Exkursion zum Bremer Fallturm am 11. November 2000

Der Lehrstuhl Aerodynamik und Strömungslehre (LAS) von Prof. Dr. Christoph Egbers veranstaltete eine Studienfahrt am 11. November 2000 nach Bremen.

Anlässlich des Tages der offenen Tür des ZARMs (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation) machten wir uns am 11.11. um 5.26 Uhr auf den Weg nach Bremen. Da Prof. Dr.-Ing. Christoph Egbers vor seiner

Professur in Cottbus in diesem Institut arbeitete, wurden wir von seinen ehemaligen Mitarbeitern betreut und bekamen auch für den Normalbesucher verschlossene Türen geöffnet.

Die erste Arbeitsgruppe, die wir in Augenschein nahmen, war die der "Rotierenden Flüssigkeiten", ehemaliger Wirkungsort von Prof. Egbers. Die Wissenschaftler beschäftigen sich hier mit Kugelspaltexperimenten, magnetischen Flüssigkeiten und thermischer Konvektion, auch unter Schwerelosigkeit. Um diese Vorgänge zu untersuchen, bedient man sich moderner Messtechnik wie LDA (Laser-Doppler-Anemometrie), Tracerphotographie und PIV (Particle Image Velocimetry) deren Einsatz wir live miterleben durften.

Die Hauptattraktion des Programms war der 147 Meter hohe Fallturm. In ihm können Experimente unter Schwerelosigkeit durchgeführt werden. Unter Vakuum und bei einem Fall aus 117 Meter Höhe wird in der Fallkapsel für 4,74 Sekunden Schwerelosigkeit erzeugt. Aufgefangen wird die Kapsel in einem mit Styroporkügelchen gefüllten Behälter, wobei eine Belastung der 30-40fachen Erdbeschleunigung auftritt. Selbstverständlich darf die Kapsel nicht mit den schmalen Wänden der Fallröhre in Berührung kommen. Dies wird durch zwei Maßnahmen gewährleistet. Erstens durch einen speziellen Auslösungsmechanismus und zum Zweiten durch die Konstruktion des Turms selbst. Um die durch die steife nordische Briese auftretenden Schwankungen abzufangen, besteht der Turm zum Einen aus der Fallröhre und zum Zweiten aus einem Betonmantel im Abstand von mindestens zwei Meter, die auf getrennten und voneinander isolierten Fundamenten ruhen. Die Bewegung des Betonmantels ist oben im Innern des Turms eindrucksvoll bis beängstigend zu beobachten.

Als nach intensivem Studium der einzelnen Info-Stände, wie Verbrennungsforschung, Hyperschallkanal, Wasserkanal, ... langsam die Konzentration nachließ, war es Zeit für eine kurze Pause. Und wo könnte man das besser als hoch oben auf dem Fallturm, mit einem herrlichen Blick über Bremen. Nach der Turmbesteigung und einem verspäteten Mittagessen konnte es im Programm weitergehen.

Da die Zeit der Schwerelosigkeit im Fallturm insbesondere für Strömungsexperimente nicht ausreicht, muss noch auf andere Möglichkeiten zurückgegriffen werden. Die bieten sich in Parabelflügen, welche früher in Housten, Texas und heute in Frankreich stattfinden. Dabei wird für eine Zeit von 20-30 sek. Schwerelosigkeit erzeugt. Bei einem Flug werden 30 Parabeln geflogen. Eine weitere Möglichkeit, die Zeit der Schwerelosigkeit zu verlängern, ist ein Kapselabwurf aus einer russischen Trägerrakete, was die Arbeitsgruppe Prof. Egbers' am ZARM erstmals 1993 in Kooperation mit russischen Wissenschaftlern begann. Dabei fällt die Kapsel, die das Experiment enthält ungefähr 20 Minuten schwerelos und kommt dann abgebremst durch einen Fallschirm relativ unsanft auf der Erde an.

Voll von interessanten Einblicken in die moderne Forschung der Strömungsmechanik reisten wir begeistert wieder nach Cottbus. Herrn Prof. Egbers und seinen Mitarbeitern danken wir an dieser Stelle für den gelungenen Tag und freuen uns auf zukünftige Exkursionen.

Ina von Buchholz, Jutta Dimke und Gesine Wallot (Studentinnen der Fak. 4)

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