Mobile Geriatrische Rehabilitation (MOGERE)

Laufzeit

7/2025 bis 6/2028

Deutschland altert. Rund 23 Prozent der Bevölkerung sind heute über 65 Jahre alt, und der Anteil wächst weiter. Mit zunehmendem Alter steigen die Häufigkeit chronischer Erkrankungen und der Bedarf an rehabilitativen Leistungen. Die Geriatrische Rehabilitation berücksichtigt die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen und zielt darauf ab, ihre Selbstständigkeit zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Die Mobile Geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) geht dabei einen Schritt weiter und bringt ein interdisziplinäres Behandlungsteam direkt in die Wohnungen der Patient*innen. Sie erreicht damit auch Menschen, die ambulante oder stationäre Angebote aus gesundheitlichen oder strukturellen Gründen nicht wahrnehmen können.

In einer Region wie der Lausitz, die vom demografischen Wandel besonders stark betroffen ist, stoßen präsenzbasierte Versorgungsangebote jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz von 2019 und der Zulassung von Videotherapie in der Physiotherapie seit 2022 hat der Gesetzgeber die Grundlage geschaffen, digitale Leistungen in die Regelversorgung zu integrieren. Obwohl Teletherapie in der Geriatrie zunehmend erprobt wird, ist die Evidenz heterogen und hybride Versorgungsmodelle wurden in der MoGeRe bislang kaum untersucht.

Genau hier setzt das Projekt BP-MoGeRe an. Blended Physiotherapie beschreibt eine hybride Versorgungsform, bei der physiotherapeutische Präsenztermine gezielt mit synchronen Videotherapieeinheiten kombiniert werden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird in Hoyerswerda und Umgebung in Kooperation mit der HOY-REHA GmbH erstmalig untersucht, ob physiotherapeutische Einheiten innerhalb der MoGeRe teilweise per Videotherapie erbracht werden können. Patient*innen erhalten dabei 15 bis 20 Therapieeinheiten über einen Zeitraum von 7 bis 12 Wochen, von denen ein Teil per Videotherapie stattfindet. Eine Vergleichsgruppe erhält die konventionelle MoGeRe ausschließlich in Präsenz.

Patient*innen sollen trotz eingeschränkter Mobilität oder weiter Anfahrtswege Zugang zu qualitativ hochwertiger Rehabilitation erhalten. Physiotherapeut*innen gewinnen dabei Kompetenzen in der digitalen Therapiedurchführung und tragen zur Weiterentwicklung moderner Versorgungskonzepte bei. Die Machbarkeit wird anhand definierter Kriterien wie Rekrutierung, Therapietreue und technischer Zuverlässigkeit bewertet. Ergänzend werden leitfadengestützte Interviews mit Patient*innen und Physiotherapeut*innen geführt sowie standardisierte Tests zur Mobilität und Kognition eingesetzt.

Die gewonnenen Erkenntnisse zu Akzeptanz, Barrieren und Förderfaktoren sollen als Grundlage für die Implementierung hybrider Versorgungsmodelle in der geriatrischen Rehabilitation dienen und dazu beitragen, die physiotherapeutische Versorgung älterer, multimorbider Menschen in ländlichen Regionen nachhaltig zu verbessern.