deutschland (damals: Berlin/ Königreich Preußen, Deutsches Reich)
1911, nachErnennung zum Ehrenvorsitzenden des Deutschen-Beton-Vereinso.A.
1913Ernennung zum Geheimrat.o.A.
1921Verleihung der neugeschaffenen Würde eines Ehrenbürgers der Technischen Hochschule „Fridericiana“.TH Karlsruhe, Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland (damals: Freistaat Baden, Weimarer Republik)
1924Ernennung zum Ehrensenator der Technischen Hochschule Darmstadt.TH Darmstadt, Darmstadt, Hessen, Deutschland (damals: Volksstaat Hessen, Weimarer Republik)

Nachruf

RÜTH, Georg: Nachruf zum Tode Eugen Dyckerhoff, 1924

Folgend ein Nachruf von Prof. Georg Rüth zum Tode von Eugen Dyckerhoff, welcher in der Zeitschrift „Beton und Eisen“ im Jahr 1924 erschien [RÜTH 1924, S. 239-240].

„Eugen Dyckerhoff †. Kurz nach Vollendung seines 80. Lebensjahres verschied am 4. August 1924 der Geh. Kommerzienrat Dr.-Ing. ehr. Eugen Dyckerhoff aus seinem arbeitsreichen Leben. Es wurde bereits an seinem 80. Geburtstage und an seinem Todestage an mehreren Stellen der Arbeit und des Wirkens des Verstorbenen gedacht und auf seine großen Verdienste für die Entwicklung der Beton- und Eisenbetonbauindustrie hingewiesen. Sein erfolgreiches Wirken im Deutschen Beton-Verein, dessen Vorsitzender er fast von der Gründung des Vereins an, von 1899 bis 1911 gewesen war, und zu dessen Ehrenvorsitzendem er dann in hoher Anerkennung seiner erfolgreichen Tätigkeit für den Verein und für die deutsche Beton- und Eisenbetonindustrie ernannt worden ist, wurde bereits von Seiten des Deutschen Beton-Vereins gewürdigt.

Nachstehend soll noch die Tätigkeit des Verstorbenen auf dem Gebiete der Zementwarenfabrikation und der Bauindustrie in kurzen Zügen gedacht werden. Eugen Dyckerhoff wurde am 8. Mai 1844 in Mannheim geboren und widmete sich bereits im Alter von 20 Jahren der kaufmännischen und praktischen Tätigkeit in der Zementfabrik seines Vaters, insbesondere zwecks Förderung der Zementverwertung, wozu ihm auch Studien im Auslande als sehr förderlich erschienen. Schon in dieser ersten Tätigkeit der Zementverwertung und Zementverarbeitung hat er von Anfang an die Notwendigkeit einer Qualitätsarbeit sowohl hinsichtlich des Materials als auch hinsichtlich der Verarbeitung erkannt und sich das Ziel gesteckt, eine solche Qualitätsarbeit nach jeder Richtung zu erforschen und zu fördern. Als Erfolg dieser Erkenntnis und folgerichtigen Auswertung derselben dürfte in erster Linie die hohe Entwicklung der verschiedenartigsten Betonwarenherstellung, insbesondere von Röhren, Ringen, Sinkkasten u. dergl. für Kanalisationsarbeiten sowie von Trottoirplatten, Randsteinen und Kabelsteinen für Straßenbauarbeiten zurückzuführen sein.
Bereits im Jahre 1865 gründete der Verstorbene in Form eines Zementwarengeschäfts ein Unternehmen, das sehr bald auch die Ausführung von Betonbauten übernahm und das sich zu der heutigen Weltfirma Dyckerhoff & Widmann, A.G., entwickelte. Die Erfolge und der Ruf, den sich diese Firma in jahrzehntelanger Arbeit errungen hat, sind in erster Linie der zähen Willenskraft, klaren Erkenntnis und zielbewussten Schaffensweise des Verstorbenen zuzuschreiben. Unterstützt wurden diese hohen Eigenschaften durch die Fähigkeit, geeignete Mitarbeiter hinzuzuziehen und heranzubilden, die dem Kerngedanken des Dyckerhoffschen Geistes in wissenschaftlicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht die volle Auswirkung verliehen haben. Von diesen Mitarbeitern verdanken viele der Zusammenarbeit mit Eugen Dyckerhoff und seinen Betrieben ihre umfassende und vielseitige Ausbildung auf dem Gebiete der Zementwarenfabrikation und insbesondere auf den verschiedensten Gebieten des Bauwesens, wie z. B. Beton und Eisenbeton im Hoch- und Tiefbau, Gründungs-, Erd- und Wasserbauten, Behälter und Brücken in Beton- und Eisenbetonbauweisen. Auf all diesen Gebieten kam es dem Verstorbenen darauf an, neben einer erstklassigen Ausführungsweise alle Möglichkeiten der wissenschaftlichen und konstruktiven Ausbildung im technischen und wirtschaftlichen Sinne auszuwerten. In dieser Hinsicht genügte ihm nicht nur die Herstellung und Abrechnung der vielseitigen Bauwerke, sondern die jeweils gemachten Erfahrungen und Beobachtungen wurden stets einer gründlichen Nachprüfung unterzogen und die Ergebnisse dieser Nachprüfungen für die Weiterentwicklung der Bauweisen verarbeitet. Außerdem wurden stets noch weitestgehende Versuche durchgeführt, die teils in materialtechnischer, teils in konstruktiver Hinsicht die in der Fabrikations- und Baupraxis gewonnenen Erfahrungen ergänzten.
Ein besonders großes Verdienst des Verstorbenen ist es, daß er die auf diesem zielbewußten Wege gewonnenen Kenntnisse nicht allein für seine Firma ausgewertet, sondern dieselben insbesondere durch seine Tätigkeit im Deutschen Beton-Verein und durch viele Vorträge und Veröffentlichungen seiner Mitarbeiter der Allgemeinheit zugeführt hat. So hat sich Eugen Dyckerhoff nicht nur um die erfolgreiche Entwicklung des von ihm gegründeten Unternehmens verdient gemacht, sondern die Ergebnisse seines zielbewußten Schaffens befruchteten auch die Zement- und Bauindustrie und besonders die technischen Lehranstalten, welch letztere noch in sehr umfangreichem Maße durch Lehrmittel rechnerischer und zeichnerischer Art unterstützt worden sind.
In Anerkennung dieser Verdienste um die allgemeine Entwicklung des Bauwesens, insbesondere des Beton- und Eisenbetonbaues wurden Eugen Dyckerhoff auch reichliche Ehrungen zuteil. Neben vielen erstklassigen Auszeichnungen seiner Firma durch Ausstellungen und neben seiner Ernennung zum Geh. Kommerzienrat verlieh ihm bereits im Jahre 1911 die Technische Hochschule zu Charlottenburg die Würde des Dr.-Ing. ehr. und ernannte ihn die Technische Hochschule zu Darmstadt in diesem Jahre zum Ehrensenator. Trotz all dieser Erfolge, Auszeichnungen und Ehrungen ist Eugen Dyckerhoff stets der Gleiche geblieben. Seine bis zum Tode durchhaltende Arbeitsfreudigkeit und sein hohes Pflichtbewußtsein haben seine Umgebung und seine Mitarbeiter stets beseelt und werden ihm in seinem großen Bekanntenkreise ein dauerndes Andenken und hohe Verehrung sichern.
Der Unterzeichnete schätzt sich glücklich, daß er sich durch seine langjährige Tätigkeit in der Firma Dyckerhoff & Widmann zu den Mitarbeitern des Verstorbenen rechnen darf.“

Prof. Georg Rüth

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